Nicht nur Grund zum Klagen

GIELERT. (urs) Große Sprünge kann Gielert nicht machen. Dafür kann der Termin für die Eröffnung des Kelterhauses schon bald festgelegt werden.

Der Umbau des Gielerter Kelter- und Kühlhauses schreitet zügig voran. Die Böden sind betoniert und die Anschlüsse für Wasser und Kanal installiert. Auch Wände seien bereits hoch gezogen, informierte Ortsbürgermeister Gustav Pfeiffer seine Ratsmitglieder über die Umbauarbeiten. Mittlerweile sei auch das Gerüst für den Dachdecker montiert. Folglich stehen die Zeichen gut, dass die Bürger die neuen Räume noch in diesem Jahr einweihen können. Einige Ratsmitglieder sehen daher schon unruhigen Zeiten entgegen: "Wir kommen nachher nicht mehr nach mit Festen", gab einer von ihnen in der jüngsten Sitzung schmunzelnd zu bedenken. In den Umbau des Gebäudes am zentralen Brunnenplatz will die Gemeinde 6600 Euro investierten. Nachdem 2005 schon rund ein Drittel der Investition geschultert wurde, stehen im Haushalt 2006 weitere 4240 Euro bereit. Den Umbau, der neben der Renovierung des Kelterraums neue Toiletten vorsieht, hatte ein Landeszuschuss von knapp 30 000 Euro ermöglicht. Große Sprünge kann die Gemeinde nicht machen. Allein an den Krediten für den abgeschlossenen Straßenbau wird der Ort noch einige Jahre zu knabbern haben. Aktuell belaufen sich die Schulden auf 177 000 Euro. Darüber hinaus drückt Gielert die Last der laufenden Ausgaben. Einnahmen von knapp 100 000 Euro stehen im Verwaltungshaushalt 179 000 Euro an Ausgaben gegenüber. Davon werden allein 43 000 Euro zur Deckung früherer Defizite benötigt sowie 20 000 Euro für Zins und Tilgung. Gebühren und Hebesätze bleiben aber trotz des 80 000- Euro-Defizits unverändert. Schließlich hat Gielert trotz des Minus-Haushaltes nicht nur Grund zum Klagen. So verfügt der Ort über Rücklagen aus der Bereitstellung von Flächen für den Bau des Thalfanger Sprudelwerkes und kann jährlich Einnahmen von 3600 Euro aus der Windkraft verbuchen. Hinzu kommen 8500 Euro aus der Jagdpacht sowie schwarze Zahlen im Forst, der der Gemeinde 6500 Euro einbringt.

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