1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Stadtbild: Neue Ideen für attraktiven Marktplatz

Stadtbild : Neue Ideen für attraktiven Marktplatz

Gastronomen und Einzelhändler machen sich Gedanken um das Herzstück der Bernkasteler Altstadt. Vorrangig geht es darum den Lieferverkehr in geordnete Bahnen zu lenken.

Für Urlauber und Tagesgäste ist der mittelalterliche Marktplatz in Bernkastel-Kues ein Muss. Er ist mit seinen Fachwerkbauten das Herzstück der verwinkelten Altstadt, die Jahr für Jahr Anziehungspunkt für Millionen von Menschen ist. Im Winter hat man ihn manchmal für sich allein, von Ostern bis Ende Oktober herrscht dort jeden Tag Hochbetrieb, wobei es ab 18 Uhr auch schlagartig ruhiger wird.

Die Altstadt ist seit der Eröffnung des Burgbergtunnels im Jahr 1997 autofrei. Geschäfte, Hotels und Lokale müssen aber beliefert werden. Bis 11 Uhr morgens ist das erlaubt. Doch es kommt regelmäßig vor, dass sich Besucher und Lieferfahrzeuge nach dieser Zeit in die Quere kommen. Ein Umstand, der immer wieder Stoff für Diskussionen hergibt.

Im vergangenen Jahr organisierte die Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues auf Initiative der Geschäftsleute einen Kreativworkshop. Es wurde darüber diskutiert, wie die Atmosphäre auf diesem markanten Platz verbessert werden kann. Der Tenor vieler Teilnehmer: Durch den oft ungeordneten Lieferverkehr, durch immer mehr geparkte Fahrräder und durch mangelnde Sauberkeit werde das Erscheinungsbild beeinträchtigt.

Bianca Waters und Kerstin Leisen von der Entwicklungsagentur nahmen an diesem Abend eine Reihe von Vorschlägen entgegen:

1. Es sollen feste Lieferzonen eingerichtet werden, um das ungeordnete Halten zu unterbinden. Das Ordnungsamt soll die Einhaltung kontrollieren.

2. Auf der linken Seite zwischen Modehaus Hees und Adler-Apotheke soll eine sogenannte Gastroinsel entstehen und das Abstellen von Fahrrädern verhindern. Auf einem Teil dieses Bereichs ist auch bereits Außengastronomie möglich. Die Flächen sollen neu ausgeschrieben werden. Eine Bewirtschaftung solle von 11 bis 22 Uhr möglich sein.

3. Es soll nach Alternativen für Fahrradstellplätze gesucht werden.

 4. Im Bereich des benachbarten Kirchhofs könnte ein Brunnen entstehen.

5. Am vorhandenen Michaelsbrunnen sollen einladende Sitzmöglichkeiten (ohne Verzehrzwang) geschaffen werden. Dazu soll auch die Fläche vor dem Ratskeller auf ein Niveau gebracht werden.

6., Es sollen weitere Sitzbänke aufgestellt werden.

7. Blumenampeln und begrünte Trennelemente zwischen den einzelnen Flächen der Gastroinsel sollen etwas Natur zwischen das Pflaster bringen.

Auf Wunsch von Stadtbürgermeister Wolfgang Port sollen sich erst einmal die fünf Stadtratsfraktionen Gedanken über die vorgebrachten Ideen machen. Dann könne darüber in größerem Kreis gesprochen werden.

Unter den Geschäftsleuten wird aber schon weiter diskutiert. Er könne verstehen, dass die Gastronomen zusätzliche Flächen für die Außenbewirtschaftung haben wollen, sagt Apotheker Michael Stöck. Er stellt aber die Frage, „ob das auf den Freiflächen sein muss, von denen alle profitieren“. Schließlich sei die Außendarstellung die Einzelhändler per Verordnung auch eingeschränkt.

Die Gastronomen brauchten diese Freiflächen, um gegenüber den Kollegen auf dem Karlsbader Platz konkurrenzfähig zu sein, sagen Salvatore Brugellis und Stefano Mangione, die mehrere Lokale betreiben. Für beide auch ganz wichtig:  Der Lieferverkehr muss um 11 Uhr beendet sein. „Die Gäste haben kein Verständnis, wenn sie auf den Marktplatz kommen und Slalom um die Fahrzeuge laufen müssen“, sagt Mangione. Was alle eint: Das Wissen darum, dass der Marktplatz der wichtigste Teil der Altstadt ist.