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Neuer Glanz für das Herz von Cusanus

Neuer Glanz für das Herz von Cusanus

Die Stadt Bernkastel-Kues begeht den 550. Todestag von Nikolaus Cusanus mit einer Reihe von Veranstaltungen. Das Herz des Kardinals und Philosophen ruht in der Kapelle des von ihm gegründeten Stifts. Es kommt in dem Gotteshaus nun zu noch mehr Geltung.

Bernkastel-Kues. Das Gedenkjahr zum 550.Todestages von Nikolaus von Kues wirft seinen "goldenen Schatten" voraus. Im Chorraum der Kapelle des Cusanustiftes wurden ein neuer Altar und Ambo in einem goldenen Rahmen installiert. Diese Achse, die auch die Grabplatte einbezieht, stellt die Verbindung vom Hochaltar mit dem Allerheiligsten über das Herz des Cusanus bis hin zum Kirchenraum dar.
Einen Tag lang war die Kapelle für die Besucher geschlossen. Drinnen gaben Metallbauer und Schreiner dem Chorraum eine neue Gestalt. Architektin Eva von der Stein verfolgte mit Spannung den Einbau ihres Werks. "Die Umsetzung meiner Idee ist gelungen, aber es war nicht einfach", gibt sie im TV-Gespräch zu. Ein neuer Zelebrationsaltar mit Ambo liegt in einer Achse mit der Grabplatte, unter der das Herz des Cusanus ruht. Die Idee der Künstlerin war es, den Goldgrund des Hochaltars mit Kreuz und Allerheiligstem über Ambo, Cusanus-Grabplatte und Altar bis in den Gemeinderaum weiterzuführen.
Zwischen "Tisch des Wortes" und "Tisch des Brotes" bietet der Goldgrund gleichzeitig Rahmung und Schutz für die Cusanusgrabplatte. Der zweiteilige Altarunterbau aus Messing trägt aus dem Goldgrund wachsend den Altartisch aus edlem Wurzelholz. "Die Myrte zeigt mit ihrer lebendigen Maserung einen ganzen Kosmos, "die Einheit in der Vielfalt" und hat so einen wunderbaren Bezug zu Cusanus", hebt von der Stein hervor. Die Aussparungen im Goldgrund dienen als Platzhalter für Altar und Ambo, die somit jederzeit "beweglich" sind. Durch die Markierung ihrer Standorte sind beide als Hauptstücke auch während möglicher Abwesenheit, etwa bei Konzerten, doch stets präsent. "Und der neue Altar steht nun direkt unter dem Triumphbogen, der Altar- und Kirchenraum miteinander verbindet", freut sich Hofmann.
Die Idee, den "klotzigen" Zelebrationstisch, wie ihn fachkundige Besucher bisweilen bezeichneten, zu ersetzen, stand schon länger im Raum. Das Gedenkjahr war nun letzter Auslöser, den Plan in die Tat umzusetzen. Der Umgestaltung des Chorraus ging ein Wettbewerb voraus. Eva von der Stein überzeugte die Jury aus Landesdenkmalamt, bischöfliches Bau- und Denkmalamt, Verwaltungsrat und Rektor des Cusanusstiftes. Ergänzt werden Altar und Ambo durch Priestersitz und Kredenz (Gabentisch) in gleicher Ausführung. Das Bistum Trier trägt den überwiegenden Teil der Gesamtkosten von 25 000 Euro.
Am Samstag, 9. August, feiert der Bischof von Brixen um 16 Uhr die Messe in der St. Nikolaus-Kapelle. Dort nimmt er dann auch die Benediktion von Altar und Ambo vor. Am folgenden Tag, 10 Uhr, zelebriert er in der Briktiuskirche ein Pontifikalamt. Im Anschluss gibt die Stadt einem Empfang.