Nicht nur Wasser und Kanal

Die Weichen für eine Thalfanger Nahwärmeversorgung sind gestellt. Der Verbandsgemeinderat hat beschlossen, die Satzung seiner Werke um den Betriebszweig Wärmeversorgung zu ergänzen. Voraussetzung sind eine Vereinbarung mit dem potenziellen Wärmelieferanten "Hochwald Nahrungsmittel-Werke" sowie die Förderung über das Konjunkturpaket II.

Thalfang. (urs) Eine detaillierte Vereinbarung mit dem ins Auge gefassten Vertragspartner steht zwar noch aus. Doch der Verbandsgemeinderat Thalfang ist schon einmal voller Optimismus vorgeprescht in Sachen Nahwärme. Sollten die Hochwald Nahrungsmittel-Werke in ein Konzept einwilligen, das die Einspeisung von Abwärme des Unternehmens in ein Nahwärmenetz vorsieht, sind die formellen Vorkehrungen bereits getroffen. Denn die Ratsmitglieder haben in der jüngsten Sitzung mit einer Enthaltung der Satzungs-Neufassung der Verbandsgemeinde- Werke zugestimmt. Diese sieht ab Juni neben den Betriebszweigen Wasser und Abwasser den der "Wärmeversorgung" vor. Über Abwärme des Betriebes sollen künftig verschiedene Objekte mit Wärme versorgt werden können.

Leerrohre werden bereits vorsorglich verlegt



Bei den aktuellen Straßenbauarbeiten für den Thalfanger Kreisel werden laut Verbandsbürgermeister Hans-Dieter Dellwo schon vorsorglich Leerrohre mitverlegt.

Die noch ausstehende Vereinbarung mit dem Wärmelieferanten Hochwald Nahrungsmittel-Werke ist aber nicht die einzige momentane Ungewissheit. Die Ratsentscheidung fiel auch vorbehaltlich einer für diese Investition erhofften Förderung. Die Verwaltung hat für die Realisierung des mit annähernd 700 000 Euro kalkulierten Projektes Mittel aus dem Konjunkturpaket II beantragt.

Bettina Brück (SPD) fragte, warum der neue Betriebszweig nicht wie im Dezember diskutiert "Erneuerbare Energien" getauft werde. Dellwo findet die Anregung zwar gut, doch Werkleiter Edwin Maßmann bremst aus. "Die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinde hat ihre Grenzen", verweist er auf gesetzliche Vorgaben: "Wenn ein Privater das genauso gut machen kann, ist die Gemeinde außen vor." Im konkreten Fall könne das nicht passieren, weil die Gemeinde ja zunächst nur ihre eigenen Gebäude anschließen wolle.

Hubert Schu (FWG) begrüßt es, ein bisschen wegzukommen "von dem Kanalbauwahn" früherer Jahre. Er halte das Wärmenetz für eine gute Sache. Gleichzeitig mahnte er aber an, "professioneller ranzugehen" und Profis miteinzubeziehen. Die Menschen müssten dahinter stehen. Er selbst bezog allerdings nicht Position. Als einziges Ratsmitglied enthielt er sich bei der entsprechenden Abstimmung.