Neue Schiffsanleger in Bernakstel-Kues und Traben-Trarbach geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus : Neue Anleger für Flusskreuzer an der Mosel

Immer mehr Hotelschiffe schippern über die Mosel. Ein Trend, den man auch in Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues erkannt hat – und darauf reagiert.

Immer häufiger sieht man auf der Mosel Flusskreuzfahrtschiffe. Kein Wunder, denn die Kreuzfahrten boomen – auch auf Flüssen wie der Mosel.

Insgesamt gab es einer Studie zufolge in Europa 2017 etwa 1,42 Millionen Flusskreuzfahrt-Passagiere, jeder davon hat durchschnittlich 1065 Euro für seine Reise ausgegeben. Laut einer Studie, die auf dem Internetportal statista.com veröffentlicht ist, wurden 2018 im deutschen Markt durch Flusskreuzfahrten mehr als 590 Millionen Euro umgesetzt. Im gleichen Zeitraum haben rund 496 300 deutsche Passagiere eine Flusskreuzfahrt unternommen, Tendenz steigend. Laut dem Branchenverband IG River Cruise war das ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2017. Deutsche Passagiere verbrachten 2018 mehr als 3,5 Millionen Nächte an Bord von Flusskreuzfahrtschiffen.

In der Flusskreuzfahrt gab es 2018 noch zwei nennenswerte Entwicklungen. Zum einen ist das Alter der Passagiere im Schnitt deutlich gesunken. Größte Gruppe bleiben in 2018 zwar die 66- bis 75-Jährigen mit einem Anteil von 31 Prozent. 2017 waren es aber noch mehr als 39 Prozent. Leichte Zuwächse gab es bei den 56- bis 65-Jährigen, deutliche bei den 41- bis 55-Jährigen (von 11,8 auf 18,3 Prozent) und bei den 26- bis 40-Jährigen (von 2,0 auf 8,3 Prozent). Daneben zeichnet sich ein Trend zum Premium- und Luxussegment ab. Budget- und Standardschiffe verloren dagegen.

Nicht nur deshalb sollen etwa in Bernkastel-Kues oder in Traben-Trarbach neue Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe hinzukommen.

Bernkastel-Kues Wie Stadtbürgermeister Wolfgang Port mitteilt, sind in Bernkastel-Kues zwei moderne Schiffsanleger geplant, die die Stadt bauen will. Beide Anleger sollen im Bereich „Thanisch Spitz“, also auf der Kueser Seite am Moselufer Richtung Campingplatz, gebaut werden.

Die Anleger verfügen dann über Strom- und Wasseranschluss und sind für die neuen Großschiffe eingerichtet. Schiffe dürfen nur anlegen, wenn sie diese Anschlüsse auch nutzen. In der Regel fahren diese modernen Schiffe, so Port, ohnehin mit E-Antrieb in die Häfen ein, um die Anwohner nicht mit Abgasen zu belästigen. An der Anlegestelle können sie den Landstrom zum Schiffsbetrieb und zum Aufladen des Hybrid-Antriebes nutzen. Die Stadt erwartet im nächsten Jahr die Baugenehmigung.

Traben-Trarbach In Traben-Trarbach gibt es bereits einen modernen Anleger mit Landstrom-Versorgung, den eine Reederei auf eigene Kosten gebaut hat. Ein weiterer ist in Planung, so Stadtbürgermeister Patrice Langer. Ein Bau von Anlegern auf Kosten der Stadt komme in Anbetracht der Haushaltslage nicht infrage. Der Bau von städtischen Anlegern ist hingegen in Trier geplant, wo die Stadt den Bau von zwei Anlegern plant.

Die Flusskreuzfahrtschiffe haben in jüngster Vergangenheit jedoch nicht nur für Freude in Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach gesorgt. Da die Schiffe, die über Nacht in den Städten anlegen, rund um die Uhr Strom brauchen, müssen entsprechende Aggregate laufen, die wiederum Lärm erzeugen und die Anwohner stören.

Mit Material von dpa