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Neue Regeln des A.R.T. für die Müll-Abholung sorgen für Berg aus Elektronikschrott in Wittlich

Kostenpflichtiger Inhalt: Parkplatz oder Müllhalde? : Neue Regeln des A.R.T. für die Müll-Abholung sorgen für Berg aus Elektronikschrott in Wittlich

Seit dem Jahreswechsel wird Elektro-Müll im Landkreis nicht mehr abgeholt. Doch mancher Bürger scheint die neuen Regelungen des A.R.T. nicht zu verstehen. Große Elektronikmärkte müssen nicht alle Altgeräte annehmen.

Ist das noch ein Parkplatz oder schon eine Müllhalde? Diese Frage musste man sich stellen, wenn man bis vorige Woche den Parkplatz eines Wittlicher Elektronikmarktes im Vitelliuspark betreten hat. Dort türmten sich unzählige ausrangierte Waschmaschinen, Kühlschränke neben unzähligen anderen Elektrogeräten, die den Dienst quittiert haben. Kunden – und offenbar auch viele andere Bürger aus der Region – hatten dort seit Jahresbeginn Massen an Elektroschrott abgeladen. So hatte sich ein Teil des Parkplatzes nach und nach in eine Müllhalde für Elektroschrott verwandelt.

Doch wie kam es dazu? Und hat die Entstehungsgeschichte dieses Elektroschrottbergs etwas mit der Umstellung des Abfuhrsystems zu tun? Denn seit dem Jahreswechsel hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) die Abholung von Elektroschrott auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich eingestellt. Seit dem 1. Januar 2020 gelten auch dort neue Regelungen für die Entsorgung, die fortan der Bürger proaktiv und selbst in die Hand nehmen muss.

Aber in Anbetracht eines Schrottberges solchen Ausmaßes stellt sich die Frage: Läuft da vielleicht etwas schief? Verstehen vielleicht noch nicht alle Bürger das neue Regelwerk des Entsorgers A.R.T.? Denn über 400 Quadratmeter große Elektronikmärkte müssen größere Altgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen nur zurücknehmen, wenn der Kunde auch ein vergleichbares Neugerät kauft. Beliebige Kleingeräte wie Toaster oder alte Computer müssen die Märkte bloß bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern zurückzunehmen.

Allen weiteren Elektroschrott müssen die Gebührenzahler des Landkreises seit Jahreswechsel zur A.R.T.-Annahmestelle in Sehlem bringen. Dort wird Elektroschrott kostenlos angenommen und seiner Entsorgung zugeführt.

Marktleiter Altgeräte, so weit das Auge reicht – möchte man fast sagen. Wie ist der Elektroschrott-Berg in Wittlich entstanden? Wie der Müllberg draußen auf dem Parkplatz nun genau entstanden sei, das habe er nicht so genau mitbekommen“, erklärt der Marktleiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Seine Einschätzung darf man ihm auch gerne glauben, denn der Parkplatz ist – da nicht durch eine Schranke abgeriegelt – für jedermann Tag und Nacht erreichbar. Es sei gut möglich, sagt er, dass dort auch Bürger Elektroschrott abgeladen hätten, zu deren Rücknahme der Markt gar nicht verpflichtet sei. Aber der Schrottberg sei wohl auch deshalb entstanden, da das Unternehmen den Entsorger wechsle und es da eine Umstrukturierung gegeben habe. „Es ist nicht besonders schön, aber man kann es nicht ändern.“

Auf dem Gelände des Elektronikmarktes solle bald ein separater Platz für die Ablagerung der Altgeräte geschaffen werden, sagt der Marktleiter. Mittlerweile ist der Müllberg, der dort über Wochen aufgetürmt worden war, abgefahren worden.

Zweckverband Angesichts des seit Jahresbeginns gewachsenen Müllberges  drängt sich der Eindruck auf, einige Bewohner des Landkreises könnten die neuen Entsorgungsrichtlinien der A.R.T. noch nicht so ganz verinnerlicht haben. Wie sieht man das beim Zweckverband? Mit dem Elektroschrott-Müllberg auf dem Gelände des Wittlicher Elektronikmarktes will der Entsorger jedoch nichts zu tun haben. „Wilder Elektroschrott auf Privatgeländen? Das ist kein Problem der A.R.T.“, sagt Pressesprecherin Kirsten Kielholtz.

Sie bezeichnet das Phänomen jedoch als das allgegenwärtige Problem widerrechtlicher Ablagerungen. „Das ist ein Dauerzustand. Den hat es immer gegeben. Den wird es immer geben. Und das liegt in der Eigenverantwortung eines jeden.“ Wie Kielholtz auf TV-Anfrage erklärt, gebe es bezüglich wilder Müllablagerung und dabei insbesondere beim Elektroschrott seit der System­umstellung im Landkreis Bernkastel-Wittlich kein erhöhtes Aufkommen.

Elektroschrott Wittlich. Foto: TV/Christian Moeris

„Die Leute werden aber sensibler und melden wilden Müll eher.“ Die öffentliche Wahrnehmung, sagt Kielholtz, habe sich verändert. Die Zahlen seien hingegen gleich geblieben. Als zuständige Ordnungsbehörde gehe der Zweckverband jedweder illegalen Müllablagerung, seien es Altreifen oder Elektrogeräte, nach.