Neue Technik, neue Werkstatt

Die Berufsbildende Schule Wittlich bekommt für 1,4 Millionen Euro eine KFZ-Werkstatt. Ausgestattet ist sie mit moderner Technik.

Wittlich Zu alt, zu klein, nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand: Die 1974 gebaute KFZ-Lehrwerkstatt der Berufsbildenden Schule (BBS) Wittlich genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Deshalb wird eine neue gebaut. Baubeginn ist bereits in wenigen Wochen, die Kosten sind auf 1,36 Millionen Euro veranschlagt. Das Land zahlt 800 000 Euro (bewilligt sind allerdings erst 135 000), den Rest übernimmt der Kreis Bernkastel-Wittlich als Schulträger. Standort des einstöckigen Flachbaus ist eine Fläche zwischen der Schule und der B 50. In der Werkstatt wird es einen Klassenraum geben. Direkt daneben ist die Lehrwerkstatt mit vier Stellplätzen für Fahrzeuge.
Ausgerüstet wird die neue Werkstatt ferner mit einer Hebebühne, über die die alte Werkstatt nicht verfügte, einem Bremsenprüfstand und einem modernen computergesteuerten Tester. Der Schulleiter der BBS, Alfons Schmitz, sagt: "Die alte Werkstatt war nicht mehr zeitgemäß. Von großem Vorteil ist, dass Theorie und Praxis jetzt besser verzahnt sind." Die Schüler können vom theoretischen Unterricht im gleichen Gebäude sofort in die praktische Anwendung wechseln.
Schmitz: "Gerade lernschwache Schüler sind auf eine Ausbildung am Objekt angewiesen. Außerdem können in der neuen Werkstatt wegen des größeren Platzangebotes kleinere Gruppen an einem Fahrzeug arbeiten. In der Werkstatt erfahren die Auszubildenden auch alles über die Technik von Elektrofahrzeugen. Der Umgang mit elektronischem Strom ist für Mechatroniker, Mechaniker und KFZ-Elektriker zwar nichts Neues. Der Kontakt mit spannungsführenden Hochvolt-Komponenten kann aber gesundheits- oder lebensgefährdende Folgen haben.
Nur fachkundige Personen mit ausreichender Qualifizierung können diese Hochvolt-Fahrzeuge reparieren oder warten."
BBS-Leiter Schmitz hofft, dass die neue Werkstatt im Frühjahr/Sommer 2018 fertig ist. Zum Beginn des Schuljahres 2018/19 könne sie auf jeden Fall bereits genutzt werden.
An der BBS Wittlich werden zurzeit rund 100 KFZ-Mechatroniker ausgebildet.Extra: IMMER MEHR ELEKTRONIK


Die neuen Hybrid- und Elektrofahrzeuge, immer mehr Elektronik an Bord, neue High-Tech-Werkstoffe, neue Servicekonzepte und Reparaturmethoden: Wer heute eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker absolviert, hat mit dem "Autoschrauber" vergangener Tage nicht mehr viel gemeinsam. Der Computer ist als Werkzeug in der KFZ-Werkstatt gleichberechtigt an die Seite des Schraubenschlüssels getreten. Wer seine berufliche Zukunft in der Kraftfahrzeugbranche sieht, dem eröffnen sich heute verschiedene Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Die klassische duale Ausbildung findet im KFZ-Betrieb einerseits und in der Berufsschule andererseits statt. Zusätzlich gibt es heute aber auch noch überbetriebliche Ausbildungsstätten, in denen man seine Fähigkeiten und Fertigkeiten ausweiten und vertiefen kann.