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Neues zur Wahl des neuen Verbandsgemeindebürgermeisters in Thalfang

Registrierungspflichtiger Inhalt: Ein Schritt weiter in Richtung VG-Bürgermeisterwahl : Viel Lob fürs Ehrenamt

Beim Thalfanger Neujahrsempfang hebt Burkhard Graul die Verdienste von Thalfanger Bürgern hervor. Besucher erfahren auch Neues zur Wahl des VG-Rathauschefs.

Gute Laune beim Neujahrsempfang in Thalfang. „Schön, dass Du gekommen bist“, ist sicher der häufigste Satz, mit dem Ortsbürgermeister Burkhard Graul die mehr als 40 Besucher der Veranstaltung im Haus der Begegnung begrüßt. Zwei Jahre hatte die Ortsgemeinde wegen zahlreicher ähnlicher Vereinsaktivitäten auf einen Neujahrsemfang verzichtet, diesen auf Anregung aus dem Gemeinderat aber wieder ins Leben gerufen.

Besonders hebt Graul die ehrenamtlich Tätigen der Ortsgemeinde hervor. Da sind einmal die Märker Senoritas, die besonders am Dicken Donnerstag in der Ortsgemeinde aktiv sind. „Thalfang wäre arm ohne die Senoritas“, sagt Graul. Und da sind die Jungen Väter, die seit einigen Jahren die Bewirtung am Letzten Markt übernehmen und mit den Erlösen den Kauf von Spielgeräten für den Kinderspielplatz ermöglichen. „Ihr habt für vieles gesorgt“, lobt der Ortsbürgermeister. Graul kündigt an, dass die Märker Kirmes in diesem Jahr wieder eine Renaissance erleben soll. Diese war 2019 mangels Helfer und Organisatoren ausgefallen.

Doch für dieses Jahr hätten sich mehrere interessierte Privatpersonen gemeldet, die die Märker Kirmes – zur Mark Thalfang gehören neben der Ortsgemeinde Thalfang elf weitere Dörfer – wieder aufleben lassen wollen. „Die gehen auch ein finanzielles Risiko ein“, sagt Graul.

Ein weiteres außergewöhnliches Fest feiert die Ortsgemeinde Thalfang am letzten Septemberwochenende. Dann soll die 50-jährige Partnerschaft mit dem französischen Villeneuve gefeiert werden. „Wir wollen ein französisches Jahr aufbauen“, sagt Graul. „Die Partnerschaft soll in würdigem Rahmen gefeiert werden“, sagt er. 52 Personen aus der Partnergemeinde hätten sich bereits angemeldet. Gefragt sind auch die Thalfanger Bürger, denn der Ortsbürgermeister sucht noch Übernachtungsmöglichkeiten für die französischen Gäste. Überhaupt werde in Thalfang in diesem Jahr viel gefeiert. Die Vereine organisierten alleine 18 Veranstaltungen. Zudem strebt Graul eine Teilnahme am Zukunftscheck Dorf an, bei dem Anregungen gesucht werden, wie sich das Dorf entwickeln kann. „Ich hoffe, dass ihr alle mitmacht“, ruft Graul den Bürgern im Haus der Begegnung entgegen.

Investitionen stehen 2020 bei der hochverschuldeten Ortsgemeinde auch auf der Agenda. Zum einen soll der Kreisverkehr vor dem Neubaugebiet In den Mühlenfeldern in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Hier hat die Gemeinde für die Ausschreibung offensichtlich einen günstigen Termin erwischt. Denn statt der geschätzten Kosten von 1,56 Millionen Euro hätten die eingegangenen Angebote eine Gesamtsumme von 1,06 Millionen Euro ergeben. „Da haben wir Glück gehabt“, sagt Graul. Ein weiteres Projekt ist der Ausbau der Haardtwaldstraße für rund 200 000 Euro. In diesem Zusammenhang sagt er, dass der Ortsgemeinderat erwägt, für Ausbaukosten wiederkehrende Beiträge einzuführen. Damit sollen für die Anlieger hohe Belastungen vermieden werden. Der Ausbau der Straße würde die Anlieger 6,47 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche kosten. Bei wiederkehrenden Beiträgen, die sich dann auf alle Grundstücksbesitzer im Dorf verteilen, fielen lediglich 17 Cent pro Quadratmeter an. „Das ist für jeden finanzierbar“, sagt er.

Neuheiten gibt es auch für die gesamte Verbandsgemeinde Thalfang. Denn der Landtag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz verabschiedet, dass die Thalfanger ihren  nächsten Bürgermeister für eine verkürzte Amtszeit von fünf statt der eigentlich vorgesehenen acht Jahre wählen dürfen. Damit ist der Weg frei, einen Nachfolger für Marc Hüllenkremer zu suchen, der im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt ausgeschieden ist. Vera Höfner, die erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Thalfang, die derzeit die Geschäfte der Verwaltung führt, sagt, dass die VG der Kreisverwaltung einen Termin für die Wahl vorschlägt und die übergeordnete Behörde diesen festlegt. Sobald das geschehen ist, kann die VG mit der Ausschreibung starten. 

Sowohl Höfner, als auch die Landtagsabgeordnete Bettina Brück heben in ihren Grußwörtern das gute Miteinander hervor. „Mein Dank geht an jeden Einzelnen, der sich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und damit auch gegen Hass und Hetze einsetzt“, sagt Höfner. „Wir sollten uns gegen Gewalt wenden. Wir sollen nicht die schweigende Mehrheit sein, sondern das Wort ergreifen, wenn wir Unrecht sehen“, sagt Brück.