Neue Fachräume an der Gesamtschule sind fertig

Neue Fachräume an der Gesamtschule sind fertig

Bei den seit eineinhalb Jahren laufenden Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hermeskeil, die insgesamt 14 Millionen Euro kosten, ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Der neue Fachklassentrakt der Schule wurde jetzt offiziell eingeweiht.

Hermeskeil. "Elektrisches Gefühl", heißt ein Titel der Gruppe Juli, den die IGS-Schulband für ihre Gäste spielte. Sie waren zu einer Feierstunde gekommen, weil die Arbeiten für den neuen Fachklassentrakt an der IGS nun abgeschlossen sind. Die rund 950 Schüler können damit wieder praxisnah in Fächern wie Chemie, Physik oder Biologie unterrichtet werden. Monatelang war das fast nur an der Tafel möglich. Auch das Computerlabor, die Werkräume und die Lernküche wurden in diesem Gebäudeteil mit insgesamt 30 Räumen modernisiert.

"Elektrisches Gefühl" ist zugleich ein passendes Bild für die bewegten Zeiten, die das Schulzentrum seit Ende 2008 erlebt hat. Auslöser dafür war das Schadstoffproblem. Messungen hatten damals in mehreren Räumen eine deutlich zu hohe Belastung der Luft mit dem als krebsverdächtig geltenden Weichmacher PCB (polychlorierte Biphenyle) ergeben. Eltern, Schüler und Lehrer hatten daraufhin aus Angst um ihre Gesundheit massiv protestiert und eine umfassende Sanierung gefordert. Diese begann Mitte 2009. "Das Konzept war so teuer wie einfach. Wir mussten zurückgehen und das Gebäude praktisch wieder in den Rohbauzustand versetzen", sagt Sanierungsleiter Egbert Adam - und das alles bei weiter laufendem Unterrichtsbetrieb.

Allein 18 Kilometer an Gebäudefugen, in denen das PCB als Primärquelle lauerte, wurden ausgetauscht. Belastet waren aber auch zum Beispiel die Elektrokabel und Decken, die ebenfalls raus mussten. Im ersten Schritt wurde das frühere Realschulgebäude vom Giftstoff befreit. Im zweiten Abschnitt folgten der Umbau und die Sanierung des Fachklassentrakts.

"Wir sind froh, dass die Zeit der Abstinenz vorbei ist. Wir brauchen die Fachräume, weil sie wesentlich für die Unterrichtsqualität sind", so Schulleiterin Christa Breidert.

Mensa mit 230 Plätzen entsteht



Allerdings steht die letzte Etappe der Sanierungsarbeiten noch bevor: In den kommenden Wochen ist das frühere Hauptschulgebäude an der Reihe, in dem unter anderem eine Mensa mit 230 Plätzen entstehen wird. Bis August 2011 soll alles abgeschlossen sein. Das komplette Paket wird den Kreis Trier-Saarburg als Schulträger rund 14 Millionen Euro kosten (siehe Extra). "Wir mussten viel Geld in die Hand nehmen, schaffen aber ein praktisch neues Gebäude", betonte Landrat Günther Schartz (CDU). Mit Blick auf die Tatsache, dass die PCB-Belastung in den bereits fertiggestellten Räumen nun unter dem Zielwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft liegt, sagte Schartz: "Wir haben erfolgreich saniert." Elternsprecherin Ulla Kolling bestätigte das: "Heute ist ein Tag, um sich zu freuen. Wir können jetzt durchatmen, weil so viele durchgehalten haben." Schülersprecher Tobias Thurnes sagte: "Am Anfang war das mit dem PCB schon schockierend. Man macht sich Gedanken, ob man selbst belastet ist." ax

EXTRA KOSTEN



14 Millionen Euro werden in die IGS investiert. Allein auf die PCB-Sanierung, die auch den Austausch von Fenstern und Möbeln sowie Brandschutzmaßnahmen enthält, entfallen 9,1 Millionen Euro. Der Umbau des Fachklassentrakts kostet zwei Millionen Euro. Von Bund und Land gibt sechs Millionen Euro. ax

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