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Neue Straße in Hinzerath wird zur Rennstrecke

Morbach-Hinzerath : Neue Straße wird zur Rennstrecke

Bürger aus Hinzerath beklagen sich über rücksichtslose Autofahrer und zu viele LKW.

Eigentlich könnten sich die Hinzerather freuen. Denn nach zweijähriger Bauzeit ist die Ortsdurchfahrt im September 2020 wieder für den Verkehr frei gegeben worden. Die vorher sieben Meter breite Straße ist um rund einen Meter verengt und mit Verkehrsinseln und Schwenkungen versehen worden. Denn ein Ziel bei der Neukonzeption der Straße war es, die Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs abzubremsen. Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde seien keine Seltenheit gewesen, sagt Ortsvorsteher Hermann Moseler.

Und obwohl die Strecke jetzt nicht mehr so breit ausgebaut ist wie vor den Arbeiten: An dem Problem mit den Rasern hat sich nach Aussage von Anwohnern nichts geändert. „Die Straße ist eine Rennstrecke geworden“, sagt Brigitte Staudt, die am oberen Ortseingang wohnt. Eine Verschwenkung, die den aus Richtung Bruchweiler kommenden Verkehr abbremsen soll, bringe nur wenig Erfolg. „Einige fahren links an der Verkehrsinsel vorbei, damit sie nicht den Bogen fahren müssen“, hat sie beobachtet. Speziell die Fahrer im Berufsverkehr morgens und am Spätnachmittag würden schneller fahren als Tempo 50. „Wenn die Polizei morgens da steht, können die gut Geld machen“, sagt sie. „Die Verschwenkungen haben nicht den Erfolg gebracht“, sagt Achim Christ. Die Autofahrer, die ins Dorf einfahren, haben immer noch freie gerade Sicht, was diese dann veranlasst, weiter schnell zu fahren.

Die Straße sieht super aus, sagt der Hinzerather Gerhard Schell. „Wenn die Blumen auf den Verkehrsinseln blühen, haben wir eines der schönsten Dörfer“, sagt er. Wenn nur die Raser nicht wären. Mehrfach hat er LKW beobachtet, die zu schnell fahren. „Die LKW und der rasende Verkehr, das muss geändert werden.“

Ortsvorsteher Hermann Moseler kennt noch mehr Beschwerden von Bürgern über uneinsichtige Raser. „Sehr viele Fahrzeuge werden beobachtet, die aus Richtung Bruchweiler kommen und zu schnell fahren“, sagt er. Von der anderen Seite das gleiche Problem: Die Autofahrer, die von der Hunsrückhöhenstraße nach Hinzerath fahren, müssen zwar in der Kurve am Ortseingang bremsen. „Dann geben sie wieder Gas“, sagt er.

Was will der Ortsvorsteher gegen die Raser unternehmen? Messanlagen, die den Autofahrern die Geschwindigkeit anzeigen, sind ihm zu empfindlich. Denn der Ort hat bereits zwei solcher Messgeräte angeschafft, aber beide sind defekt. Bleibt nur die Polizei: Moseler will Kontakt zur Polizeiinspektion Morbach aufnehmen, damit diese Geschwindigkeitskontrollen veranlasst.Doch auch den Schwerlastverkehr wollen die Hinzerather reduzieren. Der Ortsvorsteher spricht von mehreren hundert LKW pro Tag, die den Ort in Richtung Idar-Oberstein passieren. In der Gegenrichtung ist die Durchfahrt für den Schwerlastverkehr aufgrund der engen Landstraße verboten. Besonders bei den Verengungen und Einbuchtungen stellen die Lastwagen ein großes Gefahrenpotenzial dar, sagt Moseler. Abgesehen davon, dass diese jetzt die neu gelegten Rinnsteine an der Straße beschädigen. Moseler: „Daher fordern der Ortsvorsteher und der Ortsbeirat seit Jahren die Sperrung der L 159 für den Schwerverkehr.“