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Neue Mieter für Klausener Kiosk: Zuckerpfeifen zur Wallfahrt

Religion : Vorfreude auf Zuckerpfeifen und Pilger

Die Klausener Andenkenbuden sind wieder vollständig besetzt. Marlies und Wolfgang Brixius aus Wittlich verkaufen ab jetzt neben Marga Mandernach christliche Andenken. Einige Zuckerpfeifen gehen sogar nach Burkina Faso.

Neugierig schauen die Spaziergänger und Autofahrer zu den Andenkenbuden vor der Kirche, denn hier tut sich momentan etwas. Marlies und Wolfgang Brixius haben die Rollladen einer der beiden Verkaufsbuden geöffnet und sind dabei, ihr Sortiment einzuräumen. Die Zuckerpfeifen sind schon da, und einige haben sie auch schon verkauft. Wolfgang Brixius sagt: „Man merkt schon, dass die Zuckerpfeifen hier einen hohen Stellenwert haben. Gerade eben war eine Frau da, die für ihre Enkel sechs mitgenommen hat.“

Weiter berichtet er: „Drei Kisten gehen demnächst sogar nach Burkina Faso, in Westafrika, wo eine junge Frau aus unserer Gegend in einem katholischen Mädcheninternat ein freiwilliges soziales Jahr macht. Bei einer Hochzeit sind die Zuckerpfeifen für die Gäste eingeplant.“

Das Angebot in ihrem Kiosk an der Wallfahrtskirche, den sie von der Gemeinde gemietet haben, werden sie etwas verändern. Sie wollen Kunstgegenstände aus Benediktbeuern oder Maria Laach anbieten, darunter auch Handschmeichler oder Karten von Sieger Köder, einem deutschen Priester und Künstler, dessen Werk als kraftvoll und farbgewaltig gilt. Marlies Brixius erklärt: „Wir legen viel Wert auf Qualität, wir werden auch Andenken aus Olivenholz anbieten und haben kleine Geschenke, etwa zur Kommunion, im Angebot.“ Süßigkeiten, wird es neben den Zuckerpfeifen und Zuckerstangen keine geben. Kerzen, Rosenkränze, Bilder vom Papst, Kreuze, Kindergebetbüchlein und Rosenkränze bleiben im Angebot.

Auf die Idee, in Klausen religiöse Andenken zu verkaufen, kamen sie durch einen Artikel im Trierischen Volkfreund, in dem der Ruhestand der vorherigen Mieterin Thema war. „Wir wollten nicht, dass diese Tradition zu Ende geht, schließlich war ich schon als Kind mit meiner Oma hier“, sagt die aus Cochem stammende Marlies Brixius. Auch ihr Mann ist schon viel auf Pilgerreisen gewesen. „Als Kind bin ich ebenfalls mit meiner Großmutter gewallfahrtet. Das war, da ich aus dem Saarland komme, dann eher Blieskastel. Später war ich dann in Lourdes, in Spanien und dem Piemont in Italien und habe dort Wallfahrtsorte besucht“, so Wolfgang Brixius. Außerdem interessiert sich der ehemalige Leiter des Jugendhofs in Wolf für Kirchengeschichte.

Ihre Waren bekommen sie von den gleichen Lieferanten wie ihre Vorgängerin, von der sie auch einiges übernommen haben. Schon jetzt haben sie viel Freude an ihrer Arbeit. „Die Klausener sind sehr freundlich und offen uns gegenüber, alle grüßen und man kommt schnell ins Gespräch. Hier ist Leben, das gefällt uns.“ Das sie durch die Bude nicht reich werden, ist beiden klar. „Wir machen das hier aus Freude“, sagt Wolfgang Brixius. Seine Frau fügt lachend hinzu: „Mein Mann lebt damit seine Kindheit aus.“

Während der Wallfahrt will das Ehepaar im Kiosk an der Wallfahrtskirche, was ihnen begrifflich besser gefällt als „Bude“, präsent sein. Durch den Pfarrbrief und ihre Kollegin im Holzhäuschen nebenan sind sie informiert, wann Pilger kommen. „Zudem werden wir uns untereinander absprechen“, so Wolfgang Brixius. Jetzt freuen sie sich erst einmal auf die Wallfahrt, die gleich am 5. Mai mit der größten, der Motorradwallfahrt, beginnt.

Die Eröffnung der Wallfahrtszeit wird mit einem Gottesdienst und einer Lichterprozession am 30. April um 20 Uhr mit Dechant Johannes Jaax gefeiert.