Neues Jahr, neue Struktur

DHRONECKEN/THALFANG. Das Jahr 2006 steht beim Forst ganz im Zeichen von "TPL". In jedem Forstamt soll künftig ein "Technischer Produktionsleiter" den Einsatz von Arbeitern, Unternehmern und Maschinen in dann größeren Revieren koordinieren und so schneller auf den Markt reagieren können.

Leicht ist Jürgen Schmidt die Entscheidung für einen Schreibtischjob nicht gefallen. Als gebürtigem Thalfanger liegt dem bisherigen Revierförster von Zwölfgemeindewald, Deuselbach und Forstverband Thalfang der heimische Forst am Herzen. Qualitätssteigerung und Teamarbeit

Dennoch hat er im Forstamt Dhronecken die Funktion des "Technischen Produktionsleiters" (TPL) übernommen. "Für mich war das eine Richtungsentscheidung", sagtder 45-Jährige. Die wesentlichen Elemente des neuen Konzepts seien Qualitätssteigerung, Teamarbeit und die übergreifende Ressourcen. Rheinland-Pfalz-weit sind im Oktober sieben Forstämter mit dem TPL-Konzept gestartet. Im Oktober dieses Jahres kommen zwölf weitere hinzu, die wie Dhronecken derzeit in der Vorbereitungsphase stecken. Ziel ist, den Markt bedarfsgerechter und flexibler mit den benötigten Qualitäten und Mengen bedienen zu können. Die TPL sind zuständig für die Organisation interner Abläufe sowie die Koordinierung von Waldarbeiter-, Unternehmer- und Maschinen-Einsätzen. Nach außen bleibe zwar alles unverändert, so Forstamtsleiter Hans-Jürgen Wagner. Die künftige Unterscheidung von "biologischer" und technischer Produktion soll aber bisherige Schnitt- und Reibungsstellen einzelner Sortimente minimieren. Praktisch sieht das laut Wagner etwa so aus, dass der Revierleiter Gewerke ausschreibt und der TPL als "Generalunternehmer" fungiert, der für deren Ausführung sorgt. Als "autonome Gruppen" sollen auch die Waldarbeiter flexibler auf Veränderungen wie des Wetters reagieren können.Die Waldeigentümer haben die Wahl

Den Gemeinden stehe es aber frei, sich die in erster Linie für den Staatswald geschaffene Funktion zu eigen zu machen oder nicht. "Sie entscheiden", macht Wagner in einer Info-Runde mit Ortsbürgermeistern deutlich. Der Waldeigentümer habe die Wahl, sich einzuklinken oder nicht. "Wenn sie einen Revierförster haben, entscheiden sie, ob sie einen TPL wollen oder nicht - und wenn sie einen kommunalen Förster haben, ob sie den TPL zukaufen oder nicht." Für die Angesprochenen hört die Entscheidungsfreiheit aber genau da, sprich bei den Kosten, auf. In den kommenden Monaten wird dieses Thema daher in den Räten diskutiert werden. Den Fragen der Gemeinde- und Waldbesitzer-Vertreter nach zu schließen, wird es dann um Themen gehen wie Wirtschaftlichkeit oder die Nachhaltigkeit eines solchen Konzeptes. Aber auch um die Unterhaltung der Wege, die bei intensiverer "Just in time"-Produktion mehr Schaden nehmen. Außerdem wird TPL größere Reviere zur Folge haben. Das bedeutet Personalabbau, da Pensionäre nicht ersetzt werden, obschon auch neue Stellen, wie TPL-Assistenten, geschaffen werden. Die Entscheidung der Eigentümer kann zudem Folgen für Zweckverbände haben, die nur eine einvernehmliche Wahl treffen können.

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