Neue Farbe steht für den Verbandsgemeinderat Wittlich-Land zur Wahl

Schwarz, Rot, Gelb, Grün, Orange und Blau : Neue Farbe steht für den Verbandsgemeinderat Wittlich-Land zur Wahl

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai wird der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land neu gewählt. Es gibt 140 Bewerber für 40 Mandate.

Das sind die Bewerber für ein Mandat im Verbandsgemeinderat Wittlich-Land. Am Sonntag, 26. Mai, wird das Gremium neu gewählt.

CDU In der mit 18 Ratsmitgliedern stärksten Fraktion im Verbandsgemeinderat  rechnet man sich für die neue Legislaturperiode gute Chancen aus: „Wir hoffen, dass wir das Ergebnis der letzten Wahl halten oder gar ausbauen können“, sagt der Fraktionsvorsitzende Manuel Follmann. „Aber wir warten es ab, vertrauen den Wählern und auch darauf, dass sie unsere Arbeit der vergangenen Jahre wertschätzen.“

40 Bewerber hat die CDU an den Start gebracht. „Wie mit Christoph Thieltges (29), der auch für das Amt des Ortsbürgermeisters in Dreis kandidiert, haben wir im Alter zwischen 22 und 68 eine bunte Mischung, Frauen und Männer, unterschiedliche Berufsgrupppen und eine gute räumliche Verteilung unter den Kandidaten.“

Was hat die CDU in der nächsten Legislaturperiode mit der VG Wittlich-Land vor? „Uns geht es nicht um Parteipolitik,  sondern wir wollen mit den Köpfen und mit der Sache überzeugen“, sagt Follmann. Zuerst gelte es das laufende Geschäft zu bewältigen, „aber es gibt Themen, bei denen wir Akzente setzen wollen.“

Große Vorhaben sieht die CDU im Bildungssektor: „Unsere Grundschulen müssen wir weiter auf Vordermann bringen. Wir haben bereits viel investiert, da müssen wir dran anknüpfen und den Ausbau der Grundschulen weiter vorantreiben.“ Das sei insbesondere bei der Digitalisierung notwendig, sagt Follmann. „Wir wollen auch da gute Möglichkeiten für die Kinder zum Lernen schaffen. Aber das Land muss mitziehen und dafür Personal bereitstellen.“ Große politische Themen für die CDU sind auch „die Lebensqualität sowie medizinische Versorgung im Alter. „Da muss die VG weiter am Ball bleiben. Mit den Kommunen müssen wir schauen, was wir beitragen können, um die pflegerischen Angebote vor Ort zu verbessern.“ Im Rahmen ihres Schwerpunktthemas „lebendige Dörfer“ liege der CDU-Fraktion dazu die Stärkung des Ehrenamtes am Herzen.

1. Manuel Follmann, 2. Marianne Kranz, 3. Christoph Berthold Thieltges, 4. Hajo Neumes, 5. Andreas Bayer, 6. Uwe Plohmann, 7. Claudia Becker, 8. Fritz Kohl, 9. Ulrich Wolanewitz, 10. Thomas Pitsch, 11. Georg Fritzsche, 12. Jürgen Weide, 13. Michael Stoffel, 14. Armin Kohnz, 15. Jürgen Mayer, 16. Ulrich Junk, 17. Norbert Müller, 18. Franz-Josef Jung, 19. Ralf Zelder, 20. Franz Josef Krumeich, 21. Alexander Stölben, 22. Hans Feit, 23. Carmen Wagner, 24. Andreas Falk, 25. Sebastian Reihsner, 26. Martin Oppitz, 27. Karl-Josef Junk, 28. Iris Weber, 29. Thomas Thiesen, 30. Peter Diel, 31. Rainer Ernst, 32. Reinhold Meuers, 33. Björn Müller, 34. Markus Peter Meyer, 35. Sylvia Stoffel-Leuchter, 36. Christian Hoffmann, 37. Lukas Pontius, 38. Manuel Kisgen, 39. Walter Raskop, 40. Waltraud Braun

