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Neuordnung soll den Einsatz von Waldarbeitern in der VG-Bernkastel-Kues vereinfachen

Natur : Die Arbeit im Wald soll effektiver werden

Eine Neuordnung soll den Einsatz von Waldarbeitern vereinfachen und die Ausbildung junger Menschen ermöglichen. Aber: Nicht alle Orte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues wollen dem neuen Zweckverband beitreten.

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues sollen die Arbeiten im Forst neu organisiert werden. Dazu streben die VG und die meisten Ortsgemeinden an, einen Forstzweckverband zu gründen.

Das Ziel: Die Orte und die Forstreviere sollen auch weiterhin über qualifizierte Waldarbeiter verfügen und daneben auch junge Menschen ausbilden. In den Forstrevieren Zeltingen-Rachtig, Veldenz, Piesport, Kleinich und Maring-Noviand-Bernkastel-Kues sind derzeit elf Waldarbeiter beschäftigt, einer davon im Forstrevier Veldenz ist Forstwirtschaftsmeister. Die meisten Arbeiter sind zwischen 54 und 62 Jahre alt.

Das Thema wurde bereits 2018 im Kreis der Ortsbürgermeister diskutiert, dann aber wegen der bevorstehenden Kommunalwahl 2019 vertagt. Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, hat sich der Bildung eines Forstzweckverbandes jetzt wieder angenommen.

Künftig sollen Waldarbeiter von der Verbandsgemeinde  Bernkastel-Kues eingestellt werden, heißt es in den Vorlagen für die Sitzungen der Ortsgemeinderäte. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle derzeitigen Forstreviere über fachlich gut ausgebildetes Personal verfügen und sichergestellt ist, dass alle Aufgaben wahrgenommen werden können.

So sollen Arbeitskolonnen gebildet werden, bestehend aus jeweils zwei Waldarbeitern. Jedem Forstrevier sollen zwei bis drei Arbeiter zugeordnet werden, zudem Auszubildende für den Beruf des Forstwirtes eingestellt werden. Voraussetzung dafür: Es muss ein Forstwirtschaftsmeister da sein, was derzeit nur im Forstrevier Veldenz der Fall ist.

Von den in Frage kommenden Lösungen zur Umsetzung des geplanten Vorhabens sei die Bildung eines Forstzweckverbandes die praktikabelste Lösung, heißt es. Bürgermeister Leo Wächter sagt, dass die Forstreviere dabei nicht tangiert werden. Jedoch sollen die Forstmitarbeiter künftig nicht mehr bei einer Ortsgemeinde, sondern bei der VG angestellt sein. „Das Klein-Klein geht nicht mehr“, sagt er.

Der Forstzweckbetrieb soll kostenneutral arbeiten, indem die Arbeitsstunden pro Einsatzort erfasst werden, so dass der Zweckverband die Gemeinden nicht mehr Geld kostet als bisher. Ausnahme sind die entstehenden Kosten für die Auszubildenden.

Zum 1. Januar 2021 könnte der Forstzweckverband an den Start gehen. Zwei Drittel der Ortsgemeinden – noch nicht alle haben über einen Beitritt diskutiert oder entschieden – tendierten dazu, diesem beizutreten. Lediglich bei den Ortsgemeinden Lieser, Maring-Noviand, Kesten und der Stadt Bernkastel-Kues, die zum Forstrevier Maring-Bernkastel-Kues gehörten, sehe es so aus, als wollten sich diese nicht anschließen, sagt Wächter.

Michael Beer, Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Kesten, sagt, seine Kommune wolle im Moment noch nicht beitreten, da es sich um ein ziemlich großes Konstrukt handele. Allerdings will er sich an den Kosten für die Auszubildenden beteiligen.

„Wir versprechen uns eine höhere Flexibilität und besseren Personaleinsatz“, sagt sein Monzelfelder Kollege Lothar Josten. Bei Bedarf könnten mehrere Waldarbeiter zum Einsatz kommen, derzeit sei es nur einer. „Wenn es um Arbeiten  wie ums Aufforsten geht, sind Fachkräfte sinnvoll“, sagt er.

Auch Bianca Waters, Ortsbürgermeisterin von Zeltingen-Rachtig, erklärt, ihre Ortsgemeinde wolle sich voraussichtlich anschließen. Sie argumentiert ähnlich wie Josten, dass man dann personell besser aufgestellt sei als derzeit, wenn nur ein Arbeiter zur Verfügung steht. Die Kräfte könnten konzentriert und der Wald so besser bewirtschaftet werden.