Neuer Premiumwanderweg auf der Überholspur

Idar-Oberstein · Wenn man das nicht durchstarten nennen kann: Der "Nahe-Felsen-Weg", die Idar-Obersteiner Traumschleife im Verbund des Saar-Hunsrück-Steigs, hat bei der Neuzertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut 68 Erlebnispunkte bekommen

Idar-Oberstein. Damit spielt der Premiumwanderweg nun im Mittelfeld der deutschen Wanderwege-"Bundesliga" mit - und das, obwohl die Lage oberhalb der Nahe-Verkehrsachse durch den unvermeidlichen Lärmpegel etliche Punkte kostet.
Bei der Erstbegehung vor einem Jahr waren es gerade mal 50 Punkte gewesen - die Untergrenze für das Prädikat "Traumschleife" (fürs Wandersiegel reichen 40). Projektbetreuer Achim Laub vom Wanderbüro in Losheim erklärt, wie die Steigerung möglich war: "Die Idar-Obersteiner haben aus vielen Schwachpunkten richtig starke Streckenpassagen gemacht."
Vor allem die neue Brücke in der Seitzenbach und die fast schon alpin anmutende, mit Seilen gesicherte Querung von den Gefallenen Felsen dorthin haben es dem Prüfer - der Chef des Deutschen Wanderinstituts, Klaus Erber, war selbst vor Ort - angetan, erzählt Laub.
Eine "klasse Dramaturgie"



Und: "Der Weg hat jetzt eine klasse Dramaturgie: Er beginnt relativ normal und wird gegen Ende zu immer spektakulärer. Ganz toll!" Statt der langen, kräfteraubenden und weitgehend befestigten Steigung von der Seitzenbachstraße gibt es jetzt ein spannendes Auf und Ab mit wunderbaren Talblicken und mit dem Homersfels am Götzplatz den Aussichtspunkt überhaupt auf Schloss und Felsenkirche.
Auch eine lange, eher öde "Waldautobahn" zwischen Pfaffenwald und Aussichtspunkt Forsthaus Nahbollenbach wurde gegen eine Pfadvariante ausgetauscht.
Infotafeln und Ruhebänke


Bereits zuvor waren die zahlreichen, in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung entstandenen Infotafeln und die Ruhebänke an markanten Aussichtspunkten lobend hervorgehoben worden. "Wir haben da viel Arbeit und Herzblut investiert, aber das Ergebnis zeigt, dass es sich lohnt", freut sich auch Oberbürgermeister Bruno Zimmer, der seinen Leuten, aber auch den Waldarbeitern des Forstamts für ihre Mithilfe "und viele gute Ideen" dankt.
Wenn es nach ihm geht, soll der "Nahe-Felsen-Weg" nicht der letzte Premiumpfad in der Schmuckstadt sein: "Wir haben ja eine große Fläche und noch viel mehr schöne Natur." Auch für Laub wie auch für den Chef der Idar-ObersteinerTourist-Info, Dietmar Brunk, ist klar, dass "Übernachtungstourismus nur durch Verdichtung" angekurbelt werden kann.
Und wenn - wie es sich immer mehr herauskristallisiert - mit der Verlängerung des Saar-Hunsrück-Steigs an den Rhein Idar-Oberstein mit seinem Bahnhof Dreh-, Angel- und Mittelpunkt von Deutschlands mit Abstand schönstem Fernwanderweg wird, steht der Stadt ein Verbund von Premiumrundwegen gut zu Gesicht. sc