Neue Zeiten im Himmel über Trier

Militär-Jets müssen seit rund einem Monat Trier in größeren Höhen überfliegen. Für Maschinen vom und zum Flughafen Findel ändert sich nichts an Flughöhen und Flugrouten.

Trier. Reinhard Mey hat Unrecht. Über den Wolken ist die Freiheit für Piloten von Militär-Maschinen nicht mehr grenzenlos. Spätestens seit dem 25. September und über Trier. Denn an diesem Tag wurde im Militärischen Flugbetriebshandbuch festgeschrieben, was seit Jahren Realität ist: Die Stadt Trier hat mehr als 100 000 Einwohner. Das hat zur Folge, dass Jets eine Höhe von mehr als 600 Metern über dem höchsten Punkt der Stadt einhalten müssen. Für Trier ergibt sich so eine Mindestflughöhe von mehr als 1000 Metern über dem Meeresspiegel (der TV berichtete).

Nachtflüge werden als sehr störend empfunden



TV-Leser Hendrik Jäger zweifelte jedoch an dieser Neuerung - bisher mussten Jets nur rund 150 Meter über Grund einhalten. Denn er erhielt auch in jüngster Zeit beim Fluglärmtelefon der Luftwaffe die Auskunft, dass Trier weniger als 100 000 Einwohner habe und deshalb nicht die größeren Mindestabstände gelten. Der TV hat deshalb erneut beim Luftwaffenamt der Bundeswehr nachgefragt. Hartmut Beilmann von der Pressestelle des Amts: "Wir bedauern, sollte es nach der Änderung der Einwohnerzahl Triers in Verbindung mit dem Flugbetrieb seitens Mitarbeiter des ,Bürgertelefons' noch zu missverständlichen Aussagen gekommen sein." Die Mitarbeiter seien nochmals auf die Tatsachen hingewiesen worden, so dass sichergestellt ist, dass aktuelle Informationen den militärischen Flugbetrieb betreffend an die Bürger vermittelt werden.

Doch es sind nicht nur die Flüge von Militärmaschinen, die so manchen Bürger aufregen. Auch Jets mit dem Flugziel oder dem Startort Findel sind am Himmel über Trier zu sehen - nach Auffassung einiger Kritiker in zu geringer Höhe (der TV berichtete). Als besonders störend werden Nachtflüge empfunden. Von denen hat es laut Flughafengesellschaft bis Ende August 932 gegeben. Ein Teil dieser Start- oder Landevorgänge führte die Maschinen über Trier. Nach Auskunft der Flugsicherung folgen die meisten Überflüge mit Maschinen vom und zum luxemburgischen Flugplatz Findel einer Linie, die nördlich von Langsur über Trier-Nord und weiter über Ruwer und Ehrang verläuft. Über der Stadt fliegen die Jets in einer Höhe von rund 1,5 Kilometern. An dieser Höhe wird sich auch dadurch nichts ändern, dass Trier in die Liste mit Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern aufgenommen worden ist. Genauso wenig, wie sich durch die Forderung der Stadt Trier, die Anflugrouten für den Findel zu ändern, etwas ändert. Denn aufgrund des Instrumenten-Anflugverfahrens gibt es wenig Raum für Flugmanöver. Dabei müssen nämlich beim Instrumenten-Anflugsystem die Maschinen ab einem bestimmten Punkt in der Nähe von Trier im Geradeausflug auf die Landebahn des Findels zusteuern. Region Seite 16