FWG Zweitstärkste Kraft im Rat seit 2014 mit neun von 37 Sitzen sind die Freien Wähler in Fraktion mit Gerd Meyer von der ÖDP. Der amtierende Fraktionsvorsitzende Ulrich Müller aus Landscheid ist zuversichtlich, dass die FWG in Kombination mit Meyer von der ÖDP ihre Fraktionsstärke im Rat halten kann. Zwei Mandate mehr hält er aber auch für möglich. „Viele unserer Bewerber sind Ortsbürgermeister. Wir sind mit den Gemeinden verwurzelt.“

Für die neue Liste habe man aufgerüstet und mehr Kandidaten aus dem Bereich der ehemaligen VG Manderscheid ins Boot geholt. Warum sollten die Bürger die FWG wählen? „Wir haben eine durchmischte Liste, sind sehr sachbezogen, nicht ideologisch und haben zurückliegend eine realistische Politik geleistet. Thematisch gehe es der FWG in einer nächsten Partie in erster Linie um die Themen Kita und Grundschule, sagt Müller, der auch erneut den Fraktionsvorsitz übernehmen würde. „Wir kämpfen dafür, dass die Finanzierung durch das Land besser wird.“ Grundschulen und Kitas vor Ort seien von größter Bedeutung, sagt Müller, „denn sonst verlieren wir junge Familien.“ Die Finanzierung durch das Land, das ja auch Anforderungen stelle, wie eine Kita auszusehen habe, müsse unbedingt verbessert werden.

Ein weiteres Themenfeld, das die FWG künftig stärker beackern wolle, sei die „Entbürokratisierung“. Der Bürger müsse einen direkteren Zugriff auf die Verwaltung bekommen, sagt Müller. „Das sind Servicebetriebe für den Bürger und keine Obrigkeitsbehörden. Wir müssen unsere Verwaltungen zu Servicebetrieben umbauen.“

1. Ulrich Müller, 2. Manfred Hower, 3. Alois Meyer, 4.Karl-Heinz Hubo, 5. Simone Höfig, 6. Gerd Meyer, 7. Tobias Stadtfeld , 8. Norbert Kraff, 9. Reinhard Thielen, 10. Elisabeth Stoffel, 11. Helmut Raskop, 12. Peter Kranz, 13. Martin Esch, 14. Josef Simon, 15. Stephan Müllers, 16. Michael Comes, 17. Udo Messerig, 18. Rainer Steilen, 19. Daniel Horsch, 20. Bernhard Wilms, 21. Gottfried Eltges, 22. Elke Krumeich, 23. Hubert Hoffmann, 24. Claudio Martines, 25. Sylvia Bergmann-Böhmer, 26. Ralf Fritsche, 27. Eva Müller, 28. Ludwig Schmitz, 29. Rudolf Hayer, 30. Heike Ensch, 31. Andreas Becker, 32. Arnold Kaiser, 33. Johannes Müller, 34. Stefan Zens, 35. Thomas Messerig, 36. Stefan Marx, 37. Jonas Kläs, 38. Georg Fox, 39. Heike Oeffling-Messerig, 40. Günter Krämer

SPD Bei den Sozialdemokraten setzt man auf Erfahrung. Auf dem ersten Listenplatz findet sich die 66-jährige Hetzeratherin Angelika Brost, die den Fraktionsvorsitz der SPD im VG-Rat bereits seit 2004 bekleidet. 25 Bewerber schickt die SPD, die derzeit sechs Mitglieder im Rat hat und den zweiten Beigeordneten stellt, ins Rennen.

