Neue Energie und neuer Mittelpunkt

TV-Dorfumfrage : Neue Energie und neuer Mittelpunkt

Berglicht und Gielert entwickeln sich weiter positiv. In der TV-Dorfumfrage erzählen die Ortschefs, welche Projekte jetzt anstehen.

Wenn Berglichts Ortsbürgermeister Gerhard Oberweis nach bedeutenden Ereignissen im vergangenen Jahr gefragt wird, sagt er: „Es war eher ruhig.“ Unter „ruhig“ sind allerdings auch die Feste von sieben Vereinen und der Feuerwehr mit gleich zweimal Kirmes, Weihnachtsmarkt und Ostergrillen, ja sogar eine Wallfahrt zur Kirche Maria Geburt, inklusive Bischof, vereint. All das stärke den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft, so Oberweis.

Was dem Berglichter und seinen Mitbürgern seit Jahren auf den Nägeln brennt, ist der weitere Ausbau der L 155 bis nach Thalfang. „Die Straße ist kaum noch befahrbar“, klagt er und fordert, dass auch die zweite Hälfte sicher ausgebaut wird.

Gut findet Oberweis den baldigen Abschluss der Flurbereinigung, damit Landwirte mit größeren, zusammenhängenden Äckern wirtschaftlicher arbeiten können. Beim Ausbau des Moorwegs wird den Anliegern bald die Planung vorgestellt, denn diese Innerortsstraße auszubauen bedeutet auch, dass sich Grundstücksbesitzer daran finanziell beteiligen müssen. „Es ist eine weitere Verbesserung unserer schon guten Infrastruktur“, findet der Ortschef.

Beim Thema erneuerbare Energien ist Berglicht ganz weit vorne. Neun Windkraftanlagen stehen schon, und das ist laut Oberweis ein Riesenbeitrag für den Umweltschutz und die Ortskasse. „Nur so konnten wir uns Projekte wie den Neubau der Kita, den Ausbau von Straßen, einen Spielplatz und einen Wanderweg leisten“, sagt er und ergänzt die Umwandlung des Sportplatzes in eine Rasenanlage und das Dorfgemeinschaftshaus. Der Fortschritt geht aber noch weiter: „Wir haben Vorverträge zum Repowering aller Anlagen.“ Das bedeutet: Fünf der Stahlräder auf Berglichter Gemarkung werden abgebaut und durch zwei größere und stärkere Windräder ersetzt.

Das Dorf mit seiner Infrastruktur und Gemeinschaft wissen auch junge Familien zu schätzen: Viele ehemalige Berglichter kommen in ihren Heimatort zurück. Alle Dörfer im Hunsrück quält derzeit die Hängepartie bei der Kommunal- und Verwaltungsreform. Berglicht hat sich ganz klar positioniert. „Wir wollen nach Bernkastel-Kues“, sagt Oberweis. Das wäre am einfachsten, gemeinsam mit Horath, sonst könne die Entfernung zu groß werden, sagt Oberweis. Berglicht sei jedoch keine arme „Braut“, das habe auch Bernkastel-Kues erkannt. „Wir können eine Mitgift mit in diese Ehe bringen“, wirbt Gerhard Oberweis. Der Windkraft sei Dank.

Dem Nachbardorf Gielert steht ein Kuriosum bevor: Am 3. Februar wählt das kleine Dorf den Nachfolger des zurückgetretenen Ortsbürgermeisters Friedel Hagenburger. Und muss bei der Kommunalwahl im Mai noch mal an die Urne. Der Dorfmittelpunkt soll mit dem Ausbau als Treffpunkt wertgeschätzt werden. 66 500 Euro wird die Umgestaltung kosten. Knapp 50 000 Euro davon kommen per Leader-Mittel von der EU. 17 000 Euro ist der Eigenanteil, der zum Teil durch Eigenleistung der Bewohner abgedeckt ist. Ist der Platz fertig, können dort noch besser die Traditionen wie der Gertrudentag am 17. März oder der Pfingstquak gepflegt werden, was die Dorfgemeinschaft stärkt.

Außerdem wurden Verträge zur Errichtung von Windrädern für die Gemeinde mit dem Zweckverband der zwölf Gemeinden der Mark Thalfang geschlossen. „Die Genehmigung steht noch aus“, informiert Beigeordneter Dieter Räsch. Auch eine Bauvoranfrage für eine Photovoltaikanlage auf einer stillgelegten Erdaushub-Deponie wurde gestellt. „An unserem Glockenturm konnten wir dank einer Spende notwendige Reparaturen in Eigenleistung durchführen.“ Ein Wirtschaftsweg wird im neuen Jahr ausgebaut. Größere Dachreparaturen stehen beim Gemeindehaus an. Die freiwillige Feuerwehr freut sich auf ihr neues Einsatzfahrzeug.

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