Neuer Lärmschutz für die Target-World Landscheid geplant

Landscheid : Neuer Lärmschutz für Target-World geplant

Der Gemeinderat Landscheid hat sich für den Umbau und die Modernisierung der Schießstände ausgesprochen. Dies wäre der erste Schritt zu einer kompletten Umgestaltung der in die Jahre gekommenen Anlage.

Von der Straße aus gesehen gleicht die Wurfscheiben-Schießanlage bei Landscheid  einem Trümmerfeld. Ihr  heutiger Betreiber, die Target World GmbH und co. KG, hat dort kräftig abgeräumt. Verschwunden ist das ehemalige Vereinshaus des Wurftaubenclubs (WTC) Landscheid. Das Gelände gleicht weitgehend  einer Wildnis.
Auf den alten  Anlagen dahinter läuft aber der Schießsportbetrieb weiter.

Dieser Zustand soll sich aber ändern, denn Target World plant dort einen grundlegenden Neustart mit Umbau und Modernisierung der Schießstände und Aufbau einer attraktiven Infrastruktur (der TV berichtete mehrfach). Die Rede ist von Hotel und gehobener Gastronomie, einer Jagdschule, Waffenwerkstatt mit Geschäft und mehr. Alle Projekte liegen innerhalb des Baufensters, das der seit 1991 dort geltende Bebauungsplan vorgibt.

Mögliche Ausnahme: Der Bereich der  neuen Schießanlage soll von einem bis zu fünf Meter hohen Lärmschutzwall umschlossen werden, für den rund 45 000 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet werden müssten.  Dieser Wall würde an seiner Außenseite das Baufenster überschreiten und in nicht vom Bebauungsplan erfasstes Terrain ragen. Die entsprechenden Anträge liegen der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich vor.

In einer Sitzung am Donnerstag beriet und entschied der Gemeinderat Landscheid über die beantragte Umgestaltung des Schießstandes mit Schutzwall. Die Entscheidungsvorlage für den Rat betraf dabei ausdrücklich  nur die bauliche Umgestaltung des  Schießstandes. Über die immissionsschutzrechtlichen Auswirkungen (Lärmentwicklung) des Umbaus werden allein die zuständigen Behörden des Kreises und des Landes zu entscheiden haben. Auch nicht entschieden wurde über Art und Umfang der geplanten Infrastruktur auf den heute leergeräumten Flächen. Der Investor plant dort Hotelgastronomie, Schulungsräume, Unterkünfte und Geschäfte. Da sie nicht im geltenden Bebauungsplan vorgesehen sind, wird später ein weiterer Entscheidungsprozess nötig sein.

Grundsätzliche Bedenken gegen den Umbau der Schießstände, allein um den ging es bei der Sitzung, hatten die Fraktionen nicht. Ergebnis: zwölf Ja- und zwei Neinstimmen. Ortsbürgermeister Ewald Heck: „Da die Planung im Rahmen des geltenden Bebauungsplans liegt, kann man dem rechtlich zustimmen.“

Diskutiert wurde allerdings über den Umfang des Walls, denn nach der heutigen Planung ragt der  über das Baufenster hinaus. Es gebe da noch Prüfungsbedarf. Vermutlich genüge eine steilere und schmälere Ausführung des Walls, die dann aber schwieriger zu pflegen sein werde. Die Bäume auf dem alten Wall rund um den Tontaubenschießstand mussten aufgrund behördlicher Vorgaben bereits vor geraumer Zeit gefällt werden.

Seit 2014 ist die Target-World ein kommunalpolitisches Dauerthema in Landscheid, obwohl im letztem Jahr etwas Ruhe einkehrte.

Die öffentliche Diskussion begann 2014, als ein Investor aus Nordrhein-Westfalen die in die Jahre gekommene Anlage vom WTC übernahm, die Betreibergesellschaft Target World gründete und ganz Großes plante, das  den heute geltenden Baurahmen gesprengt hätte: Erweiterung des Areals auf rund 150 000 Quadratmeter, darauf eine neue Wurfscheibenanlage mit Schussrichtung Norden und vieles mehr.

Der Betrieb sollte an sieben Tagen möglich sein. Das Großprojekt scheiterte schließlich am erheblichen Widerstand einer Bürgerinitiative, von BUND und  Nabu sowie von Privatpersonen und letztlich auch dem Verbandsgemeinderat Wittlich-Land.

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