Neues Licht für das Kurhaus?

Das Kurhaus ist die gute Stube Manderscheids: Hier werden Konzerte, Empfänge, Ausstellungen und Ratssitzungen veranstaltet. Das Gebäude ist aber auch ein großer Kostenfaktor, zum Beispiel in Sachen Strom. Der Stadtrat der Burgenstadt erwägt deshalb, die Lampen auf LED-Beleuchtung umzustellen.

Manderscheid. Schön oder nicht schön? Das ist die Frage, die sich die Mitglieder des Manderscheider Stadtrats stellen. Dabei geht es nicht ums Äußerliche des Kurhauses, sondern um dessen Lampen. Denn die stammen aus dem Jahr 1982, als das Kurhaus gebaut wurde.
Im Kursaal gibt es 26 Lampen, an denen jeweils vier Glaskugeln nebeneinander angeordnet sind. Diese verbrauchen rund 6000 Watt pro Stunde. Das ist den sparwilligen Manderscheider Ratsmitgliedern zu viel. Deshalb gibt es die Überlegung, das Licht im Kurhaus auf LED umzustellen.
Das wurde im Maarmuseum im vergangenen Jahr bereits getan, und dort bringt das nach den bisherigen Erfahrungen rund 50 Prozent Stromersparnis. Martin Koziol, Leiter der Einrichtung und Stadtratsmitglied: "Es ist jetzt heller, das neue Licht kommt bei den Besuchern gut an, und wir sparen noch dabei."
Detailliertere Berechnung


Für den Kursaal hat er auf Anregung des Stadtrats erfragt und ausgerechnet, dass die Umstellung auf LED-Licht samt neuer Lampen, der Anpassung an die Verkabelung und der Umbau der Leuchten rund 17 000 Euro kosten würde. Die Hälfte davon könnte durch Zuschüsse vom Bund und von Innogy, einer Tochtergesellschaft der RWE, getragen werden. Es würden, so die Berechnung, nach der Umrüstung statt 6000 Watt nur noch 1500 Watt pro Stunde benötigt, um den Saal zu erleuchten. "Wie schnell sich die Anschaffungskosten amortisieren, hängt natürlich auch davon ab, wie lange die Lampen brennen", sagt Koziol. "Bei 300 Tagen, an denen fünf Stunden das Licht im Saal brennt, hätten wir die Kosten in drei Jahren eingespart."
Die anderen Ratsmitglieder wollen aber noch einmal prüfen, wie häufig und wie lange das Licht im Kurhaus angeschaltet ist, um verlässlicher zu wissen, wann sich die Investition rechnet. Ein weiterer Punkt, über den die Stadträte diskutierten, sind die vorgeschlagenen flach an der Decke befestigten Lampen. "Die verschmelzen optisch mit der Decke", meint Martin Koziol.
Aber das gefällt noch lange nicht jedem. Ortsbürgermeister Günter Krämer: "Ich habe mir das beim Neujahrskonzert noch einmal genau angesehen und ich denke, die jetzigen Lampen passen sehr gut in den Saal. Auch die Besucher, die ich gefragt habe, sagten: ,Lass' bloß die Lampen hängen, die geben dem Saal seine Atmosphäre.'" Genau das Gegenteil hat Ratsmitglied Günter Theis nach eigener Aussage zu hören bekommen: "Ich habe auch in meinem Bekanntenkreis Leute gefragt, und die finden die Lampen schrecklich." Zudem haben einige Ratsmitglieder Sorge um die Akustik, wenn die 26 Kugellampen weg sind.
Ob eine Umstellung auf LED mit den alten Kugellampen möglich ist, soll jetzt geklärt werden. Für Koziol ist klar: "Die Investition in LED und neue Lampen wird sich auf jeden Fall rechnen, egal ob in drei oder fünf Jahren. Ich wäre für beides, dann passt auch alles technisch optimal zusammen."
Günter Krämer gibt zu bedenken, dass trotz der Zuschüsse die Stadt 8500 Euro für das Gesamtpaket zahlen müsste. "Die müssen trotzdem erst mal da sein. Vielleicht funktionieren ja auch LED in den jetzigen Leuchten", sagt er. So wird es noch bis zur nächsten Ratssitzung dauern, bis entschieden ist, welche Lampen im Kurhaus demnächst brennen. chb