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Neue Trasse soll Hinzerath entlasten

Hinzerath. Eine neue zweispurige Straße mit dem vorläufigen Namen Hunsrückspange soll die Nahe-Region besser an den Flughafen Hahn anschließen. Ortsvorsteher Hermann Moseler hofft, dass sie die Hinzerather Ortsdurchfahrt entlastet. Christoph Strouvelle

Hinzerath. Wird sich der Durchgangsverkehr in Hinzerath künftig reduzieren? 2000 Fahrzeuge rattern täglich durch den Ort, davon etwa sechs Prozent Schwerlaster, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) 2005 ermittelt hat. Die Hinzerather stöhnen unter der Last. "Man glaubt nicht, wie viele LKW durch den Ort fahren", sagt der Hinzerather Ortsvorsteher Hermann Moseler.
Die L 159, die durch das Dorf führt, wird von vielen Fahrern genutzt, um von Eifel, Mosel oder Hunsrück nach Idar-Oberstein und in die umliegenden Orte zu gelangen. Doch mittelfristig könnte sich das ändern. Denn der LBM Bad Kreuznach arbeitet derzeit an einer neuen Straßenführung, von der sich Moseler eine Entlastung für sein Dorf erhofft.
Die sogenannte Hunsrückspange soll die B 50 auf dem Hunsrück mit der B 41, die entlang der Nahe verläuft, verbinden. Wichtiges Kriterium der neuen zweispurigen Straße: Die Autofahrer brauchen bei der Fahrt durch den Hunsrück in Nord-Süd-Richtung keine Ortsdurchfahrt mehr zu passieren.
Die Trasse wird laut Daniel Schmitt vom LBM gebaut, um die landesweit bedeutsamen Gewerbestandorte Kirn und Idar-Oberstein besser an den Flughafen Hahn anzuschließen.
Durch die Hunsrückspange könnten Autofahrer sowohl den Raum Nahe-Hunsrück als auch den Flughafen Hahn besser erreichen. Eine verbesserte regionale und überregionale Verkehrsanbindung in den Nahe-Hunsrückraum sei zwingend notwendig, sagt Schmitt. In der Verlängerung der geplanten Hunsrückspange würde auch der Raum Kaiserslautern einen verbesserten Zugang zum Flughafen Hahn erhalten.
Die L 160 zwischen Fischbach und Herrstein als Teil der Hunsrückspange sei bereits in den 1990er Jahren fertiggestellt worden. Der noch zu bauende Abschnitt zwischen Rhaunen und Herrstein ist 8,8 Kilometer lang und befindet sich laut Schmitt im Stadium der Entwurfsplanung.
Die Baukosten für die Strecke betragen etwa 32,8 Millionen Euro. Für die 2,6 Kilometer lange Ortsumgehung Rhaunen liege bereits seit 2009 ein Planfeststellungsbeschluss vor. Dieser Abschnitt schlägt mit 14,6 Millionen Euro zu Buche. Beim Abschnitt Nord betragen die Kosten für die 4,2 Kilometer von Rhaunen zur B 50 etwa 5 Millionen Euro. Hier gebe es noch Abstimmungsbedarf mit den betroffenen Gemeinden, sagt Schmitt.
Wann die Autofahrer die Hunsrückspange nutzen können, ist noch unklar.
Schmitt glaubt im Gegensatz zu Moseler, dass die Hunsrückspange nur geringe Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr in Hinzerath haben wird. Der Ortsvorsteher meint hingegen: "Wenn die B 50 neu fertiggestellt ist, werden viele Autofahrer, die über den Hochmoselübergang in den Hunsrück kommen, lieber über die Hunsrückspange in den Raum Idar-Oberstein weiterfahren. Das ist für die Verkehrsteilnehmer viel angenehmer, als den Weg über die L 159 mit den Ortsdurchfahrten Hinzerath, Bruchweiler, Kempfeld und Katzenloch zu nehmen.
Extra

Die Hunsrückspange beginnt mit der L 160 bei Fischbach bis Herrstein. Die L 190 neu schließt dort an, führt vorbei an Breitenthal und Oberhosenbach und verläuft östlich von Hottenbach weiter über die K 66 in Richtung Rhaunen. Dort verläuft die Hunsrückspange als Ortsumgehung um Rhaunen herum. Im weiteren Verlauf der L 190 werden derzeit zwei Varianten untersucht. Eine mögliche Trasse trifft zwischen Wahlenau und Hirschfeld auf die B 50, eine andere bei Büchenbeuren West. cst