Neues Leben für die Ortskerne

ZELTINGEN-RACHTIG. Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues will mit einheitlichen Richtlinien dem Veröden von Ortskernen entgegenwirken.

Mit vereinten Kräften geht's besser. Der Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues hat sich daher für die Entwicklung von Dorferneuerungsrichtlinien mit dem Ziel "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" entschieden. Mit diesen wollen die Räte die Verödung von Ortskernen verhindern. Um interessierte Bürger unterstützen zu können, sollen bereits in den Haushaltsplänen 2007 vorsorglich Gelder eingestellt werden. Diese könnten - je nach Möglichkeiten der Kommunen - auf Antrag ausgezahlt werden. Ausgelöst hat die Debatte in der jüngsten Sitzung ein Antrag der CDU. Ihr Hauptanliegen ist laut Eduard Arens "die Belebung der Innenorte durch junge Familien beziehungsweise zukunftsorientiertes Bauen", wie etwa für Altenwohngemeinschaften. Statt weiter großflächige Neubaugebiete auszuweisen, müssten zeitgemäße Neu- oder Umbauten gefördert werden. Für seine Ratskollegen kommt der Antrag nicht nur zur rechten Zeit. "Er ist wirklich überfällig", kommentiert Heide Weidemann (VBB). Wichtig sei, "dass alle Fördermöglichkeiten, die es gibt, so verbreitet werden, dass alle wissen, was es gibt." Ihrer Ansicht nach widerspreche dieses Anliegen zwar ein wenig der zuvor beschlossenen Flächennutzungsplan-Forschreibung. Doch immerhin ermahne diese zur Behutsamkeit bei Neuausweisungen. Dirk Richter (FDP) gibt zu bedenken, dass solche Überlegungen nicht an den Gemeinden vorbei gehen dürften. Was aber laut Arens in den zu erarbeitenden Richtlinien klarzustellen ist. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe es erst einmal darum, so Bürgermeister Ulf Hangert, die Erarbeitung von Details anzustoßen. Und da drängt auch nach Ansicht von Gertrud Weydert (Grüne) die Zeit. "Es muss attraktiver sein, in den Ortskernen zu bauen", betont Wehlens Orstvorsteherin. Dennoch komme eine Kommune, die junge Familien ansprechen wolle, auch künftig nicht daran vorbei, Neubaugebiete - allerdings "sinnvoll" - auszuweisen. Die Initiative auf Verbandsgemeindeebene kann auch Hans-Peter Ehses (Freie Liste) nur begrüßen: "Was die Ortskernsanierung angeht, haben wir Nachholbedarf." Die Gemeinden, die ja in erster Linie tätig werden sollten, brauchten jedoch in einem Punkt mehr Unterstützung. Denn einer Gemeinde, die etwas tun wolle, aber keinen ausgeglichenen Haushalt vorweisen könne, zeige der Kreis nun einmal Grenzen auf. Daher sei es wünschenswert, den Kommunen den benötigten Spielraum einzuräumen. Auch die SPD-Fraktion stimmt der "Zielrichtung" zu, bringt aber einen ihrer Ansicht nach "weiterführenden" Antrag ein. Dieser zielt in Sachen "Dorferneuerungskonzept" vor allem auf die Unterstürzung und Beratung der Gemeinden durch die Verbandsgemeinde ab. Mit 27-Ja-Stimmen erhält jedoch der CDU-Antrag einen überwältigen Zuspruch. (Zu den weiteren Punkten der Sitzung folgt ein separater Be-richt.)