Neues Haus - neuer Stadtteil: Kreisverwaltung räumt Fehler im Genehmigungsverfahren ein

Neues Haus - neuer Stadtteil: Kreisverwaltung räumt Fehler im Genehmigungsverfahren ein

Bei der Genehmigung eines großen Bauprojektes in Bernkastel-Kues hat es die Kreisverwaltung versäumt die Straßenbehörde einzuschalten. Das ist zwar rechtzeitig korrigiert worden, der Stadtrat legt aber den Finger in die Wunde.

Bernkastel-Kues. Kommt zu den vier Stadtteilen Bernkastel, Kues, Wehlen und Andel ein fünfter hinzu? Es sieht so aus. Und dabei handelt es sich nicht um das Kueser Plateau mit Reha-Kliniken, gastronomischen Betrieben und mehreren Wohngebieten. Die Rede ist nur von den paar Häusern zwischen Bernkastel und Andel, die in ihrer Gesamtheit bei vielen Bürgern unter dem Begriff "alte Brauerei" bekannt sind.

Da wo diese Brauerei einst stand, erhebt sich nun ein mehrstöckiges Gebäude, das eine Immobilien GmbH baut und das kurz vor der Vollendung steht. Dort stehen dann 17 bereits verkaufte Eigentumswohnungen (je 82 Quadratmeter) und zwei 130 Quadratmeter große Penthousewohnungen zur Verfügung. Sie werden, so die Investoren, von den meisten Eigentümern als Urlaubsdomizil vermietet (der TV berichtete).

Aber deshalb muss ja kein neuer Stadtteil her. Das hat andere Gründe. Die liegen nicht bei den Investoren, die 2,5 Millionen Euro investieren. "Die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde hat es versäumt, im Rahmen des Genehmigungsverfahrens aufgrund der Lage des Baus an der freien Strecke der Bundesstraße den Landesbetrieb Mobilität (LBM) zu beteiligen", räumt Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich ein. Man sei wohl davon ausgegangen, dass innerhalb der mit Schildern ausgewiesenen Stadtgrenzen gebaut werde, sagt Marc Spaniol (CDU). Er hatte die Thematik in der jüngsten Stadtratssitzung beleuchtet. Die Investition in diesem Bereich stoße auf Zustimmung, die Vorgehensweise der Behörde nicht.

Die geforderte Beteiligung sei nachträglich erfolgt, berichtet Manuel Follmann. Der LBM habe die notwendige Genehmigung erteilt. Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM, bestätigt dies. Nötig, so Follmann, sei das Einverständnis der Behörde, weil es sich um eine freie Strecke außerhalb von Ortsgrenzen handele. Die Zu- und Abfahrt stelle eine Sondernutzung dar. Die Alternative dazu wäre, dass die Stadt den betreffenden Abschnitt als Ortsdurchfahrt ausweise. Da kommt wieder der Stadtrat ins Spiel: "So, liebe Baugenehmigungsbehörde der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Wir sanieren durch die Umwandlung in eine Ortsdurchfahrt die unrechtmäßig erteilte Baugenehmigung", heißt es in der Stellungnahme von Marc Spaniol. Es habe in der Vergangenheit des Öfteren Unstimmigkeiten zwischen der Stadt und der Genehmigungsbehörde gegeben. Jetzt gehe die Stadt auf den Kreis zu. "Wir wollen eine gute Zusammenarbeit", sagt Spaniol.
Es wäre möglich den Bereich der alten Brauerei dem Stadtteil Bernkastel zuzuschlagen. Das ist aber nicht gewollt, weil zwischen dem letzten Haus dort und dem ersten Haus in Bernkastel mehrere Hundert Meter liegen. "Die Urlauber würden sich fragen, ob das schon alles von Bernkastel war", sagt Spaniol. cbExtra

Wie soll der neue Stadtteil heißen? Im Gespräch sind Alte Brauerei, Kueser Wald, Fährhaus und Andeler Weg. Sie, liebe Leser, können aber der Fantasie freien Raum lassen. Mailen Sie uns Ihre Vorschläge bis Freitag an mosel@volksfreund.de

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