Neue Toiletten-Fragen

Über den Zustand der öffentlichen Toiletten in Idar-Oberstein wurde lange diskutiert. Seit die Anlagen von einer einheimischen Firma kontrolliert wurden, gab es kaum noch Klagen. Doch die Firma hat gekündigt.

Idar-Oberstein. (gav) Seit die Firma Drachenberg die Beaufsichtigung und Reinigung übernommen hatte, gab's kaum noch Klagen über den Zustand der WC-Anlagen in der Stadt. Nun hat die Firma jedoch ohne Angabe von Gründen den bestehenden Vertrag zum 31. Mai gekündigt.Der Bauausschuss vergab die Reinigungs- und Beaufsichtigungsarbeiten neu — an den günstigsten Bieter, die Firma Jürgen Stanger aus Idar-Oberstein. Sie übernimmt für 35 000 Euro jährlich Kontrolle und Reinigung der drei WC-Anlagen. In dem Pauschalpreis enthalten sind Verbrauchsmaterial und Reinigungsmittel. Zudem sollen kleinere Reparatur- und Malerarbeiten übernommen werden, forderte die Ausschreibung. Der nächst höhere Bieter hatte ein Angebot für 79 000 Euro abgegeben. Die Firma Drachenberg, die bisher rund 30 000 Euro für ihre Leistungen erhielt, wie Rolf Dreher vom Gebäudemanagement erklärte, wolle bei erneutem Vertragsabschluss sogar fast 85 000 Euro im Jahr haben.Diese großen Unterschiede veranlassten einige Bauausschussmitglieder zu Nachfragen. "Wir haben alle Firmen geprüft. Es gab keinen Grund für uns, eine auszuschließen", erläuterte Oberbürgermeister Bruno Zimmer. Als Vertragsende habe die Stadt bewusst den 31. Dezember '08 gewählt, um zu verhindern, dass im Kündigungsfall eines der Vertragspartner der Wechsel wie jetzt in die Tourismussaison falle. Rolf Dreher entkräftete weitere Zweifel: "Wir haben mit dem günstigsten Bieter bereits Gespräche geführt. Er weiß, worauf er sich einlässt. Wir haben keine Bedenken, dass er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist."Sorgen bereitet der Stadt dagegen weiterhin die WC-Situation in manchen Parkhäusern, die als öffentliche Toiletten ausgewiesen, aber oft verschlossen sind. "Es kann nicht sein, dass die Toiletten im Parkhaus nicht zur Verfügung stehen", erklärte der Oberbürgermeister, der ankündigte, dass die Verwaltung an einer Lösung arbeite. Ungelöst ist nach wie vor auch die Problematik an der Felsenkirche. Dort gibt es überhaupt keine Möglichkeit, sich zu erleichtern, was gerade Älteren den Besuch des Wahrzeichens zur Tortur werden lassen kann. 60 000 Euro würde der Bau einer WC-Anlage dort kosten. Wegen dieser Höhe wurde die Investition aus dem Haushaltsplan herausgenommen, so Zimmer. Zimmer plädiert dafür, schon am Fuße der Treppen zur Felsenkirche mit Schildern auf diese besondere Situation hinzuweisen.