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Neuer Konkurrent für die Volkshochschulen

Neuer Konkurrent für die Volkshochschulen

Bis zu 20 000 Unterrichtsstunden pro Jahr will das neue Bildungswerk Eifel-Mosel-Hunsrück des Roten Kreuzes anbieten. Mit einigen Kursen tritt es bewusst in Konkurrenz zu Einrichtungen wie den Volkshochschulen.

Bitburg/Wittlich/Trier. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Region Trier hat das Bildungswerk Eifel-Mosel-Hunsrück gegründet. Darin wird die Erwachsenen- und Familienbildung der Organisation in der gesamten Region, in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, dem Vulkaneifelkreis und der Stadt Trier, neu strukturiert. Die Kreisverbände Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Vulkaneifel sind die tragenden Säulen dieser Einrichtung, die aus dem im Jahre 1995 gegründeten DRK-Bildungswerk Bitburg-Prüm hervorgegangen ist.
"Wir möchten durch diese Zusammenführung eine schlagkräftige Bildungseinrichtung der Erwachsenen- und Familienbildung in der Region Trier schaffen", sagt Leiter Rainer Hoffmann. Die wahrscheinlich größte Neuerung: Angebote, die es bisher nur in einzelnen Kreisen gab, werden nun überall gemacht.
Das werde besonders den Kreisen Bernkastel-Wittlich und dem Raum Trier zugutekommen. Dort seien Bildungsangebote, im Gegensatz zur Eifel, bisher eher "nebenhergelaufen."
Die Regionalität soll dennoch bewahrt werden. Darauf legt Rainer Hoffmann besonderen Wert.
"Nach wie vor stehen wir der Bevölkerung in den Kreisgeschäftsstellen Bitburg, Daun, Trier und Wittlich mit sachkundigen Ansprechpartnern zur Verfügung." Dies werde auch dadurch deutlich, dass der Vorsitzende des Bildungswerkes der Bitburg-Prümer DRK-Kreisvorsitzende Michael Billen ist und die Stellvertreter die jeweiligen DRK-Vorsitzenden aus den übrigen Kreisverbänden sind.
Schwerpunkte der Bildungsarbeit sind natürlich die klassischen Rotkreuz-Bildungsbereiche: Erste Hilfe, Pflege, Gesundheitsprogramme, die Familienbildung und Bewegungsprogramme, wie Seniorengymnastik und Seniorentanzen.
Darüber hinaus versteht sich das Rote Kreuz aber auch in allen anderen Bildungsbereichen der Erwachsenen- und Familienbildung als Dienstleister und möchte diese Bereiche weiter ausbauen. Man stehe, so Hoffmann, ganz bewusst in Konkurrenz zu anderen Bildungseinrichtungen wie den Volkshochschulen. Die DRK-Satzung ermögliche dies. Angeboten werden sollen unter anderem Sprach-. und EDV-Kurse. Finanziert wird die Arbeit über die Teilnehmerbeiträge und Zuschüsse. Im Bildungswerk Eifel, das seit 2012 aus dem Eifelkreis und dem Vulkaneifelkreis besteht, sei vergangenes Jahr ein Umsatz von etwa 500 000 Euro erzielt worden, erläutert Hoffmann die finanzielle Dimension. Über das Volumen der neuen Organisation könnten noch keine genauen Angaben gemacht werden. Gewinnorientiert sei sie nicht. "Ziel ist eine schwarze Null", sagt Hoffmann
Auch intern will das DRK-Bildungswerk aktiv werden. Hoffmann "Wir möchten für die Rotkreuz-Gemeinschaften, die Ortsvereine und Einrichtungen ebenfalls Dienstleister und erster Ansprechpartner in allen Bildungsfragen sein." 13 Mitarbeiter, teils in Vollzeit, teils in Teilzeit, stehen dazu bereit.
Nähere Informationen über das neue DRK-Bildungswerk und die Angebote gibt es im Internet: www.bildungswerk.drk.de oder beim Geschäftsführer Rainer Hoffmann, Telefon 06561/602020.
Extra

Das DRK-Bildungswerk Eifel-Mosel-Hunsrück verfügt über Geschäftsstellen in Bitburg, Daun, Trier und Wittlich. Insgesamt sollen in dem neuen Zusammenschluss circa 20 000 Unterrichtsstunden pro Jahr angeboten werden. Bisher waren es etwa 12 000. Mit über 12 000 Teilnehmern (bisher 8000) wird gerechnet. Dafür werden mehr als 360 Dozenten gebraucht (bisher 300). Das DRK auf der Suche nach Leuten, die sich in den verschiedenen Bereichen zum Dozenten schulen lassen wollen. cb