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Neues vom "Palais am Türmchen" in Wittlich

Neues vom "Palais am Türmchen" in Wittlich

Der Investor, der schon Freiflächen nahe am Friedhof aufgekauft hat, will seine Pläne vorantreiben. Auch wenn ihm noch ein Gebäude fehlt, könnte er schon alternativ auf fast 6000 Quadratmetern im großen Stil neu bauen.

Wittlich Neues Palais heißt ein Schloss im Park von Sanssouci in Potsdam. Es ist mehr als 250 Jahre alt, Friedrich der Große hatte es für seine Hofgäste errichten lassen. Und nun soll auch Wittlich so etwas bekommen? Fast. Dem Namen nach. Die Nachricht machte schon vor Jahren schnell die Runde. Der Trierische Volksfreund berichtete, in der Immobilienzeitung wurde 2012 verkündet: "50 bis 60 Wohneinheiten gehobener Ausstattung will der Bitburger Entwickler Faco für rund 16 Millionen Euro in der Eifelstadt Wittlich unter dem Namen ,Neues Palais am Türmchen' realisieren." Schlossähnliche Bauten sind seither in Wittlich nicht wirklich entstanden, weiter trägt nur das Einkaufszentrum ganz in der Nähe das Wort im Namen.

Woran hängt's beim Projekt "Neues Palais am Türmchen", das auch Bezug nimmt auf Wittlichs ältestes Gebäude, das Burgtürmchen, Rest der Stadtbefestigung von 1317, das nun immerhin 700 Jahre alt wird? Wie oft, haben Großprojekte einen langen Planungsvorlauf und für ein schlossähnliches Vorhaben braucht man Platz. Es geht um die innerstädtischen Freiflächen im Winkel zwischen dem Rad-und Fußweg am Friedhof Burgstraße in Richtung Kalkturmstraße, also hinter der Volksbank. Die Faco hatte dazu schon Immobilien aufgekauft, wie etwa die Bank. Nach aktuellem Stand hat der Bitburger Projektentwickler, die unter anderem den Wittlicher Fürstenhof mit 42 Wohnungen gebaut hat, mittlerweile 5800 Quadratmeter im Eigentum. Als Gesamtfläche waren zunächst 7500 Quadratmeter als Ziel angegeben. Darauf sollten würfelförmige, dreigeschossige (plus zurückgesetztes Staffelgeschoss) "Stadtvillen" entstehen. Von einem Palais im Wortsinne wird also nichts zu sehen sein.

Überhaupt wurde umgeplant, wie jetzt Stefan Kutscheid, Faco, im Bau- und Verkehrsausschuss mitteilt. Ein Grund: ein Puzzleteil fehlt für den Ursprungsplan, vier Wohn- und Geschäftshäuser nebst Tiefgarage zu bauen. Ein Immobilienkauf ist nicht mehr aktuell. Dazu steht in Unterlagen für den Ausschuss: "Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht gelungen, das für die geplante Entwicklung erforderliche Gelände/Gebäude Kalkturmstraße 3 zu erwerben." An der Planung werde dennoch grundsätzlich festgehalten. Dabei gehe es um drei Stadthäuser mit je elf Wohnungen, die in einem parkähnlichen Gartengelände liegen sollen plus das Gebäude, das als "Entre" mit Zufahrt zu Grundstück und Tiefgarage direkt an der Kalkturmstraße geplant ist und Wohnungen sowie ein bis zwei Büros oder Praxen haben soll. Stefan Kutscheid zeigte die Lage der Baukörper im Gelände und stellte seine neue Vorstellung vor. Statt der Flachdächer über dem Staffelgeschoss, wolle er "richtige Dächer" als schmückendes Element wie etwa in der Koblenzer Straße, von der er einige Fotos zeigte. Er versprach. "Ich möchte nur ein Dach drauf setzen und keinen Zentimeter mehr Nutzfläche."

Der Ausschuss wünscht sich nun bildhafte Beispiele, wie das aussehen könnte. Ausschuss- und auch Stadtratsmitglied. Stephan Lequen, Grüne, war generell nicht einverstanden: "Das ist Innenstadt und so für verdichtetes Wohnen, und jetzt soll hier eine Art Parklandschaft gestaltet werden, die da nicht hingehört." Mit dieser Ansicht stand er allein da.
Kutscheid erklärte: "Wir haben gedacht, es gibt ein Klientel für eine solche Wohnanlage. Wenn Sie die nicht haben wollen, müssten wir Ihnen da was anderes planen." Reinhold Westhöfer, CDU, bekräftigte: "An dieser Stelle wäre verdichtetes Bauen fatal. Um Gottes Willen!"EIN WEITERES FACO-PROJEKT IN WITTLICH

Extra

Der Bitburger Projektentwickler Faco Immobilien mit Stefan Kutscheid als Geschäftsführer hat in Wittlich nicht nur den Fürstenhof mit 42 Wohnungen gebaut und verkauft. Daneben setzt Faco aktuell auf das Gelände ehemals Baustoffe Thiel an der Kurfürstenstraße direkt gegenüber der Schlossgalerie. Dieses Gebäude ist bereits abgerissen und eine Baugrube ausgehoben. Auf 2800 Quadratmetern künftiger Nutzfläche soll im dort geplanten Büro- und Geschäftsgebäude auf vier Etagen unter anderem künftig die Agentur für Arbeit (Arge) mit Jobcenter (bislang Friedrichstraße), Mieter werden. Hier ist die Fertigstellung im nächsten Jahr geplant. Nach bisherigen Angaben werden acht Millionen Euro investiert. In Bitburg hat die Faco Großprojekte wie Stadthalle, Limbourgs Garten, Belwo realisiert.