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Neue Leitplanken zwischen Lückenburg und Thalfang ärgern Autofahrer

Neue Leitplanken zwischen Lückenburg und Thalfang ärgern Autofahrer

Wegen neu gepflanzter Bäume hat der Landesbetrieb Mobilität im Frühjahr entlang der Straße von Lückenburg nach Thalfang Leitplanken montiert. Begegnet ein Auto jetzt einem Traktor oder einem LKW, kommt es zu Problemen.

Lückenburg. Normalerweise sollen Leitplanken eine Straße sicher machen. Doch auf der Kreisstraße 110, die von Thalfang nach Lückenburg führt, machen sie die Straße eher unsicher, sagt ein Autofahrer, der ungenannt bleiben will. Vor der Ortseinfahrt von Lückenburg stehen auf einer Länge von etwa 300 Metern beiderseits der Straße Leitplanken, lediglich unterbrochen von Abfahrten auf Wirtschaftswege. Bei der engen Fahrbahn ist es ein Problem, entgegenkommenden Autos auszuweichen, wenn man nicht an der Leitplanke entlangschrammen will, sagt der Autofahrer, der sich beim TV gemeldet hat. Der Lückenburger Ortsbürgermeister Reiner Roth gibt ihm recht. "Die Leitplanken sind blödsinnig", sagt er. Das Dilemma beginnt, wenn ein Autofahrer einem Bus, einem Traktor oder einem LKW begegnet. "Früher konnte man auf die Bankette ausweichen und aneinander vorbeifahren, heute ist das nicht mehr möglich", sagt Roth. Stattdessen müssen die PKW-Fahrer auf die Zufahrten für Wirtschaftswege einbiegen und warten, bis die großen Fahrzeuge vorbeigefahren sind. Zahlreiche Verkehrsteilnehmer beklagen die komplizierten Begegnungen, bei denen manche PKW auch schon zurücksetzen mussten, sagt Roth. Einheimische Autofahrer schauen inzwischen weit nach vorne und warten entsprechend früh, aber Ortsunkundige würden sich mit der eng begrenzten Fahrbahn ganz schwer tun, sagt der Ortsbürgermeister. Auch für Fußgänger seien die Leitplanken, die im Frühjahr auf beiden Seiten der Straße montiert worden sind, unangenehm. Roth: "Die wissen bei Verkehr nicht wohin. Nicht jeder kann schnell über die Leitplanken springen, wenn ein Auto kommt."
Doch warum sind die Leitplanken angebracht worden? Der Grund sind die jungen Bäume, die in einem Abstand von drei Metern beidseitig der Fahrbahn gepflanzt worden sind, sagt Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM). Wer die Bäume gepflanzt hat, weiß er nicht. Die Behörde sei bei der Entscheidung über die Notwendigkeit von Schutzeinrichtungen an die Einsatzkriterien der "Richtlinien für Passive Schutzeinrichtungen" (RPS) gebunden, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft hätten. Demnach seien Fahrzeuginsassen bei Hindernissen, die weniger als 7,50 Meter von der Fahrbahn entfernt stehen, vor Anprall zu schützen. "Einen Ermessenspielraum gibt es hier nicht", sagt Bartnick. Im Falle eines Rechtsstreites nach einem Baumunfall würden die Gerichte die RPS als "anerkannte Regeln der Technik" heranziehen. cst