Neue Orchester und eine scheidende Präsidentin

Neue Orchester und eine scheidende Präsidentin

Erstmals waren die neuen "Original Moselfränkischen Musikanten" bei der Mitgliederversammlung des Kreismusikverbandes (KMV) Bernkastel-Wittlich zu hören. Letztmalig war die Präsidentin des Landesmusikverbandes, Landrätin Beate Läsch-Weber, Gast bei den Musikschaffenden.

Thalfang. (doth) "Der Kreismusikverband ist und bleibt mit seinen 4375 aktiven Musikern eine starke musikalische Gemeinschaft", stellte die scheidende Präsidentin des Landesmusikverbandes, Landrätin Beate Läsch-Weber, vor rund 100 Delegierten aus 50 der 98 Vereine im Kreismusikverband Bernkastel- Wittlich bei der Versammlung in Thalfang fest. Sie will bei der Landesversammlung am 14. März in Rodenbach bei Kaiserslautern nicht wieder für dieses Amt kandidieren.

Der Kreismusikverband schickt 23 Delegierte dorthin, um den designierten Nachfolger, den Trierer Landrat Günther Schartz, und Beisitzer Norbert Sartoris zu unterstützen. Beate Läsch-Weber hatte dieses Amt zwölf Jahre inne.

Die scheidende Präsidentin plädiert dafür, Musikschulen voll ins Ganztagsschulsystem zu integrieren, um die Abhängigkeit von "freiwilligen Leistungen" der Zuschussgeber von Land und Kreis zu beenden. "Musik bildet die Persönlichkeit und gehört somit in die Pädagogik", lautet ihre These.

In seinem Geschäftsbericht hob Kreisverbandsvorsitzender Ewald Tonner die hohe Ausbildungsrate hervor: "Von mehr als 1600 Musikschülern werden über 400 Kinder und Jugendliche durch die 20 Lehrkräfte des Kreismusikverbandes ausgebildet." Erfolge bei Wettbewerben seien der Lohn.

Nicht mehr antreten will der Kreisjugendleiter Stefan Wagner für dieses Amt. Er stellte in der Versammlung die Frage: "Gibt es keinen Bedarf an Schulungen oder in den Vereinen kein Interesse an der Arbeit der Kreismusikjugend?" Die rückläufige Teilnehmerzahl bei Instrumentalschulungen sehe er als Kritik an seiner Arbeit.

Kritik kam auch vom Vorsitzenden Tonner beim ehrenamtlichen Engagement: "Viele sagen, bei der Mitgliederversammlung könnte ich ja vorgeschlagen werden. Also gehe ich besser nicht hin." Diese Einstellung sei für das Fortbestehen der Vereine nicht gut.

Eine musikalische Premiere kam nach der Entlastung des Vorstands: Der zweite Vorsitzende des Verbands, Norbert Sartoris, stellte die "Original Moselfränkischen Musikanten" vor, eine Formation, die seit letztem April probt und am 24. April in der Mosellandhalle in Bernkastel-Wittlich erstmals vor großem Publikum spielen wird. Dieser Klangkörper hat sich der Pflege der traditionellen Blasmusik mit Polka, Walzer und Marsch verschrieben. Gespielt wird nach Noten des verstorbenen Leiters der "Original Egerländer Musikanten", Ernst Mosch.

Moderne Kommunikationstechnik macht sich das "WKW- Orchester" zunutze. Vorsitzender Horst Müller aus Wittlich ruft Musiker über die Internet- Plattform "Wer kennt wen?" für musikalische Treffs zusammen. Informationen darüber gibt es natürlich im Internet unter www.wkw-orchester.de.

Der Kreismusikverband Bernkastel-Wittlich informiert auf seinen Seiten unter www.kmv-bks-wil.de über seine Arbeit.

Extra Ehrung zweier verdienter Musikfunktionäre Die scheidende Präsidentin des Landesmusikverbandes, Landrätin Beate Läsch-Weber, zeichnete Peter Fröhlich für 25- jährige Vorstandsarbeit im Kreismusikverband Bernkastel-Wittlich (KMV) mit der Ehrenmedaille in Gold mit Diamant der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände aus. Der amtierende KMV-Vorsitzende, Ewald Tonner, wurde mit dem Landesehrenbrief und dem Ehrenzeichen in Gold für 50-jähriges ehrenamtliches musikalisches Engagement ausgezeichnet. (doth)