Neue Schlitten, alte Schätzchen

Zum elften Mal laden Bitburger Händler zum Autofestival ein. Neu ist der weniger zentrale Standort der Oldtimershow "Bitburg Classics".

Bitburg Ein Wagen braust gen Sonnenuntergang. Der Fahrer stützt einen Arm aufs Lenkrad, der andere liegt um die Schulter eines Mädchens. Sie trägt Petticoat, er Lederjacke. Im Radio läuft Rock`n'Roll.
Wer an alte amerikanische Autos denkt, hat zwangsläufig solche Bilder im Kopf: Szenen aus Hollywoodstreifen, kirschroter Lack, blitzendes Chrom. "Der American Way of Life wird schon mitschwingen bei den Bitburg Classics", meint Organisator Markus Angel. Was er damit meint: Bei den Bitburg Classics wird es am kommenden Wochenende eine Sonderschau mit US-Autos geben.
Mit dabei sind Modelle wie der Buick Wildcat, der Cadillac Eldorado und der Mustang Fastback. 500 Liebhaber zeigen das Beste aus den Sechzigern, den Siebzigern, den Achzigern - und nichts von heute. Mehr alte Schätzchen gibt es nirgendwo in der Eifel-Mosel-Region zu sehen, verspricht Angel. Und für die Präsentation der Karossen ist in diesem Jahr mehr Platz als zuvor. Denn die Bitburg Classics zieht aus der Dieselstraße in die Graf-Zeppelin-Straße. Der Hintergrund: Das alte Grundstück sei verkauft worden, erklärt der Organisator. Das sei aber kein Nachteil. Die Wiese zwischen den beiden Autohäusern der Firma Schaal liege zwar nicht so zentral. Dafür sei die Fläche 3000 Quadratmeter größer. Direkt nebenan gibt es moderne Wagen zu sehen. Die Händler laden am Wochenende zum Autofestival auf Merlick ein. Die Veranstaltung gibt es inzwischen seit 11 Jahren, die vielen Autohäuser im Industriegebiet allerdings schon wesentlich länger. Dass Bitburg heute als Autostadt gilt, ist nämlich den Amerikanern zu verdanken. Bis in die 1990er-Jahre waren noch rund 12 000 US-Soldaten in der Bierbrauerstadt stationiert. Und sie brauchten Fahrzeuge. Durch die Nachfrage wurde eine Entwicklung angestoßen, von der die Händler heute noch profitieren. Kunden kommen wegen des großen Angebots aus dem Ausland.
Einen Teil dieses Angebots präsentieren die 28 Anbieter am Samstag und Sonntag. ´Sie haben ihre 2000 schicksten Modelle poliert. Sonderangebote auf Gebraucht- und Neuwagen sollen neue Kunden anlocken.
Los geht es Samstag ab 11 Uhr. Die Händler auf Merlick und die Geschäfte in der Innenstadt haben auch am Sonntag geöffnet.
Extra: UND WIE LAUFEN DIE GESCHÄFTE?


"Der Dieselskandal hat die ganze Branche getroffen", räumt Edgar Bujara von der Werbegemeinschaft Autowelt Bitburg ein. Auf Merlick habe sich das aber nicht merklich auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Die lägen unverändert bei etwa 15 000 Wagen im Jahr. Doch die Kunden seien anspruchsvoller geworden, wollten mehr über technische Details wissen. Außerdem sei die Nachfrage nach Elektroautos und Hybriden gestiegen. Und darauf sollten auch die Hersteller reagieren, meint Bujara, weniger für Diesel, stärker für Benziner und alternative Fahrzeuge werben.