Neue Wege in Richtung Zukunft

WITTLICH. Die Abrissarbeiten auf dem Kasernengelände entlang der L141 sind vorbei. Jetzt wird wieder aufgebaut. Zwei Projekte, die fest stehen: Neben dem geplanten Edekamarkt kommt auch auch eine neue Verkehrsführung.

Was wäre ein neues Gebiet ohne Straßen? Früher konnten "Zivilisten" das Kasernen-Gelände nur umkreisen, zukünftig soll die Bevölkerung das Ex-Militärgebiet nutzen, spricht hinein fahren. Deshalb wird an der L 141, etwa Höhe Gartenland Schmitt, ein Kreisverkehr das Neuland öffnen. Von dort geht es zu einem "Binnenkreisel", der inmitten einer weiteren Straßenachse parallel zur L 141 liegt, die in den Klausener Weg beziehungsweise die Römerstraße münden wird. Nach dem Frost kann jetzt mit den Arbeiten am Kreisverkehr L 141 begonnen werden. Laut Pressesprecher der Stadt, Ulrich Jacoby, rechnet die Stadt täglich damit, dass es hier los geht. Ausgehend von drei Monaten Bauzeit, während derer der Verkehr über eine provisorische Umgehung ohne Ampel und Umleitung weiter fließen könne, sei bis Juni mit einer Fertigstellung zu rechnen, stellte Lothar Schaefer, Stadtwerke, bei der Einwohnerversammlung fest. Insgesamt sollen für die Erschließung des Geländes rund 2,7 Millionen Euro verbaut werden. Für den Kreisel an der L 141 ist der Landesbetrieb Straßen und Verkehr Bauträger. Er soll 700 000 Euro kosten, wovon die Stadtwerke 241 000 Euro übernehmen. Die neue Straßenführung hat Folgen auf die bisherige. Eine Änderung sprach Lothar Schaefer an: "Wir werden einen Teil der Römerstraße zurück bauen. Wir nehmen die Schwarzdecke raus, sie wird praktisch wieder grün." Die Römerstraße wird, aus Richtung Innenstadt gesehen, ungefähr am Spielplatz enden. Von dort geht es rechts weiter in das neue Gebiet auf die Erschließungsstraße zum Binnenkreisel wieder Richtung L 141-Kreisel oder geradeaus zum Klausener Weg. Zukünftige Lösung soll mehr Vorteile bringen

Wittlicher hatten gegen dieses Teilverschwinden zu bedenken gegeben, das führe zu unnötigen Umwegen, zumindest eine Spur für Rechtsabbieger von der L 141 in die jetzige Römerstraße solle man erhalten. Doch der verantwortliche Landesbetrieb Straßen und Verkehr Trier (LSV) hatte mitgeteilt: "Weitere Zuwegungen zur L 141 sind nicht vorgesehen und nicht zulässig. Die Anbindung der Römerstraße zur L 141 ist wie vorgesehen zu schließen und zurückzubauen." Außerdem sei der Kreuzungsbereich ein Unfallschwerpunkt. 1998 hatte das damalige Straßen- und Verkehrsamt Trier noch eine komplett andere Position vertreten: "Die Erschließung hat ausschließlich über die bereits vorhandenen Gemeindestraßen (Römerstraße/Am kleinen Rotenberg) zu erfolgen." Damals wollte man noch einen Kreisel an der Römerstraße zur Einmündung L 141. Das ist längst Schnee von gestern, denn erst Jahre später war klar, wie das Kasernengelände genutzt und aus Sicht der Planer optimal erschlossen werden soll. Folgerichtig erläuterte die Stadt in einer Pressemitteilung: "Dieser Kreisverkehr macht die Anbindung der Römerstraße an die L 141 überflüssig." Im Verkehrsentwicklungsplan steht zudem: "Die Veränderungen durch die Konversion führen zu einer spürbaren Entlastung der Römerstraße, mehr als einer Halbierung der Belastung auf 2000 Kraftfahrzeuge." Für den Klausener Weg rechnet man mit mehr Verkehr - plus 2000 Fahrzeuge. Laut Sicht der Stadt bringt die zukünftige Lösung überwiegend Vorteile: Reduzierung der Unfallzahlen, Entlastung der Römerstraße durch Umverteilung der Verkehrsströme und damit ein Gewinn an Wohnqualität für die Anwohner. Ungeklärt ist noch, ob die Straße "Am kleinen Rotenberg" ebenfalls zur L141 geschlossen wird. In der gestrigen Ratssitzung zum Bebauungsplan Quartier Français ging es auch um die Stellungnahme des LSV Trier: "Im Zusammenhang mit der Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes erlauben wir uns nochmals auf unsere Forderung hinzuweisen, die Straße Am Kleinen Rotenberg zu schließen."