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Neues Fahrzeug für noch schnellere Organisation - Feuerwehr in Noviand erhält neuen Einsatzleitwagen

Neues Fahrzeug für noch schnellere Organisation - Feuerwehr in Noviand erhält neuen Einsatzleitwagen

Es ist ein unscheinbarer VW-Bus, aber vollgepackt mit modernster Technik. Nach 22 Jahren hat die Feuerwehr Noviand einen neuen Einsatz-Leitwagen erhalten. Damit koordiniert sie in Notlagen die Einsatzkräfte in der gesamten Verbandsgemeinde. 110 000 Euro hat das neue Fahrzeug gekostet.

Maring-Noviand. Eine Fläche von 249 Quadratkilometern haben die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues zu betreuen. In allen Orten gibt es Einheiten, die je nach Notlage ausrücken. In sechs Orten sind sogenannte Stützpunktfeuerwehren: Kues, Longkamp, Mülheim, Noviand, Neumagen-Dhron und Zeltingen-Rachtig. Dabei spielt die Koordination untereinander, aber auch mit anderen Einsatzkräften wie Polizei oder Rettungsdiensten eine entscheidende Rolle.

Innerhalb der Verbandsgemeinde teilen sich die Stützpunktfeuerwehren Spezialaufgaben. So übernimmt die eine Wehr, zum Beispiel Kues, die Wartung der Atemschutzgeräte, eine andere kümmert sich um die Schläuche, Zeltingen-Rachtig. Die Bereitstellung eines Einsatzleitwagens (ELW) wiederum ist Aufgabe des Teams in Noviand.

Nach 22 Jahren haben die Noviander nun ein neues Fahrzeug erhalten. 110 000 Euro wurden dafür investiert, wie Thomas Edringer, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, erläutert.
Neben der kompletten Feuerwehrausbildung und Führungslehrgängen haben 13 Noviander Wehrmänner besondere Lehrgänge im Bereich Kommunikation absolviert. Die Besatzung des ELW hat zum Beispiel die Aufgabe, den Einsatzleiter zu unterstützen, den Funkverkehr abzuwickeln und die Einsatzkräfte zu koordinieren. "Der ELW wird in der Regel etwas abseits des Geschehens aufgebaut. Dort sind dann die Ansprechpartner für Polizei oder Rettungskräfte", sagt Christopher Edringer, stellvertretender Wehrführer in Noviand.Dreh- und Angelpunkt


Wehrführer Benjamin Schweisthal von der Feuerwehr in Noviand erläutert das an einem Beispiel: "Bei einem Gebäudebrand in einem Hotel kommen zum Beispiel mehrere Feuerwehren zum Einsatz, die vom ELW aus koordiniert werden. Wird der Brand schlimmer, wird von dort Verstärkung angefordert. Auch der Bürgermeister, Behörden oder die Ordnungsbehörden werden von dort aus verständigt." Und Thomas Edringer ergänzt: "Die Feuerwehr organisiert von vorne, das heißt vom Geschehen aus. Bei einem Autobrand braucht man nicht unbedingt einen ELW, aber bei einem Hotelbrand schon. Dann rückt der ELW aus, der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist." Das sei bei den Alarmstufen 2 und 3 von insgesamt fünf Alarmstufen der Fall. Stufe 1 ist zum Beispiel ein klassischer Kleinbrand, der relativ leicht zu löschen ist. Bei den Alarmstufen 4 und 5 hingegen übernimmt der Landkreis die Einsatzleitung.

Das Fahrzeug hat eine Standardbesatzung von vier Mann, kann aber im Notfall auch mit zwei Mann betrieben werden. "Rechnerisch geht man von einer 50-prozentigen Erreichbarkeit aus. Manche sind entweder im Urlaub, krank oder beruflich verhindert. Das bedeutet, wir haben nominell 6,5 Mann verfügbar", sagt Thomas Edringer.
Das Fahrzeug ist individuell angefertigt worden. Dazu wurde eigens eine Projektgruppe gegründet. "Wir waren auf einer Messe für Feuerwehrtechnik und haben uns informiert, Lastenhefte geschrieben und hatten schließlich einen Katalog an Anforderungen für das Fahrzeug. Dazu zählte zum Beispiel, dass es relativ kompakt ist, damit es in die Garage des Stützpunkts passt. Da stecken viele Detaillösungen drin", erklärt Schweisthal.Wichtige Pläne im Hängeschrank


So sind in dem Fahrzeug trotz digitaler Technik die Pläne der wichtigsten größeren Gebäude in ganz normaler schriftlicher Form in einem Hängeschrank. "Das geht nach wie vor schneller. Man kann so zum Beispiel beim Bernkastel-Kueser Krankenhaus nachschauen, wo gefährliche Stoffe gelagert sind und herausfinden, wo die Rettungswege liegen", sagt Schweisthal. Auch digitale Technik ist eingebaut. Eine moderne Funk- und Telefonanlage gehört ebenso dazu wie ein Internet-Anschluss. "Das ist zum Beispiel wichtig, um die Pegelstände bei Hochwasserlagen abzufragen", sagt Christopher Edringer. Und so steckt in dem feuerwehrrot lackierten Volkswagen T 5 Bus, Automatikschaltung, Allrad, 185 PS, 2 Liter Turbodiesel, viel mehr als man von außen sehen kann. "Der muss aber auch für die nächsten 20 Jahre halten", sagt Thomas Edringer.