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Neues Projekt: Zwischen Rebstöcken sollen mehr Biotope entstehen

Neues Projekt: Zwischen Rebstöcken sollen mehr Biotope entstehen

Mehr Blumen, mehr Insekten, mehr Vögel und Reptilien mit der Initiative „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“. Mit dem Projekt sollen die Weinberge belebt und Natur und Weinbau miteinander verbunden werden. Mit dabei ist das Traben-Trarbacher Weingut Trossen.

Kräuter sollen in den Weinbergen wachsen, in Insektenhotels Kleinlebewesen gedeihen, und in Steinhaufen sollen sich entlang der Wingerte Reptilien wie Eidechsen und Salamander wieder wohlfühlen. Das ist das Ziel der Initiative "Steillagenweinbau schafft Vielfalt". Dahinter steckt ein Projekt des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel. Damit will man an der Mittel- und der Untermosel die Artenvielfalt im Steillagenweinbau fördern und zugleich zum Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft der Mosel beitragen, heißt es vonseiten des Verbands.

Hierzu gehöre die Begrünung der Flächen zwischen den Rebstöcken mit Mischungen von heimischen Pflanzen, die Anlage von blühenden Rändern zwischen Wingert und Weg sowie die ökologische Aufwertung. Dazu werden auf Restflächen Kleinbiotope geschaffen. Das Projektgebiet umfasst die Steil- und Steilstlagenrebflächen in den an der Mosel liegenden Landkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich. Begonnen hat das Projekt 2015. Es ist erstmal bis 2020 ausgelegt. Mit dabei ist das Traben-Trarbacher Weingut Trossen. Seniorchef Jörg Trossen zeigt auf den Wingert vor seinem Betrieb. Dort testet er in den nebeneinanderliegenden Flächen diverse Pflanzenmischungen. Dabei handelt es sich um niedrig wachsende Pflanzen wie Fetthenne oder kriechendes Fingerkraut, die nicht in die Weinstöcke hineinwachsen.

Die Pflanzen werden zweimal pro Jahr gewalzt. "Man muss sie aber auch wachsen lassen, damit sie Samen bilden", sagt Trossen. Walzen ist möglich in Lagen bis zu 30, 40 Prozent Steigung. "Die Winzer sollen animiert werden, naturnah zu wirtschaften", sagt er. Beispielsweise könnten Flächen, die an Weinberge grenzen, freigestellt und von Ziegen abgefressen werden. Ein Insektenhotel hat er bereits aufgestellt, demnächst will er auch Steinhaufen für Reptilien schaffen.

Insektenhotels seien notwendig, da in den Weinbergen weniger Holzstöcke eingesetzt werden und so der Lebensraum für die Insekten kleiner werde. Durch die größere Zahl an Insekten werden auch Vögel angelockt, die Zikaden fressen, die Rebstöcke aussaugen. Ein weiterer Effekt: Der Einsatz von Herbiziden werde reduziert, sagt Trossen. Zudem machten die Vielfalt an Grün und Blüten die Weinberge für Touristen interessanter. Trossen: "Wenn die Verbindung Natur und Weinbau nachhaltig genutzt wird, hat das Vorteile für die Vegetation, das Landschaftsbild und den Winzer."