New York und Joe Cockers Onkel

Hetzerath · Der Gesangs- und Musikverein Hetzerath hat bei seinem Jahreskonzert das Motto Amerika gewählt, was bei den Zuschauern gut ankam. Bei der Veranstaltung hatte der neu gegründete Chor Premiere, der mit zwölf Sängern dabei war. Eine Combo mit hervorragenden Solisten brachte zusätzliche Abwechslung.

60 Jahre musikalisch aktiv: Dafür ist Helmut Reitz in Hetzerath geehrt worden. Das Foto zeigt von links Helmut Reitz, Ewald Tonner vom Kreismusikverband und Thomas Schuh, erster Vorsitzender des Gesangs- und Musikvereins Hetzerath. TV-Foto: Christina Bents

Hetzerath. Den Bau der ersten Telegrafenleitungen, den Wilden Westen und die Zeit der Hippies hat der Gesangs- und Musikverein unter anderem bei seinem Jahreskonzert thematisiert. Dabei hörte man von der Percussion-Gruppe die anreitenden Pferde. Der neu gegründete Chor ließ die Sonne aus dem Musical "Hair" scheinen. Und bei "My Way", das als Gesangsstück daherkam, konnte man eine Stecknadel fallen hören.
Auf dem Programm standen viele verschiedene Musikstile. Swing war genauso dabei wie ein Titel von Lionel Richie, Musicals und zum Schluss der Marsch "Washington Post". Das Orchester meisterte dabei unter anderem Oberstufenstücke mit viel Gespür für die unterschiedlichen Stimmungen. Hervorragende Solisten, sowohl im Gesangsbereich mit Walter Bauer, vom Moderator als Onkel von Joe Cocker angekündigt, und seiner Tochter Kerstin Bauer, als auch bei den Klarinetten mit Stefanie Jonas und den Trompetern um Thomas Schuh und Fritz Rau, zeigten die musikalische Qualität des Gesangs- und Musikvereins. Einzig die Abstimmung der Instrumentalsätze hätte besser sein können. Dirigent Hans-Jörg Wagner hatte einige Stücke für den Abend selbst arrangiert.
Der neu gegründete zwölfköpfige Chor, der zum Musikverein gehört, hat innerhalb von nur fünf Wochen das Konzertprogramm einstudiert und den Abend mit seinem Gesang bereichert. Sie wollen auch nach dem Auftritt unter dem Dach des Musikvereins zusammenbleiben. Teilweise wurden sie von einer fünfköpfigen Combo aus Musikvereinsmitgliedern unterstützt.
Das Publikum applaudierte im ersten Teil des Abends, indem auch anspruchsvolle, konzertantere Stücke zu hören waren. Nach der Pause ging es noch deutlich mehr mit. Bei der Zugabe, dem Gesangstitel "Ich war noch niemals in New York" sangen die Besucher schließlich mit. Sie applaudierten im Stehen.
Irmgard Winnebeck, Konzertbesucherin, sagt: "Die Idee ist klasse. Es ist mal ein ganz anderes Musikvereinskonzert. Der Gesang passt gut, und es ist sehr abwechslungsreich." Viele Stammbesucher waren da, beispielsweise Heinz Wagner: "Wir sind immer hier, wenn der Verein was macht. Und es gefällt uns. Sie lassen sich immer was einfallen."
Durch den Abend führte Dietmar Kümmel. Er informierte das Publikum über die Entstehung der Stücke und stellte die Verbindung mit der amerikanischen Geschichte her. Ein ganz besonderer Abend war es für Helmut Reitz. Er wurde für seine 60-jährige aktive Mitgliedschaft im Verein geehrt. chb
Extra

Für seine Mitgliedschaft seit 1954 hat Helmut Reitz die Ehrennadel in Diamant mit der Zahl 60 und einen Ehrenbrief erhalten. Das goldene Ehrenzeichen mit der Zahl 40 ging an Heike Woitaller und Fritz Rau. Das bronzene Ehrenzeichen für zehn Jahre Vereinsmitgliedschaft bekamen Carmen Horsch, Stephanie Jonas, Johannes Müller, Elena Schröder und Philipp Steinbacher. Die Jugendehrennadel mit Silberkranz ging an Laura Scheuer. chb