Nicht wie wild investieren

Post und Touristinformation unter einem Dach - das gefällt einigen Ratsmitgliedern nicht. Vor dem Hintergrund des Konjunkturpaketes II wurde außerdem diskutiert, ob die Tourist-info nicht doch hätte in größerem Stil ausgebaut werden müssen.

Trittenheim. Die umfassenden Umbau- und Renovierungsarbeiten in der Trittenheimer Touristinformation stehen kurz vor ihrem Abschluss. Demnächst soll noch ein neuer Fußboden verlegt werden. Vor diesem Hintergrund hat die Debatte ein wenig überrascht, die sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung entsponnen hat. Einmal mehr ist es dabei um die Frage gegangen, ob es nicht doch ratsam wäre, die Anlaufstelle für die Urlauber großzügiger zu gestalten. Angesichts möglicher Chancen auf Mittel aus dem Konjunkturpaket II appellierte Ratsmitglied Olaf Bollig an das Gremium, das jetzt "ordentlich zu machen". Bewogen dazu haben ihn Ausführungen von Verbandsbürgermeisterin Christiane Horsch. Diese hatte erklärt, dass in diesem Programm nur Investitionen mit einer gewissen Größe berücksichtigt würden. Mit einer Behindertentoilette und einem barrierefreien Zugang wäre es da also nicht getan. Außerdem dürften solche Räume nicht mit einer "Gewinnabsicht" betrieben werden.

Die Poststelle unter dem gleichen Dach würde sich daher in jedem Fall - ebenso wie auch das integrierte Gemeindebüro - nachteilig auswirken auf die Zuschusshöhe. Gleichzeitig warnte Horsch vor einem Verzicht auf die Postfiliale: "Dann haben sie keine Gegenfinanzierung mehr für die zweite Personalkraft." Auf den Hinweis von Olaf Bollig, ein komplettes Konzept hätten sie ja bereits, entgegnete Horsch: "Nein, das haben sie nicht." Der Gemeinderat habe sich vielmehr - und ihres Wissens ebenso auch Bollig - einstimmig gegen den zuvor ausführlich diskutierten Umbau im großen Stil ausgesprochen.

200 000 Euro kann sich das Dorf nicht leisten



Und zwar wegen der kalkulierten Kosten von mehr als 200 000 Euro: "Das wird sich Trittenheim nicht leisten können." Außerdem mache es doch keinen Sinn, nur wegen des Konjunkturpaketes jetzt "wie wild" investieren zu wollen. Der Erste Beigeordnete Franz-Josef Bollig erinnerte zudem daran, dass den Rat zu seinem Nein vor allem der Eigenanteil von 60 000 Euro bewogen habe.

Theo Nilles pflichtete Horsch bei: "Man muss doch nicht jedem Programm nachlaufen - das sind ja auch Verpflichtungen." Dennoch ist er von dem Konzept mit Touristen-Anlaufstelle und Post unter einem Dach alles andere als überzeugt. Ebenso wie einige seiner Ratskollegen, die das auch nicht als die optimale Lösung sehen. Sollte sich jedoch ein Anderer für die Postfiliale interessieren, wäre ohnehin ausreichend Platz vorhanden, hieß es.