"Nicht übers Knie brechen"

Im Peter-Wust-Gymnasium geht die Angst um, dass die Schule auf zwei Standorte aufgeteilt wird. Für Schulelternsprecher Uwe Werner ist das keine Lösung.

Wittlich. (sos) Vermutlich wird das Versprechen, keine der Wittlicher Schulen aufzusplitten, Stichwort: "Dislozierung", nicht gehalten. So geht am unter Raumnot leidenden Peter-Wust-Gymnasium (PWG) die Angst um, allein das PWG solle künftig entweder den Unter- oder den Oberstufenbereich nach Wengerohr verlagern. Das wäre eine Abweichung von der Vorschlagsliste für den Kreistag. "Diese Lösung lehnen wir komplett ab", sagt PWG-Schulelternsprecher Uwe Werner: "Wir haben die berechtigte Sorge, dass dann die Schulgemeinschaft zerrissen wird und das Schulklima leidet, zumal uns etwas anderes - nämlich eine Schulerweiterung - zugesagt wurde."

Seinen Informationen zufolge habe sich herauskristallisiert, dass ausschließlich das PWG in den Fokus der Entscheider gerückt sei, zumal das Cusanus-Gymnasium Ganztagsschule und G8-Gymnasium (Abitur nach acht Jahren) werden will. "Jetzt hoffen wir auf eine politische Initiative, die einen Beschluss aussetzen oder vertagen könnte. Das Thema sollte man nicht übers Knie brechen und bei der Diskussion die Elternvertreter beteiligen. Weiter ist völlig ungeklärt, wie es dann mit der Lehrerschaft weitergehen soll", sagt er.

Gerade das PWG zeige gute pädagogische Arbeit, habe Extra-Präventionsprogramme wie die Streitschlichter und sei beliebt. So habe man im kommenden Schuljahr erstmals fünf neue fünfte Klassen, platze allerdings mit 1000 Schülern aus allen Nähten. Uwe Werner bemängelt auch die dürftige Informationspolitik, obgleich das Schulgesetz ein Anhörungsrecht der Eltern berücksichtige. "Das hat unserer Auffassung nach nie stattgefunden", sagt der Schulelternsprecher.

Er habe aus Eigeninitiative heraus das Gespräch mit der Landrätin und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gesucht, auch um eine Drittnutzung der Dos anzuregen. "Man könnte auch Herrn Bußmers Idee nochmals aufgreifen, eine Integrierte Gesamtschule nach Wengerohr zu verlegen und in Salmtal eine Realschule plus zu installieren." Platz biete die Ex-Dos ja grundsätzlich auch für außerschulische Nutzungen. Am heutigen Donnerstag, nach dem Besuch des ADD-Präsidenten, wolle man sich in der Schule mit Schulleitung, Pädagogen, Schulelternbeirat und Schülervertretern treffen.