Nicht mehr meine Heimat

Wo bleiben unsere Ideale? Zu Zeiten des Bürgermeisters Bauer hatten wir das Ziel, dass der Lebensraum Gornhausen die Qualität eines Luftkurortes haben könnte und dieses Ziel sollte erreicht werden. Mittlerweile sind wir von solchen Plänen meilenweit entfernt!

Ich denke an die schlechte Luft, die es bis vor einigen Wochen noch im Dorf gegeben hat, weil der Schäfer Steffen in seinem Stall mitten im Wohnbereich des Dorfes, Mast-Schafe gehalten hat. Es stank nach Fisch und nicht nach Schaf, aber das so ausgeprägt, dass sich kein Besucher und kein Tourist gern im Ort aufgehalten hat. Wir Bewohner hatten lange das Nachsehen, bis wir durch unsere Aktion "Unterschriftenliste" für Abhilfe gesorgt haben. Schön wäre es, wenn bei Schwierigkeiten im Dorf zukünftig jeder gesprächsbereit wäre und wir so unsere Probleme lösen könnten. Dass in dem Schafstall von Steffen Schafmasthaltung bestanden hat, ist leider weder in dem Gemeinde-Protokoll, noch in Ihrem Zeitungsbericht erwähnt worden. Nur dadurch ist es zu dem Gestank im Dorf gekommen, und nur dagegen haben wir protestiert. Wollen wir hoffen, dass sich die derzeitige Geruchsbildung nicht weiter intensiviert; bisher ist die durch unseren Einsatz verbesserte Situation tragbar. Die ungute Stimmung im Dorf ist geblieben. Darüber können auch unsere Dorffeste nicht hinwegtäuschen. Nach über 80 Jahren Dorfleben in Gornhausen ist dieses Dorf nicht mehr meine Heimat, weil es von einigen Dorfbewohnern sehr schlimme Angriffe persönlicher Art gegeben hat. Ich bin von diesen Dorfbewohnern, die keine sachlichen Gründe gegen unseren Einwand vorbringen konnten, sehr beschimpft und verletzt worden. Im 21. Jahrhundert gibt es noch immer Orte, in denen man seine Meinung nicht sagen darf, in denen gute Werte und freundlicher Umgang leider bei einigen Bewohnern nicht vorhanden sind. Mit meinen über 80 Jahren bin ich um viele mir wichtige liebgewonnene Lebensformen, auch um das Gefühl von Vertrauen und Zusammenhalt gebracht worden. Leider muss ich für mich folgende Redewendung eingestehen: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber! Hilde Wehnert, Gornhausen

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