Nicht nur Rüstung

BITBURG. (dj/har) Die Betroffenheit ist Werner Scherer ins Gesicht geschrieben. Der Betriebsleiter der Firma "Ordtech Industries GmbH" war ganz in der Nähe, als die beiden 23-jährigen Arbeiter aus Trier nach der Magnesium-Verpuffung plötzlich lichterloh in Flammen standen.

Scherer leistete erste Hilfe und alarmierte die Rettungskräfte. Der Vorfall ist mittlerweile drei Wochen her, die beiden Männer sind gestorben. "Wir waren dabei, Ordnung zu schaffen", erzählt Scherer, der zum ersten Mal öffentlich über das Unglück spricht. Als das Magnesium verpuffte, war er selbst im Gebäude, kann also auch nicht sagen, wie es dazu kommen konnte. In und um Bitburg geht derweil die Angst um, seit sich die Nachricht von dem Unfall und der Firma, die dort militärisches Material produzieren möchte, verbreitet hat. "Wir sind keine Rüstungsfirma", stellt Scherer klar. Mit der griechischen Firma "Ordtech Military Industries" habe die deutsche "Ordtech Industries GmbH" nur insofern zu tun, dass sie von einem der Direktoren des griechischen Unternehmens gemeinsam mit dessen Frau gegründet wurde. "Mit Rüstung haben wir aber nichts zu tun", sagt der Bauingenieur, der seit drei Jahrzehnten in der Explosivstoff-Industrie tätig ist. Er räumt jedoch ein, dass ihre Produkte - beispielsweise Schutzsysteme für Flugzeuge gegen radargelenkte Raketen - militärisch genutzt werden können. Zu den Produkten, die man demnächst in Bitburg herstellen möchte, gehören jedoch auch aerodynamische Flugzeugersatzteile, Gummigeschoss-Patronen für Sicherheitskräfte und Vergrämungsmittel für Vögel. Gegen den Vorwurf, die Firma habe keine Genehmigung, wehrt sich Scherer. "Wir haben lediglich Material in ein genehmigtes Lager gebracht, dabei handelte es sich nicht um Explosivstoffe", betont Scherer. Zurzeit stellt die Firma jedoch Unterlagen zusammen, um bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm die Genehmigung für den Umgang mit Explosivstoffen zu bekommen.

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