Neuer Kapitän - gleicher Kurs

Das Ziel bleibt gleich, nur die Männer dahinter sind jetzt andere. Nach dem freiwilligen Rückzug von Elmar Hilgers hat die neu gegründete Agentur "Sport events Traben-Trarbach" die Ausrichtung des international renommierten Motorboot-Rennens auf der Mosel übernommen. Wer steckt dahinter? Der TV hat sich auf Spurensuche begeben.

Traben-Trarbach. Der erste und wohl auch wichtigste Gang am Mittwochmorgen führte Ingo Kaspari zum Gewerbeamt der Stadt Traben-Trarbach. Dort meldete der 49-jährige Geschäftsmann aus der Stadt mit dem Doppelnamen sein neues Unternehmen an: "Sports events Traben-Trarbach". Diese Firma wird das Traben-Trarbacher Motorbootrennen organisieren. Dahinter stecken neben Kaspari noch Roland Olschimke als sportlicher Leiter und Jürgen Müller, der schon unter Elmar Hilgers verantwortlich in die organisatorischen Belange eingebunden war, meist aber im Hintergrund agierte. Nachdem sich Hilgers aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat und sich danach trotz intensiver Gespräche mit dem Gewerbeverein und der Stadt kein neuer Träger gefunden hatte, musste eine andere Lösung ins Auge gefasst werden. Aus "finanziellen und personellen Gründen", so hatte das bisherige Management der dreitägigen Veranstaltung wissen lassen, hätten aber weder Gewerbeverein noch Kommune diese Aufgabe stemmen können.
Neuer Kapitän auf der Brücke der vor zwei Jahren wieder reanimierten Renntage auf der Mosel ist jetzt Ingo Kaspari. "Ich bin quasi der Veranstalter des Rennens", sagt der 49-Jährige. Warum er die Aufgabe übernommen hat? "Erstens bin ich Traben-Trarbacher durch und durch und zweitens war ich von Kindesbeinen an ein großer Freund dieser Rennen auf der Mosel. Wenn früher die ersten Rennmotoren angeworfen wurden und der Benzingeruch über dem Wasser lag, dann gab es für uns Kinder kein Halten mehr."
Ziel von "Sport events Traben-Trarbach" ist es zum einen, dem Rennen nach der 18 Jahre langen Pause einen dauerhaften Platz im Veranstaltungskalender zu sichern. Zum anderen aber, so Kaspari, "wollen wir auch, dass die Bilanz zumindest mal Null auf Null aufgeht, nachdem in den beiden vergangenen Jahren ja immer ein kleines Minus unter dem Strich stand." Er hoffe, so Kaspari, dass sich "die örtlichen Geschäfte, Hotels und alle Institutionen, die vom Tourismus profitieren da etwas stärker als bisher einbringen." Für das diesjährige Rennwochenende am 4. / 5. Juni steht bisher schon fest, dass der Lokalkolorit ausgeprägter sein wird als bei den Rennen 2014 und 2015. "Wir haben mittlerweile vier eigene Teams in Traben-Trarbach, es werden also mehr Piloten von uns als bisher an den Start gehen." Auch Kaspar hat bei Olschimke-Motorsport ein eigenes Boot. Selbst fahren wird er aber nicht. "Wir haben mit der Organisation genug zu tun." Für sein Kompetenz-Team hat er mit Alfons Löwenberg einen weiteren Mann mit "Benzin im Blut" einbinden können. Der in Traben-Trarbach lebende Ingenieur, bekannt vor allem als Vater des VW Golf GTI wird seine Erfahrungen ebenfalls miteinbringen.
Am Donnerstag hatten die neuen Männer auf der Kommandobrücke bereits ein erstes Gespräch mit Stadtbürgermeister Patrice Langer. Kaspari blickt hoffnungsvoll auf die nächsten Monate: "Wir wissen alle, dass auch die Kommune auf die Werbewirksamkeit des Motorbootrennens bedacht ist und immer wieder Bedenken von Bürgern zerstreut hat, die darin lediglich eine Lärmbelästigung gesehen haben. Ich denke, da wird sich an der positiven Zusammenarbeit nichts ändern."