1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Neue Idee – volles Zelt am Sonntagabend

Neue Idee – volles Zelt am Sonntagabend

MONZELFELD. Ein Jubiläum allein füllt noch lange kein Festzelt. Daher hat der Monzelfelder Musikverein seinen 80. Geburtstag im Rahmen der Kirmes gefeiert. Und das mit vielen Gastvereinen, von denen sich einige als olympiatauglich bewiesen haben.

19 Uhr am Sonntagabend ist meist die Zeit, zu der sich Gäste eines Jubiläumswochenendes auf den Heimweg machen. Bei der Monzelfelder Kirmes ist das dieses Mal aber anders. Auffallend viele Menschen strömen zum Festzelt an der Bürgerhalle. Was sie so magnetisch anzieht, ist die Aussicht, sich zum 80. Geburtstag ihres Musikvereins "Cäcilia" eine Musikerolympiade anzuschauen. Oder doch eher anzuhören? So genau weiß das eigentlich keiner. Denn Stefan Thoes, der sich sechs Disziplinen ausgedacht hat, hat ebenso dicht gehalten wie eingeweihte Musikerkollegen. Auf die Bühne geschleppte Holzklötze mit leicht angeklopften Nägeln lassen zwar erahnen, um was es in der ersten Runde geht. Doch irgendwie scheint das nicht alles zu sein. Als die Olympioniken - Musiker der am Abend aufspielenden Gastvereine - mit ihrem Handwerkszeug konfrontiert werden, ist das Gelächter daher groß. Mit den für diesen Abend eigens angefertigten Zick-Zack-Stiel-Spezialhämmern kann nur der eine oder andere Zufallstreffer zum Ziel führen. Der Kommentar eines ansonsten erfahrenen Wettkampf-Handwerkers: "In Platten geht das Nageln irgendwie einfacher." Doch auf die Teilnehmer warten noch kniffligere Disziplinen. So müssen sie beispielsweise zum möglichst lange angehaltenen Ton eines Vereinskollegen mit "Wasserschuhen" über die Bühne stapfen. Doch dafür schnellt die Stimmung im Festzelt rasant nach oben. "Das ist wirklich schön", freut sich der im Zuschauerraum sitzende Ehrenvorsitzende Rudi Klein. "Das ist mal was anderes und lockert die Atmosphäre ein bisschen auf", pflichtet ihm Augustinus Bohn bei. Genau das hatten sich die Organisatoren, die musikalisch den Anweisungen ihres Dirigenten Axel Weber folgen, auch erhofft. "Der Sonntagabend ist ja immer der leidige Festtag", verrät Vorsitzender Hans-Josef Schommer die Beweggründe für die Idee, den Abend nicht nur musikalisch, sondern lustig aufgelockert zu gestalten. Außerdem biete die Olympiade den Vereinen die Möglichkeit, auch mal sonntagabends zu spielen. "Man muss auch mal andere Wege gehen", so Schommer. Bewährt habe sich dieses Konzept bereits vor fünf Jahren - damals allerdings bei einer dorfinternen Vereinsolympiade. Die Zahl der Besucher, die über das Wochenende die Vielfalt von "Dixie" über "Hunsrücker Nachtschwärmer" bis zum Repertoire weit gereister oder benachbarter Musikvereine genossen haben, geben den Musikern Recht. "Das Fest wurde sehr gut von der Bevölkerung angenommen", freut sich Schommer. Was nicht zuletzt ein Verdienst seines Stellvertreters Marco Schell sei, in dessen "goldener Hand" alle Fäden zusammengelaufen seien. Ihren Teil zum Gelingen des Festes beigetragen haben aber auch Aktive wie Schriftführer Klaus Roth oder Torsten Schmitt, der die Festschrift verfasst hat.