Nicht alle Flüchtlinge bleiben

Wittlich · Stadtratsthemen sind vielfältig. Aktuell haben die Wittlicher auch mit Folgen der Weltpolitik zu tun: In der Sitzung am Donnerstag, 16. Juli, soll es einen Überblick zum Thema Flüchtlinge in Wittlich geben.

Wittlich. Als eine Herausforderung für die Verwaltung, die gesamte Stadt und unsere Gesellschaft will Bürgermeister Joachim Rodenkirch die Asylthematik verstanden wissen. "Der Zuzug von Menschen bedeutet aber auch eine große Chance, die es zu nutzen gilt", steht in den Informationen zur kommenden Stadtratssitzung, zu der ein Sachvortrag angekündigt wird.
Laut Ratsunterlagen stellten 2014 10 360 Menschen in Rheinland-Pfalz einen Asylantrag, davon 8716 Erstanträge. Die Flüchtlinge kamen in erster Linie aus Syrien, Serbien, Eritrea, Mazedonien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Somalia und Afghanistan. Bis zum 30. Juni 2015 wurden 106 von ihnen Wittlich zugeteilt. Kreisweit sind es 639 Menschen.
Laut Vorabinformation für den Stadtrat sind die Mitarbeiter im Sozialamt an der Belastungsgrenze angelangt.
Sie werden vom Kinderschutzbund/Mehrgenerationenhaus unterstützt. Die Einrichtung organisiert die Koordination des Netzwerkes Flüchtlingshilfe für Wittlich.
Dazu kümmern sich ehrenamtliche Helfer um Beratung, Begleitung und Unterstützung der Flüchtlinge ab dem Tag der Ankunft. Die Koordination der ehrenamtlichen Helfer, die Vernetzung von Organisationen, Vereinen und Unternehmen der Wohlfahrtspflege ist ebenso eine Aufgabe wie die Vermittlung erster Sprachkenntnisse. Außerdem ist der Kinderschutzbund für die Qualifizierung der ehrenamtlichen Helfer zuständig und dokumentiert die Aufgaben, die von ihnen geleistet werden.
Als Unterstützung wurde eine Praktikantenstelle Freiwilliges Soziales Jahr ab Juni im Mehrgenerationenhaus eingerichtet.
Zum Hauptproblem, den fehlenden Mietwohnungen für Asylbewerber, heißt es: Man denke, dass die von Bund und Ländern angekündigte Überprüfung zur Einstufung als sichere Herkunftsstaaten (Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Mazedonien) eine Verbesserung bedeuten könne. In Wittlich kämen rund 40 Prozent der Asylbewerber aus diesen Staaten. Was im Umkehrschluss bedeute, dass ihnen in der Regel dann kein Asyl gewährt würde, weil sie in ihre Herkunftsstaaten zurückkehren müssten. sos