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Infrastruktur: Neues Gewerbegebiet ist so gut wie ausverkauft

Infrastruktur : Neues Gewerbegebiet ist so gut wie ausverkauft

Die Vermarktung der Brüsselstraße hat erst im August 2019 begonnen: Doch das Büfett an freien Gewerbeflächen in Wittlich ist nach kurzer Zeit wieder mal abgeräumt. Unternehmen können nun im Gewerbegebiet Wengerohr-Süd mit dem Bau loslegen.

Das Industriegebiet Wengerohr-Süd geht seiner Vollendung entgegen: Nahe des Park & Ride-Parkplatzes am Bahnhof ist nun die Brüsselstraße aus dem Boden gestampft worden. Damit entsteht als Abzweigung von der Europastraße ein neuer und letzter Abschnitt des Industrie- und Gewerbegebiets Wengerohr-Süd. Mit der rund 240 Meter langen Straße samt Wendehammer hat die Stadt dort Platz für neun Gewerbegrundstücke auf einer Gesamtfläche von 2,6 Hektar geschaffen. Kanalrohre und Versorgungsleitungen sind verlegt, eine neue Straße asphaltiert und auch die Laternenmasten stehen bereits. Der TV hat die Stadtverwaltung gefragt, wie die Vermarktung der Gewerbegrundstücke, die im August 2019 begonnen hatte, läuft. Wie Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich, erklärt, sei die Vermarktung nun bereits nahezu abgeschlossen. Stöckicht: „Acht der neun zur Verfügung stehenden Grundstücke sind vermarktet, für das neunte Grundstück gibt es bereits mehrere Bewerber. Aufgrund der Grundstücksgröße sind hier vornehmlich Handwerksbetriebe angesiedelt, was auch dem Wunsch der städtischen Gremien entspricht.“ Anfragen zur Ansiedlung von Logistikunternehmen oder reinen Verwaltungsgebäuden seien abgelehnt worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung lagen 22 Bewerbungen für die neun Grundstücke vor. Die wichtigste Nachricht: „Da die Erschließungsstraße und die notwendigen Anschlüsse fertiggestellt sind, sind die Grundstücke ab sofort bebaubar.“

Ein Blick auf die Finanzen: Die Grundstücke in der Brüsselstraße kosten 60 Euro pro Quadratmeter. Anfang 2019 hatte die Stadt Wittlich die Preise deutlich erhöht: Wer also noch  einen letzten Happen vom Büfett ergattern möchte, der muss jetzt mit 60 Euro pro Quadratmeter deutlich mehr Geld auf den Tisch legen, als die bereits angesiedelten Betriebe mit 35 Euro pro Quadratmeter zahlen mussten. Doch der Nachfrage hat diese Preiserhöhung für Bauland im Gewerbegebiet  keinen Abbruch getan. Durch den Verkauf der Grundstücke in der Brüsselstraße werde die Stadt Einnahmen in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro erzielen, sagt Stöckicht.

„Hiervon müssen allerdings nicht nur die reinen Erwerbs- und Erschließungskosten gedeckt werden, sondern auch Kosten für das Bebauungsplanverfahren inklusive diverser Gutachten, Vermessungskosten, Kosten für Ausgleichsflächen, Planungskosten und weiteres.“ Die Höhe eines etwaigen Überschusses könne erst ermittelt werden, wenn alle Maßnahmen „schlussgerechnet“ seien, erklärt die Verwaltung. Die reinen Erschließungskosten für den Fertigausbau seien mit rund 800 000 Euro veranschlagt worden.

Nach der Vermarktung der Brüsselstraße wäre die Stadt Wittlich in puncto Gewerbeflächen – bei Baugrundstücken sieht es nicht besser aus – wieder mal ausverkauft. Wann gibt es Nachschlag? Der TV berichtete mehrfach über die Pläne der Stadt, in der Röntgenstraße nahe der A 1 am  Aldi-Zentrallager ein weiteres Gewerbegebiet zu erschließen. „Für die Erschließung des Industriegebiets-III-Nord liegt noch kein Baurecht vor“, sagt Stöckicht. „Wir gehen jedoch davon aus, dass wir in diesem Sommer mit den Arbeiten beginnen können.“  Die Vermarktung der Flächen dort beginne frühestens, wenn die Erschließungskosten bekannt seien und ein Verkaufspreis kalkuliert werden könne. Die Art der Unternehmen, die dort angesiedelt werden könnten, hänge von Festsetzungen im Bebauungsplan ab. Bevor also klar sei, welche Art von Industrie und Gewerbe sich dort ansiedeln dürfe, bleibe also der Abschluss dieses Verfahrens abzuwarten.