„Wir haben eine sehr ausgewogene Liste zwischen den Geschlechtern, viele Berufsgruppen und Generationen sind vertreten. Schön wäre es, wenn wir wieder die zweitstärkste Kraft im Rat würden“, sagt Brost, die bereits seit drei Legislaturperioden den Fraktionsvorsitz innehat. Politisch stehe für die SPD die „Erhaltung des ländlichen Raums mit Lebens- und Wohnqualität“ im Vordergrund. Die SPD wolle sich dahingehend auch für einen schnelleren Ausbau des Internets „auch in kleinen Orten“ einsetzen, wo die Bandbreite teilweise noch sehr gering sei.

„Im Vordergrund steht für uns der Erhalt unserer Schulstandorte.“ Dabei sei die Qualität des Schulessens, das bislang erst an zwei Standorten in der VG frisch gekocht werde, noch verbesserungswürdig. Daneben will sich die SPD für eine gute Aussattung der Feuerwehren und deren Nachwuchs stark machen sowie die Windenergie und die Photovoltaik in der Verbandsgemeinde vorantreiben. „Auch die Unterstützung des Ehrenamtes und der örtlichen Vereine, die das Leben in unseren Gemeinden prägen, ist von Bedeutung“. sagt Brost.

1. Angelika Brost, 2. Lothar Komes, 3. Rita Aloisia Olk, 4. Rafael Graw, 5. Heinz-Helmut Boschan, 6. Ursula Tutt, 7. Jörg Sponholz, 8. Melanie Krames, 9. Mario Hutter, 10. Sonja Hegner, 11. Matthias Stoffel, 12. Lea Hornung, 13. Holger Moll, 14. Angela Fuchs, 15. Hermann Stoffels, 16. Simone Seideneck-Berndt, 17. Helmut Sungen, 18. Kerstin Brost-Schönhofen, 19. Nico-Klaus Toppmöller, 20. Liane Bill, 21. Andreas Walber, 22. Vanessa Brost, 23. Heinz Tutt, 24. Alois Debald, 25. Erich Walber

Grüne Trotz des aktuell positiven Bundestrends für die Grünen will sich Günther Theis, Fraktionsvorsitzender, nicht zu Spekulationen hinreißen lassen und sagen, dass er seiner Partei im künftigen Rat mehr Mandate zutraue. „Wir hoffen, dass wir mehr bekommen, aber der Wähler hat das Wort.“ Die Grünen sind im Rat aktuell mit zwei Mitgliedern vertreten. Für die neue Legislaturperiode haben sie 16 Bewerber an den Start gebracht. „In Anbetracht dessen, dass die Kommunen zur Gestaltung kaum mehr Geld in den Kassen haben, sind das relativ viele Bewerber, mit denen wir gut aufgestellt sind“, sagt Theis. Auf Listenplatz zwei und drei finden sich neue Gesichter. Der 49-jährige Notfallsanitäter Theis, der auf dem ersten Listenplatz steht, sagt, er werde gerne auch erneut für den Fraktionsvorsitz kandidieren. In einer nächsten Partie werde man politisch dem grünen Motto „Hier ist Zukunft zuhause“ folgen, sagt Theis. „Damit unsere VG attraktiv und lebenswert bleibt, müssen wir die Infrastruktur nicht nur in den größeren Orten wie Salmtal, sondern auch in der Fläche wie in Bettenfeld, Manderscheid und im Heckenland verbessern.“

1. Günter Theis, 2. Eugen Schneider, 3. Günter Esch, 4. Birgit Theis, 5. Jennifer Roegler, 6. Claudia Laux, 7. Florian Reis, 8. Adelheid Esch, 9. Friedhelm Weber, 10. Melina Schmitz, 11. Jan Moritz, 12. Erika Hill, 13. Bernhard Schwientek, 14. Edith Schleidweiler, 15. Philipp Roegler, 16. Jörg Zimmer

