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Neuer Dönerladen in Wittlich: So kommt das Angebot an

Gastronomie : Neuer Dönerladen in Wittlich – Was geboten wird und wie die Eröffnung ankommt

Bewegung in der Wittlicher Imbiss-Szene: Nach Fischer Fritt‘s eröffnet in einem Stadtteil nun mit Ibos’s Grill ein weiterer Gastronomiebetrieb. Und auch im türkischen Restaurant am ZOB soll es bald wieder weitergehen. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört, wie das ankommt.

Seit wenigen Tagen bereichert ein neuer Dönerladen die Wittlicher Imbissszene: Die Brüder Oktay und Halil Bayindir haben an der B 49 im Stadtteil Neuerburg einen neuen Dönerladen eröffnet. In den Räumlichkeiten, wo vor vier Jahren ein anderer Betreiber seinen Schnellimbiss aufgegeben hatte, wagen die Bayindirs mit ihrem türkischen Schnellimbiss nun einen Neuanfang. Nach langjähriger Erfahrung in der Gastroszene in Daun, wo ihr Vater Ibrahim Halil Bayindir seinen Imbiss nach 25 Jahren nun abgegeben hat, haben die Bayindirs aus Bombogen nun in ihrer Heimatstadt Wittlich ein neues Restaurant eröffnet.

„Wir setzen auf Gastfreundlichkeit und Frische. Dabei stellen wir sogar den Joghurt für unsere Saucen selbst her. Das schmeckt man“, sagt Oktay Bayindir zum Konzept des neuen Dönerladens, der auch Salate und Pizzen anbietet. „Nicht jeder Döner ist ein Döner. Man muss sich von der Konkurrenz abheben. Wenn die Qualität stimmt, dann kommen die Kunden aber sogar von weit her.“ In seinem Imbiss, sagt Bayindir, begrüße er Kunden aus Kinderbeuern, Bausendorf und sogar Zell.  Aber warum eröffnen die beiden Brüder ihren Imbiss im Stadtteil Neuerburg und nicht im Stadtzentrum? Die Frage muss ja erlaubt sein. Da es in der Innenstadt bereits mehrere Dönerläden gebe, so Bayindir, bleibe man da lieber etwas außerhalb. Zudem beschere die Ortsdurchfahrt in Neueburg, die vom überörtlichen Verkehr frequentiert werde, dem Grill reichlich Kundschaft.

Und in der Tat befinden sich die meisten Dönerläden wie der Großteil aller 68 Speisegaststätten im Stadtzentrum. Außer Ibo’s Grill in Neuerbug und Mr Didid’s Restaurant in Wengerohr, in dem ebenfalls Döner auf der Speisekarte steht, sind die sechs anderen Dönerläden im Zentrum zu finden. Zu nennen sind da: das Kebab-Haus am Markt, King Döner am Schlossplatz, Anatolia Kebab 63 in der Rudolf-Diesel-Straße, der 360-Grad-Grill im Vitelliuspark sowie der Sultan-Grill in der Friedrichstraße.

Im größten türkischen Restaurant mit Schnellimbiss der Säubrennerstadt, dem Sultan Kebab am Alten Bahnhof, sind jedoch bereits seit über einem Jahr die Lichter aus. Was ist der Grund dafür und geht es dort noch mal weiter?

Das Restaurant am ZOB sei aufgrund der Coronabeschränkungen geschlossen, sagt Inhaber Celal Bayindir, der derzeit nur in seinem Dönerladen in der Friedrichstraße einen „Fensterverkauf“ betreibt. Mit der Wiedereröffnung seines Restaurants wolle er noch bis nach den Sommerferien warten, da sein Mittagsgeschäft am ZOB auch vom Schülerverkehr abhinge. Nach den Sommerferien solle es dort jedoch mit neuem Konzept weitergehen, wie Bayindir erklärt: „Wir werten unser Restaurant auf und steigen ins Holzkohle-Geschäft ein. Dann gibt es Lammspieße und Koteletts vom Holzkohlegrill. Wittlich ist langsam so weit und bereit dafür“, sagt der 47-jährige Gastronom, der seit 23 Jahren in Wittlich Döner verkauft. Damit soll der Trend des Adana-Kebab, bei dem Hackfleischspieße über feuriger Kohle zubereitet werden, auch bald in Wittlich Einzug halten. Bayindir: „Damit wollen wir noch einen oben drauflegen.“

Umfrage In die Wittlicher Imbissszene kommt also Bewegung. Doch was sagen die Wittlicher zum Angebot und zur Neueröffnung eines weiteren Dönerladens? Wir haben uns in der Innenstadt umgehört: Dort treffen wir zunächst auf den 65-jährigen Erwin Lehnerts aus Niederöfflingen, der generell kein Fastfood-Freund ist. „Wir mögen dieses schnelle, kurze Essen nicht. Wir setzen uns lieber ruhig etwas länger in ein gemütliches Restaurant und nehmen uns Zeit dafür“, so Lehnerts. „Anstatt einem weiteren Dönerladen, hätte ich mir ein bürgerliches Lokal mit deutschem Essen gewünscht. Davon gibt es hier in Wittlich einfach zu wenige. Mir würde da in der Art nur das Restaurant Daus einfallen.“

Auch Mario Neumes aus Gipperath sieht Bedarf darin, mehr Vielfalt in die Wittlicher Schnellimbissszene zu bringen. „Ich gehe eigentlich regelmäßig Döner essen. Wittlich hat dabei viele gute Dönerläden, aber ich denke, dass das Angebot an Döner in Wittlich mittlerweile groß genug ist“, sagt der 25-Jährige. „Stattdessen sollten auch andere Kulturen hier eingebracht werden. So wäre ein Mexikaner wie in Bitburg mal ganz abwechslungsreich.“

Die 25-jährige Kathrin Thullen aus Gipperath wünscht sich ebenfalls mehr Auswahl. „Ein Äthiopier wäre mal etwas ganz Anderes. In Frankfurt habe ich bisher mal äthiopisch gegessen. So was kennt man hier in der Region so gut wie gar nicht.“

Helga Richter aus Wittlich geht selbst ab und an mal einen Döner essen. Die 63-Jährige findet aber, dass andere Imbissstände gerade jetzt für Wittlich wichtig seien. „Was Neues ist immer interessant. Ein kleiner Fischimbiss zum Beispiel. Zwar hat einer vor kurzem erst in der Rudolph-Diesel-Straße eröffnet, aber der liegt auch ziemlich außerhalb, und wer hier fremd ist, der findet den nicht.“ Und wo im Wittlicher Stadtzentrum könne man mal schnell eine Bratwurst essen gehen?, fragt Richter. „Im Zentrum fehlen einfach solche kleinen Imbissstände, gerade für Menschen von außerhalb, die mit ihren Kindern hierher kommen.“

Der 59-jährige Bernhard Blens aus Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ist nur zu Gast in der Region. Das Angebot an Dönerläden findet er okay. „Die Frage ist immer: Wie viel Bedarf ist da? Wenn genug Nachfrage da ist und jeder Dönerladen davon leben kann ist doch alles in Ordnung, und ein neuer Dönerladen macht Sinn.“ Er persönlich sei jedoch kein Fast-Food-Esser, sagt Blens. „Ich mag lieber die gute, deutsche Küche wie man sie kennt. Allerdings weiß ich, dass besonders die jungen Leute, darunter auch meine Kinder, gerne Döner essen.“