Neue Parkplätze für Bahnkunden

Vorfahren, kostenlos parken, abfahren: Ganz nah an den Bahngleisen kann der Zugreisende am Bahnhof in Wittlich-Wengerohr einen Park-and-Ride-Parkplatz nutzen. Auf Kosten der Stadt Wittlich und des Landes soll er um 126 Plätze erweitert werden. Der Spatenstich steht jetzt an.

Wittlich. Die Stadt Wittlich hat ein Herz für Bahnkunden, die mit dem Auto zu ihrer Zugverbindung fahren: Sie wird ihnen, gemeinsam mit dem Land, 126 neue Parkplätze schenken. Diese werden alle gebührenfrei sein, wie die 261 Stück, in deren unmittelbarer Nachbarschaft sie entstehen. Bürgermeister Joachim Rodenkirch hat in der Einwohnerversammlung angekündigt, dass in den nächsten 14 Tagen Spatenstich für das Projekt sei. Ein genaues Datum nannte er nicht. Laut bisherigen Informationen kostet die Erweiterung 390 000 Euro, wovon die Stadt rund 100 000 Euro übernimmt. Das Land hat zugesagt, den Rest zu zahlen (der TV berichtete). Die Bahn, deren Kunden vom Projekt profitieren werden, gibt nichts.So war das auch beim vor zehn Jahren eröffneten Park-and-Ride-Platz mit seinen 261 Stellplätzen, der nun erweitert wird. Das damalige Projekt hatte 1,9 Millionen Euro gekostet, wozu das Land 1,2 Millionen Euro beigesteuert hatte - ohne einen Cent von der Bahn. Damals hieß es, täglich führen mehr als 1100 Menschen in Wengerohr per Zug an und ab. Und ein Park-and-Ride-Angebot gab es nur direkt am Eingang des Hauptbahnhofes rund 100 Plätze. Viel zu wenig. Damals haben sich die Wengerohrer beklagt, dass Bahnreisende sich im Ort einen kostenlosen Abstellplatz gesucht haben. Das Bahngelände ist nicht nur zu klein, sondern auch weniger beliebt, weil vermietet und gebührenpflichtig. Das ist der im Juni 2005 eröffnete neue Park-and-Ride-Platz mit 261 Stellflächen nicht. Das Extra-Angebot ist längst an seine Grenzen gestoßen. Immerhin halten rund 80 Züge an Werktagen an den Gleisen, und laut einer neuerlichen Zählung der Bahn steigen mittlerweile rund 2000 Reisende täglich in Wengerohr in oder aus dem Zug. Wie ehemals rund um den Bahnhofsvorplatz, suchen sich nun die Reisenden auch rings um das auf der anderen Gleisseite im Industriegebiet gelegenen Gelände einen Stellplatz, wo eigentlich keiner mehr ist: Am Straßenrand und auf Grünflächen macht sich eine Blechlawine breit. Fotos davon hat auch der Stadtrat längst gesehen, wenn er nicht persönlich die Situation vor Ort kennt, wie Landtagsabgeordnete und Stadträtin Elfriede Meurer, CDU, die selbst den Zug gen Mainz nutzt. Ihre Fraktion hat auch 2012 den Antrag auf die Erweiterung im Stadtrat gestellt. Nachdem die Förderzusage des Landes gegen Jahresende vorlag, wurde das Vorhaben direkt ausgeschrieben. Vielleicht hat das Parkchaos schon zu den Sommerferien ein Ende. Als der Stadtrat im November endgültig zustimmte, hieß es, Baubeginn solle im Frühjahr und -ende am 31. Juli sein. Meinung

Ganz schön komfortabelBahnreisende werden sich über die guten Nachrichten aus Wittlich freuen: Kostenlos nahe am Gleis parken ist ein Super-Service. Dass das Angebot gebührenfrei bleibt, weil es ein gefördertes Projekt ist, hat der Bürgermeister schon vor dem Spatenstich verkündet. In Ordnung ist das nicht wirklich. Klar freut sich jeder, wenn er keinen Cent zahlen muss, und es wird die ärgern, die sich über die neuen Gebühren im Stadtzentrum aufregen. Dass die Bahn finanziell beim Bau nicht mit ins Boot zu kriegen ist, ist ein offenkundiges Unding, zumal sie ihren eigenen Parkplatz bewirtschaften lässt, was sich zu lohnen scheint. s.suennen@volksfreund.de