Neue Gästekarte soll Tourismusangebote bündeln

Bernkastel-Kues · Die Umsetzung des Projekts "Gesundheit und Wein" (Vino Sanitas, der TV berichtete) kommt langsam ins Rollen. Erster Schritt ist eine Gästekarte, die möglicherweise schon 2012 eingeführt werden könnte.

Bernkastel-Kues. Das Konzept "Vino Sanitas" (Gesundheit und Wein) soll auf mehreren Säulen aufgebaut werden. Eine davon nimmt langsam Gestalt an: Mit Hochdruck wird an einer Gästekarte gearbeitet. Jeder übernachtende Besucher soll eine solche Karte erhalten, mit der er verschiedene Leistungen in Anspruch nehmen kann. Dazu gehören öffentliche Verkehrsmittel, Parken, Schiffsfahrt und Fahrradverleih. "Der Gast soll damit kostenlos von A nach B kommen", sagt Jörg Lautwein, Leiter des Mosel-Gäste-Zentrums.
Auch für Sehenswürdigkeiten und Ausflugziele soll die Karte gelten - nicht nur in der unmittelbaren Region, sondern auch beispielsweise in Saarburg und Prüm. "Das ist eine Win-win-Situation für alle", sagt Lautwein. "Die Stellen, die die Karte akzeptieren, haben mehr Besucher und die Region hebt sich von anderen Regionen ab." Die Karte soll pro Besucher etwa ein bis zwei Euro kosten, für die Gäste aber kostenlos oder im Übernachtungspreis mit inbegriffen sein.
Die Resonanz auf die Gästekarte sei bisher sehr positiv, viele Betriebe hätten bereits Interesse angemeldet, sagt Lautwein. "Im Herbst werden wir nun die Gespräche mit den Betrieben und Unternehmen führen. Wir hoffen, die Karte 2012 einführen zu können."
Weiter in der Planungsphase ist das Wellnesszentrum auf dem Kueser Plateu mit dem Arbeitstitel Gesundheitsterassen. Von Bernkastel-Kues aus soll diese Therme kaum zu sehen sein, da sie vorwiegend aus Glas bestehen und die Dächer begrünt werden sollen.
Dieses ehrgeizige Projekt muss allerdings erst noch genehmigt werden, denn eigentlich ist es nicht vorgesehen, auf diesem Gebiet zu bauen. "Die ganze Sache muss also von Grund auf aufgerollt werden", sagt Lautwein. "Daher gibt es hierfür auch noch keinen Zeitplan."
Außerdem wird zurzeit das Marketing für das Projekt "Vino Sanitas" vorbereitet. Hierfür wird derzeit ein Corporate Design entwickelt, also das Erscheinungsbild und das Logo des Projekts. alo
Bernkastel-Kues hatte sich 2009 an einem Ideenwettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz für Heilbäder und Kurorte beteiligt. Mit vier anderen Kommunen ging sie als Sieger hervor. Leitgedanke für das Konzept "Vino Sanitas" ist die positive gesundheitliche Wirkung, die den aus der Rebe gewonnenen Produkten attestiert wird. Dazu gehören zum Beispiel Traubenkernöl (für Massagen) und Traubenkernmehl (Packungen). Der Masterplan des Projekts (Kosten: rund 100 000 Euro) wurde zu 80 Prozent vom Land gefördert. Seitdem wird an der Umsetzung des Projekts gearbeitet, das insgesamt etwa zehn Millionen Euro kosten soll. cb/alo

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