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Neues Leben an den Straßen der Römer

Neues Leben an den Straßen der Römer

Mit dem neuen Museum Noviomagi hat Neumagen-Dhron ein römisches Schmuckkästchen bekommen. Engagierte Bürger haben es in Räumen der ehemali gen Verbandsgemeindeverwaltung eingerichtet.

Die faszinierten Blicke der ersten Besucher sagen mehr als Worte. Das Museum Noviomagi ist eine gelungene Sache. Davon haben sich die Interessierten bei den Tagen der offenen Tür überzeugt. Im Herzen des gleichnamigen einstigen Kastells entführt es in römische Wohn- und Amtsstuben, deren Wände Fresken zieren - wie einst in Pompeji. Die Möbel - Schränke mit Glas- und Tongefäßen, Truhen, Schreibtisch oder auch ein Korbsessel - wurden eigens für die Ausstellung angefertigt. Dank fachkundiger Beratung vermittelt all das einen realistischen Eindruck, wie die Menschen einst lebten in Noviomagus, das schon im frühen zweiten Jahrhundert in römischen Straßenkarten verzeichnet war.

Bei der Eröffnung des Museums, dessen Einrichtung zirka 42 000 Euro kosten wird, würdigte Ortsbürgermeister Willi Herres die Gemeinschaftsleistung. Das Projekt von Gemeinde, Kulturverein Ausonius und Weinschiff-Förderverein ermöglichten viele Unterstützer und Sponsoren, betonte er vor etwa 130 Gästen. Die Europäische Union schießt über das Leader-Programm "Straßen der Römer" 20 500 Euro zu. Ebenso beteiligten sich das Land oder Vereine, wie der Gewerbeverein Unternehmen Neumagen-Dhron. Engagierte Bürger hauchten dem Museum Leben ein, zum Beispiel Archäologe Marcus Danguillier, der das Konzept entwickelte, oder der örtliche Maler Karl-Heinz Falkenburg und Schreiner Hans Jüngling. Sie brachten sich nicht nur tatkräftig, sondern auch mit eigenen Ideen ein. Das Rheinische Landesmuseum Trier stellte Fundstücke oder Nachbildungen zur Verfügung.
Das Museum sei eine gute Plattform, die Epoche der römischen Spätantike zu präsentieren, sagt Kulturvereinsvorsitzender Joachim Fischer. Ein weiterer Baustein ist, laut Herres, die zwischen Kastell und Piesporter Römerkelter geplante Anlegestelle für das Römische Weinschiff. Ein vernetzter Raum sei entscheidend für den Erhalt von Kulturgut: "Nur wenn wir zusammen stehen, wird es uns gelingen, den ländlichen Raum lebens- und erlebenswert zu erhalten."

Die Eröffnung der Ausstellung umrahmten die Bläsergruppe MoselBrass, die Römische Fußgruppe Neumagen-Dhron und ihre Kollegen der Vigilia Romana Vindriacum aus Wintrich. ursExtra

Die Öffnungszeiten des Museums orientieren sich an denen der Tourist-Info. Beide sitzen unter dem Dach des ehemaligen Rathauses der mit Bernkastel-Kues fusionierten Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron. Bis Ende Oktober ist das Museum montags und dienstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 13 Uhr, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist eingebunden in das grenzüberschreitende Villenprojekt der "Straßen der Römer", ein Netzwerk bedeutender Stätten der römischen Antike. urs