FDP Mit 15 Bewerbern geht die FDP ins Rennen. Die Freien Demokraten sind aktuell mit zwei Mandatsträgern im Rat vertreten. Auf dem ersten Listenplatz steht nur nicht mehr die Hetzeratherin Rita Wagner, sondern Daniel Müller aus Bergweiler. Der selbstständige Unternehmer kann langjährige lokalpolitische Erfahrung vorweisen, die er im Ortsgemeinderat Bergweiler gesammelt hat. „Ich halte es für realistisch, dass wir unsere Stärke im VG-Rat halten. Schön wäre es, wenn wir auf drei bis vier Mandate kämen.“ Zur lokalen Agenda der FDP gehöre die Digitalisierung der Behörden und Behördengänge, erklärt Müller. Zudem sei der Breitbandausbau wichtig. „Aber auch die Förderung des Ehrenamtes –  insbesondere im Bereich der Feuerwehr und des Rettungsdienstes.“

Zudem fordert Müller Mut zur Streitkultur. „Man darf sich auch schon mal, wenn es um die Sache geht, im Guten streiten und im Rat darf gerne mehr debattiert werden, wenn es der Sache dienlich ist.“

1. Daniel Müller, 2. Dirk Rieb, 3. Peter Rob, 4. Stefan Thoma, 5. Rita Maria Wagner, 6. Dirk Vogler, 7. Jörg Follmann, 8. Matthias Breitbach, 9. Detlef Briem, 10. Karin Niehues, 11. Benedikt Bermel, 12. Heribert Nesseler, 13. Michael Schmitz, 14. Bernhard Clemens, 15. Berthold Dietzen

AFD Das erste Mal mit dabei ist die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Wahl zum Verbandsgemeinderat. Vier Bewerber stellt die Partei, deren Kreisverband sich erst 2014 gegründet hat. „Vier sind nicht die Welt, aber ich kann die Bedenken vieler Parteimitglieder, die nicht kandidieren wollen, verstehen“, sagt Brigitte Hoffmann, welche die Liste der AfD anführt. „Da uns einige unterstellen oder Bedenken schüren, wir seien Nazis, haben unsere Kandidaten unter Umständen beruflich mit Repressalien zu rechnen.“ Als ehemalige CDU-Wählerin, sagt Hoffmann, habe sie ihre Einstellung nie geändert, „aber die CDU ist nach meiner Auffassung weiter nach links abgedriftet und darüber hinaus steht unsere Partei für Rechtsstaatlichkeit.“ Die ehemalige Standes­beamtin, die mittlerweile ihren Ruhestand genießt,  hofft auf ein bis zwei Sitze ihrer Partei im künftigen Rat. Für welche politische Themen will sich die AfD  stark machen? „Wichtig ist uns die Infrastruktur auf dem Land. Wir müssen gegen die Landflucht ankämpfen und dafür sorgen, dass Menschen so lange wie möglich auf dem Land wohnen bleiben können.“ Deshalb seien Themen wie die Schließung von Sparkassen-Filialen und Geldautomaten von Bedeutung. „Wir müssen die Sparkassen in die Pflicht nehmen.“ Zudem müsse mehr Geld zur Unterstützung des Ehrenamtes bereitgestellt werden. „Ehrenamtliche Hilfe braucht man zur Unterstützung der Bevölkerung auf dem Land.“ Spielen denn die bundespolitischen Themen, mit denen die AfD für die meisten Schlagzeilen sorgt, auf kommunaler Ebene keine Rolle? „Wir haben hier in der VG Wittlich-Land noch nicht die Situation wie in vielen Großstädten. Aber ich stelle mir schon die Frage, in wie weit eine Gesellschaft Zuwanderung vertragen kann, ohne die eigene Identität zu verlieren. Das muss alles in einem gesunden Verhältnis stehen“, sagt Hoffmann.

VG Wittlich Land. Foto: TV/Schramm, Johannes

1. Brigitte Hoffmann, 2. Hans-Peter Weiler, 3. Arnold Fiz, 4. Anette Coppee