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Neumagen-Dhron setzt beim Tourismus auf digitale Projekte

Tourismus : Neumagen-Dhron: Gästebeitrag, Gästekarte und Infopunkt

Die als ältester Weinort Deutschlands für sich werbende Moselgemeinde Neumagen-Dhron setzt bei der Tourismusförderung auf digitale Präsentationsmöglichkeiten.

Infolge der Corona-Pandemie ist der Urlauberstrom an der Mosel allgemein verhaltener als bisher. Für Mitglieder des Touristik- und Weinwerbeausschusses Neumagen-Dhron bietet sich das an, um Angebote kritisch zu hinterfragen und nachfragegerecht zu optimieren. Ideen dafür gibt es reichlich, wie sich in ihrer jüngsten Sitzung zeigte. Es gab etliche Anregungen, wie sich Tourismus, Gastronomie, Zimmervermietung und Weinbau fördern lassen.

So ist etwa schon länger, Beispielen wie in Bernkastel-Kues folgend, die Einführung eines Gästebeitrags im Gespräch. In der Ortsgemeinderatssitzung Ende April wurde ebenfalls darüber gesprochen, über Zimmervermieter einen solchen Beitrag von Übernachtenden zu erheben. Die Einnahmen sollen gezielt in die touristische Infrastruktur fließen. So könnten damit beispielsweise historische Stätten oder auch Wander- und Radwege gepflegt werden. Auch eine Gästekarte mit Vergünstigungen wie ermäßigtem Museumseintritt oder Preisnachlässe bei Kulturführungen oder Fahrten mit dem römischen Weinschiff, der Stella Noviomagi, ließen sich so finanzieren. Eine solche Karte, wie sie dem Rat ebenfalls vorgestellt wurde, könnte zudem hilfreich sein beim Ausarbeiten zielgruppenorientierter Angebote.

Doch auch unabhängig davon will sich der Ausschuss für etliche Aktualisierungen einsetzen. Nur ein Beispiel dafür ist der in die Jahre gekommene Internetauftritt der Gemeinde. Die Visitenkarte von Neumagen-Dhron soll zugleich informativer und mit weiteren Angeboten kombiniert werden. Konkret genannt wurden in der Sitzung digitale Auskünfte über freie Zimmer, abrufbar per Handy-App. Denkbar dafür wäre ein Infopunkt – ähnlich dem der Radweg-Lauschtour-App. Sinnvoll wäre er etwa nahe der Tourist-Info, die für Gäste ja oft die erste Anlaufstelle ist, die aber nicht rund um die Uhr offen ist. Ebenfalls angeregt: ein „Selfie-Point“ in Neumagen-Dhron – eine dank ins Internet eingestellter Fotos kostenlose Werbung für den Ort. Ortsbürgermeister Dirk Doppelhamer sprach sich zudem für die Installation einer Webcam aus, was sich im Zusammenhang mit digitalen Neuerungen ebenfalls anbiete. Es sei wichtig, vom Internetauftritt der Gemeinde bis zu Veranstaltungen „alles aus einem Guss“ präsentieren zu können. Absolut indiskutabel ist aus Sicht von Ausschussmitgliedern hingegen ein neuer Schaukasten mit Prospekten und Kontaktdaten von Zimmervermietern. Sich so zu präsentieren, sei wie „aus der Zeit gefallen“, kritisierte ein Zimmervermieter. Außerdem gebe es in Neumagen-Dhron eh schon viele Infokästen und Schautafeln, waren sich die Teilnehmer einig. Die dauerhaft präsenten kostenlosen Informationsmöglichkeiten sind aus Sicht des Ausschusses zwar wichtig und begrüßenswert, aber sie wirken sich möglicherweise auf Zahlen wie regelmäßige Gästeführungen aus. Daher soll mithilfe von Fachleuten der Tourist-Information der Bedarf für Angebote wie diese überprüft werden.

Bereits angelaufen sind zudem Bestrebungen, im Ort mehr Parkplätze wie etwa nahe des Yachthafens und möglichst auch ein Parkleitsystem anzubieten. Außerdem sollen möglichst bald Blumenbeete im Ort mithilfe Ehrenamtlicher neu bepflanzt und dauerhaft gepflegt werden. Vorgesehen sind, unabhängig von weiter möglichen Patenschaften für einzelne Beete, fachkundig begleitete Gemeinschaftsaktionen. Nach wie vor im Blick sind brachliegende frühere Weinberge „In der Held“ auf Höhe des Yachthafens. Da die Flächen nicht im Eigentum der Gemeinde sind, scheiterten bisherige Bemühungen – private wie seitens der Gemeinde – um eine ansprechendere Optik. Wünschenswert aus Sicht des Ausschusses sei, die Flächen zu roden oder etwa mithilfe von Ziegen dauerhaft zu pflegen.