Neue Werbung für Wittlich

Umstritten sind seit ihrer Installation die Schilder des Verkehrsleitsystems an Wittlichs Einfallstraßen. Die Kritik: Sie sind unlesbar und damit nutzlos. Jetzt werden sie umgestaltet. Ab sofort werben sie für die Innenstadt und Veranstaltungen in Wittlich.

Wittlich. In Wittlichs Schilderwald gibt\'s Exemplare, über deren Dasein man sagen könnte: "Sie stehen einfach so da." Diese Existenz ohne Effekt haben neun große Tafeln, die der Autofahrer an den Einfallstraßen zur Stadt passiert, zum Beispiel an der Verkehrsachse Kurfürstenstraße, Höhe Amtsgericht. "Äußerer Informationsring" heißen sie in der Systematik des Verkehrsleitsystems, zu dem sie gehören und das es seit 2007 gibt. Dieses System mit zwei weiteren "inneren Informationsringen" aus Info-Stelen und Stadtplanvitrinen plus einer beschilderten Hotelroute soll, so die Ursprungsidee, erst dem motorisierten Verkehr und dann Fußgängern und Radlern den Weg durch die Stadt erhellen. Doch am äußeren Informationsring klappte das nicht: Wie soll der Autofahrer eigentlich einen groben Stadtplan nebst markierten Parkplätzen auf nicht gerade Plakatwandgröße im Vorbeifahren studieren können? Trotz jahrelanger Planung wurde übersehen, dass beim Vorbeifahren nicht viel zu sehen ist. Und das sorgte durchaus für Aufsehen, aber anders als geplant: Die Quasi-Nutzlosigkeit des Verkehrsleitsystems, das insgesamt 130 000 Euro gekostet hat, wurde Stadtgespräch, und ausgiebig im Karneval und in Leserbriefen gewürdigt. Und sie war der Stadtverwaltung sogar einen Aprilscherz wert: Sie kündigte an, es würden noch Parkbuchten vor den Schildern am Stadtrand geschaffen, damit man sie auch lesen könne.
Zeitlose Werbung


Nun steht der äußere Informationsring seit fünf Jahren einfach so da. Doch mit dem reinen Dasein ist es seit dieser Woche vorbei: Die Stadtpläne werden mit Zusatzschildern überschraubt und die sollen einen Sinn haben. Nämlich "temporär für eine gezielte Bewerbung der Innenstadt oder zur Bewerbung besonderer Veranstaltungen" sorgen, wie Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadtverwaltung auf TV-Nachfrage sagt.
Die Idee hatte die Stadtverwaltung selbst, die Fachausschüsse haben Ende Juni nichtöffenlich zugestimmt, jetzt geht\'s ans Werk: Ein Teil der neuen Werbung ist dabei zeitlos: Auf ihm ist auf grünem Hintergrund zu lesen: "Wittlich Attraktive Innenstadt, 100 Fachgeschäfte, 1500 Parkplätze". Darunter kann auf einem roten Streifen für Veranstaltungen geworben werden. Aktuell steht dort: "17.8 - 20.08.2012 Säubrennerkirmes". Und was kostet das? 465 Euro je Schild inklusive Montage. Die Zusatzschilder für künftige Veranstaltungen nach der Kirmes sollen 113 Euro kosten plus zehn Euro fürs Auswechseln. Ziel der Aktion "ein eindeutiger und gut lesbarer Hinweis auf die Innenstadt", sagt Ulrich Jacoby.
Auf TV-Nachfrage nach der bisherigen Wirkung des Verkehrsleitsystems sagt er: "Das dreigliedrige Verkehrsleitsystem hat sich grundsätzlich bewährt. Die Informationen des äußeren Ringes sind im Vorbeifahren relativ schwer lesbar. Dem haben wir jetzt durch einen - zeitlich befristeten - klaren Hinweis auf die Innenstadt als solche abgeholfen. Die Ausnutzung der vorhandenen Möglichkeiten, also der Schilder des äußeren Ringes, spart uns viel Geld."

Fünf Jahre Verkehrsleitsystem: Was ist Ihre Meinung zur Wirksamkeit der 130 000 Euro-Investition nach fünf Jahren? Welche weiteren Ideen hätten Sie, wie die bisherige Beschilderung noch verbessert werden könnte? Schreiben Sie uns kurz gefasst (Name und Wohnort nicht vergessen) an:
mosel-echo@volksfreund.de