Neue Gipfelattraktion bald vollendet

Neue Gipfelattraktion bald vollendet

Die Arbeiten sind im vollen Gange: In drei bis vier Wochen soll die Neugestaltung des Erbeskopf-Plateaus fertig sein (der TV berichtete). Noch sind die Einwohner des Ortes Deuselbach unterhalb des Erbeskopfes skeptisch.

Erbeskopf/Deuselbach. Auf der Erbeskopf-Kuppe sieht es aus wie in einer Kraterlandschaft: Die Erde ist aufgeschüttet, überall liegen Steine und Holzplatten. Eine Planierraupe wälzt den Boden auf dem Plateau platt, im Hintergrund ist eine Sägemaschine zu hören. In Richtung Hunsrückhaus verkleiden Arbeiter ein großes Metallgerüst mit Holz.
Aussicht über das Moseltal


Trotz Baustelle ist bereits zu erahnen, wie die 16,5 Meter hohe Statue Windklang - die trotz des Namens keine Töne erzeugen wird - demnächst auf dem Erbes kopf thronen wird. Bis Ende des Monats sollen, je nach Wetterlage, die meisten Arbeiten auf dem Plateau fertiggestellt sein. Dann können Besucher das Kunstwerk direkt im Anschluss an den Saar-Hunsrück-Steig betreten und von ihr aus die Aussicht über das Tal genießen. "Gleichzeitig wird sie ein Zeichen in der Landschaft setzen", sagt der Lünebacher Bildhauer Christoph Mancke. Der Künstler hatte im Team mit dem Trierer Büro für Landschaftsarchitektur Ernst und Partner einen Ideenwettbewerb für die Neugestaltung der Erbes kopf-Kuppe gewonnen.
Auch das gesamte Plateau wird in wenigen Wochen völlig verändert aussehen. Um die Kuppe wird ein etwa 500 Meter langer Rundweg herumführen. In der Mitte der Kuppe wartet ein Info-Point auf die Besucher: Dort ist schon jetzt eine Karte von Rheinland-Pfalz zu sehen, mehrere Betonblöcke zeigen in Richtung der weiteren Erhebungen im Umkreis. Die Länge der Blöcke entspricht maßstabsgetreu der Entfernung zu den jeweiligen Gipfeln, wie zum Beispiel den Usar- und den Ringelkopf.
Die Neugestaltung des Plateaus soll eine zusätzliche Motivation schaffen, den Berg zu erklimmen. "Er hat eine große Bedeutung für den Tourismus", sagt Klaus Hepp, Betriebsleiter im Winterbetrieb des Erbeskopfs. "In der vergangenen Saison hatten wir etwa 220 000 Wintersportler zu Gast sowie 80 000 Wanderer oder sonstige Besucher."
Deuselbacher kritisieren Projekt


Rund 800 000 Euro kostet das Projekt inklusive Skulptur, Info-Point, Wegeanlage und Parkplätzen. Das Land bezuschusst das Projekt mit 554 000 Euro, Bauherr ist der Zweckverband Erbes kopf. Zwei Schönecker Firmen - Stahlbauer Görres und Holzbau Floss - fertigen die Skulptur an.
Im Ort Deuselbach, unterhalb des Erbeskopfs gelegen, ist von den Arbeiten nichts zu spüren. Einige der Einwohner haben eine klare Meinung zu dem, was gerade in rund 816 Metern Höhe passiert. "Es gäbe bessere Möglichkeiten, das Geld zu nutzen", sagt Rüdiger Manz. "Die Renovierung der Hauptschule in Thalfang wird seit Jahren hinausgezögert."
Ähnlich sieht es Edgar Blatt: "Hier wird sehr viel Geld ausgegeben, was wir nicht haben. Es wäre besser gewesen, den Erbes kopfturm wieder aufzubauen." Eine junge Frau, die nicht namentlich genannt werden will, sagt knapp: "Das ist rausgeschmissenes Geld." Eine andere Bürgerin will dem Projekt eine Chance geben: "Wenn alles da oben fertig ist, sehe ich es mir an - erst dann kann ich mir eine Meinung bilden."
Auf dem Erbeskopf kann Zimmerer Jochen Floss die Sorgen der Bewohner zum Teil nachvollziehen. "Es ist manchmal schwer, den Nutzen zu sehen, solange sich alles noch im Aufbau befindet. Aber wenn das Plateau erst mal fertig ist und die Touristen mehr Geld in die umliegenden Orte bringen, werden die Kritiker sicher bald überzeugt sein."