Neue Liste sprengt Parteigrenzen

MANDERSCHEID. Politik, die sich an der Sache und nicht an Partei-Vorgaben orientiert - mit diesem Ziel tritt der Verein Forum Stadtentwicklung zur Wahl in Manderscheid an. Die Forumsmitglieder sollen im Rat ohne Fraktionszwang agieren.

Die Idee zum Verein Forum Stadtentwicklung kam von den Grünen. Wolfgang Moritz berichtet: "Das war vor etwa einem Jahr. Wir waren uns einig, dass das Parteigeklüngel gerade in einer kleinen Stadt wie Manderscheid mit 1500 Einwohnern zu viel Sand ins Getriebe bringt." Es habe Fälle gegeben, in denen eine Partei, nur weil sie dachte, eine andere Meinung haben zu müssen als die Konkurrenten, neue Vorschläge gemacht habe. So etwas soll es mit dem Forum Stadtentwicklung nicht geben. Das Forum will auf Parteipolitik verzichten, die Mitglieder sollen keinem Fraktionszwang unterliegen. Meinungsvielfalt ist beabsichtigt. Die Lösung der Manderscheider Probleme ließe sich in der Regel keinem Parteiprogramm oder einer Ideologie zuordnen, so Moritz. Ursprüngliches Ziel der Initiatoren war es, alle Stadtratsfraktionen mit ins Forumsboot zu nehmen. Moritz: "Wir haben alle angesprochen und stießen auf große Resonanz. Die Hälfte der Leute war dafür." Dann hätten CDU und SPD aber doch abgesagt. Die Begründung: Die Partei brauche vor Ort ein Gesicht, um nicht an Einfluss zu verlieren. Nur ein einzelnes CDU-Mitglied, der ehemalige Bürgermeister Günter Hesse, schloss sich schließlich dem Forum an. Die Freie Liste hingegen ist komplett dabei. Mehr Transparenz und Demokratie - das sind Dinge, die dem Forum besonders am Herzen liegen. Deshalb will es sich dafür einsetzen, dass alle Angelegenheiten, die nicht der Verschwiegenheit unterliegen, zunächst im Rat und dann erst in den Ausschüssen behandelt werden. Alle Ratsmitglieder und auch die Zuhörer hätten dann den gleichen Informationsstand. Moritz: "Dann können die Themen auch in der Bevölkerung diskutiert werden und die Politik hat eine breitere Basis."Bunte Liste, jedoch mit wenig Frauen

Einen Bürgermeisterkandidaten hat das Forum nicht aufgestellt. Ansonsten präsentiert sich die Liste, die im Gegensatz zur im März aufgetauchten Phantomliste echt ist, schön bunt. Landwirte sind genauso vertreten wie ein Arzt, ein Schreiner, ein Kraftfahrer und der Vorsitzende des Gewerbevereins. Erfahrene Kommunalpolitiker gesellen sich zu politisch Unerfahrenen. Der Frauenanteil ist mit fünf von 19 Kandidaten jedoch relativ gering. Die Wahlziele des Forums sind bislang nur sehr allgemein formuliert. In der Präambel der Vereinssatzung heißt es: "Wirtschaftliche, soziale, touristische und landwirtschaftliche Weiterentwicklung ist unser Ziel." Konkreteres soll auf einer Mitgliederversammlung am Donnerstag, 29. April, um 20 Uhr im Postillion entschieden werden. Moritz: "Wir sind froh, wenn viele Bürger ihre Ideen einbringen." Das Forum ist auch an vielen Mitgliedern interessiert.