Neue Hoffnung für die Gleise dank Nationalpark

Neue Hoffnung für die Gleise dank Nationalpark

Der Verein Hunsrückbahn legt die Bahnstrecken Morbach-Büchenbeuren und Hermeskeil-Türkismühle still, weil er die erforderlichen Investitionskosten, die Rede ist von 2,3 Millionen Euro, für den Betrieb nicht tragen kann. Das Umweltministerium prüft, ob die Strecken für den künftigen Nationalpark genutzt werden können.

Morbach/Hermeskeil. Die Hunsrückbahn vom Rhein-Main-Gebiet zum Flughafen Hahn ist in den vergangenen Tagen wieder Teil der Medienberichterstattung gewesen. Bis 2016 will die Landesregierung hier Baurecht schaffen. (der TV berichtete).Erlaubnis zur Stilllegung


Anders sieht es in der Verlängerung von Büchenbeuren nach Morbach sowie von Hermeskeil nach Türkismühle aus. Mit Bescheiden vom 12. August wurde dem bisherigen Betreiber der Abschnitte, der Hunsrückbahn e.V., die Erlaubnis erteilt, die Strecken stillzulegen, sagt Joachim Winkler von der Pressestelle des Ministeriums für Inneres, Sport und Infrastruktur in Mainz.
Bis zum 31.Oktober hat Bernd Heinrichsmeyer von der Hunsrückbahn Zeit, dies gegenüber dem Land zu erklären, sagt Winkler. Dann ist der Betreiber raus aus der Pflicht, die Strecke fahrbereit zu halten.
Die Pachtverträge mit der Bahn habe er zum 31. Dezember gekündigt, sagt Heinrichsmeyer. Danach gehen die Streckenabschnitte wieder an die Deutsche Bahn zurück. Vor der Stilllegung hatte der Betreiber die Verbindungen öffentlich ausgeschrieben, doch keine Resonanz darauf erhalten.
"Die Strecke ist insgesamt in gutem technischen Zustand, hat aber einige Mängel, die beseitigt werden müssen", sagt Heinrichsmeyer. Doch der Verein Hunsrückbahn habe das notwendige Geld nicht, sagt er.
Als Investitionsbedarf hatte er im April für die Hermeskeiler Strecke zwei Millionen Euro, für die Verbindung von Morbach nach Büchenbeuren 300 000 Euro in den nächsten fünf Jahren genannt.
Wie geht es weiter? Sobald Heinrichsmeyer die Strecke still gelegt und dies dem Land angezeigt hat, will das Land auf die DB Netz zugehen und die Kosten für die weitere Sicherung der Trasse schätzen lassen, sagt Winkler. Auf dieser Grundlage müsse dann eine Entscheidung zur weiteren Sicherung der stillgelegten Strecke erfolgen.
Doch ist nicht damit zu rechnen, dass im nächsten Schritt die Gleise bereits abgebaut werden. Denn das Ministerium für Umwelt, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, untersucht, wie der künftige Nationalpark verkehrstechnisch erschlossen werden kann und hat ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben, sagt Pressesprecher Axel Henke. In diesem Gesamtkomplex sollen auch die Hunsrück- und die Hochwaldbahn ein Thema sein. Nach derzeitiger Planung soll das Gutachten im Frühjahr 2015 vorliegen.Perspektiven erhalten

Ob die roten Züge wieder im Hunsrück fahren werden, ist derzeit ungewiss. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling.


Bereits im April dieses Jahres hatte das Ministerium mitgeteilt, dass in Hinsicht auf die Entwicklung der Nationalparkregion der Erhalt der Strecke wünschenswert wäre. Allerdings müssten entsprechende Planungen immer unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit stehen. Das Umweltministerium setze die Prioritäten beim Aufbau des Nationalparks selbst.
Inzwischen ist auch der rheinland-pfälzische Bürgerbeauftragte Dieter Burgard aufgrund einer Eingabe des Birkenfelders Peter Pandel in die Vorgänge der Hunsrückbahn involviert. Pandel setzt sich für einen Erhalt der Bahnstrecken ein. Das Ministerium wolle eine vorzeitige und irreversible Stilllegung verhindern, schreibt Burgard. Bei einer gestuften Entscheidungsfindung sollen jeweils Perspektiven für die Strecke erhalten und eröffnet werden.

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