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Neue Nationalpark-App bietet Möglichkeit, sich zu informieren

Neue App verfügbar : Digital im Nationalpark unterwegs

Zwischen den Nationalparktoren Hunsrückhaus und Keltenpark sind bei idealem Ausflugswetter viele Besucher unterwegs. Eine Möglichkeit, sich auch ohne Ranger über die Natur zu informieren, bietet die neue Nationalpark-App.

Schon einige Zeit liegen die Angebote im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wegen der Corona-Pandemie brach (wir berichteten). Und trotzdem scheint die Natur auf die Menschen eine große Anziehungskraft auszulösen. Denn noch nie seien so viele Menschen im Nationalpark unterwegs gewesen wie derzeit, sagt Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamts. Trotz Lockerungen startet seine Behörde behutsam mit den ersten Angeboten. Voraussichtlich ab Anfang Juni sollen Führungen wieder möglich sein, sagt Egidi. „Es wird relativ bald Rangertouren und Angebote mit zertifizierten Nationalparkführern geben“, sagt er. Die Angebote müssten von den zuständigen Landkreisen noch genehmigt werden. Diese lägen für die Landkreise Birkenfeld und Bernkastel-Wittlich schon vor. Es fehlten noch die Rückmeldungen der Kreise Trier-Saarburg und St. Wendel.

Offensichtlich ist dies eine Reaktion auf ein gemeinsames Schreiben von Egidi, der Nationalparkversammlung, Touristikern, Betrieben und diversen Kommunalpolitikern der Region an das zuständige Ministerium. Das Sozialministerium habe mitgeteilt, dass die Öffnung von Museen, Ausstellungen, Galerien und ähnlicher Einrichtungen zulässig seien. Die Rangertouren gehörten zu „ähnliche Einrichtungen“, sagt Egidi. Um diese Angebote wiederzubeleben, habe das Amt ein Konzept für Hygiene und zur Einhaltung der Abstandsregeln ausgearbeitet. Dazu gehört beispielsweise, dass an den Touren maximal zehn Menschen inklusive der Führer teilnehmen können und diese mit Anschauungsmaterial ausgestattet sind, deren Inhalt die Besucher auch mit Abstand erkennen können. „Wir merken einen Zustrom und müssen achtgeben, dass alles ordentlich verläuft“, sagt Egidi.

Unabhängig davon hat seine Behörde jetzt eine Nationalpark-App herausgebracht. Mit diesem digitalen Begleiter kommen die Besucher der Wildnis näher und erfahren einiges über den Nationalpark. High-Tech und Nationalpark schlössen sich nicht aus, sagt Egidi. Die Besucherlenkung könne verbessert und die Menschen auf Wegen gehalten werden.

Ein spezieller Gag: Nach dem Scannen von kleinen Infotafeln erscheint ein Ranger auf dem Bildschirm und bietet für Besucher die Möglichkeit, ein Selfie mit dem virtuellen Ranger zu schießen. Die Nationalpark-App verbindet alle Sehenswürdigkeiten des Nationalparks, so dass für Traumschleifen, Nationalparktore und weitere Attraktionen keine separate App mehr erforderlich ist. „Nachhaltige Umweltbildung und Besucherinformation müssen die Menschen erreichen und emotional überzeugen“, sagt Mariam Landgraf, die für die Produktentwicklung verantwortlich ist. Die App sei eine gute und neue Ergänzung der bestehenden Angebote und könne so ein niederschwelliger und unterhaltsamer Einstieg in den Nationalpark sein.

Doch auch wenn sich der Nationalpark in einigen Punkten wieder öffnet, so sind aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht alle Angebote verfügbar.

So bleibt die Ausstellung im Nationalparktor Hunsrückhaus nach wie vor geschlossen, da aufgrund der Touch-Screens, Tastaturen und engen Kuben noch nicht klar ist, wie man die Besucher lenken könne. Die Touchscreens könne man auch nicht mit herkömmlichen Mitteln desinfizieren, weil diese die Technik beschädigen könnten, sagt Egidi.

Für den Keltenpark in Otzenhausen warte man noch auf das Einverständnis des Landkreises St. Wendel. Und auch die Trekking-Camps sind wegen der Problematik, die Toilettenhäuschen zu desinfizieren, noch nicht geöffnet.

 Die Nationalpark-App gibt es kostenfrei im App- und Play-Store. Die Links hierzu und weitere Infos zur App findet man online unter www.nlphh.de/app